Europas Banken erfüllen Vorgaben der Aufsicht

3. Oktober 2012, 22:25
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Aktuell kommt die Erste auf 9,9 Prozent hartes Kernkapital, bei Raiffeisen sind es genau zehn Prozent

London/Wien -  Um die Kapitalausstattung der größten europäischen Banken ist es deutlich besser bestellt als noch vor einem Jahr. 71 von der Europäischen Bankenaufsicht (EBA) untersuchten Institute haben ihr Kapital seit Ende 2011 um gut 200 Milliarden Euro aufgestockt, gab die EBA am Mittwoch bekannt. Kritiker wenden freilich ein, dass ein beträchtlicher Teil davon auf Neubewertungen von Risikopositionen zurückgeht.

Die zuvor als kritisch eingestuften 27 Institute hätten 116 Milliarden Euro eingesammelt. Vier Banken fielen durch: Monte dei Paschi aus Italien, NKBM aus Slowenien sowie aus Zypern die Bank of Cyprus und die Marfin Popular Bank. Dass nun alle die Vorgaben erfüllen, gab die EBA bereits im Sommer bekannt. Sieben Banken (drei in Portugal, zwei in Zypern und je eine in Italien und Slowenien) waren allerdings auf staatliche Kapitalspritzen angewiesen.

Die österreichischen Großbanken Erste Group und Raiffeisen Zentralbank hatten keine Schwierigkeiten. Aktuell kommt die Erste auf 9,9 Prozent und Raiffeisen auf zehn Prozent hartes Kernkapital. "Die österreichischen Banken haben bewiesen, dass sie innerhalb kurzer Zeit ihre Kapitalbasis erheblich stärken können, ohne das Kreditangebot einzuschränken", sagte Notenbank-Direktor Andreas Ittner.

Mittelfristig gibt es im Bankensektor aber weiter große Herausforderungen: Bis 2019 müssen die 44 größten Institute weitere 200 Milliarden aufbringen, um Basel III zu erfüllen. (go, DER STANDARD, 4.10.2012)

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