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Wien - Der Schriftsteller, Kabarettist, Schauspieler, Regisseur, Boxkampfrichter, Sportkommentator und Werbetexter Werner Schneyder (75) ist Mittwochnachmittag von Kulturministerin Claudia Schmied mit dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse ausgezeichnet worden. "Die Veranstaltung ist ausverkauft", kommentierte Schmied den großen Andrang von Prominenten aus Kultur, Politik und Medien, die den Ausgezeichneten ("Ich freue mich von ganzem Herzen") mit Standing Ovations feierten.
Burgtheaterdirektor Matthias Hartmann und Ex-Bundeskanzler Alfred Gusenbauer, Harald Serafin und Thomas Gratzer, Lukas Resetaris, Dieter Chmelar und Oliver Baier, Museumsquartier-Chef Christian Strasser, SP-Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas, Grüne-Parteiobfrau Eva Glawischnig, Medien-Zampano Hans Mahr, Sportreporter-Legende Sigi Bergmann, Schauspieler Peter Matic, der Industrielle Hans Peter Haselsteiner, die ehemalige Liberalen-Chefin Heide Schmidt und viele andere - die Liste jener, die in den Audienzsaal des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur gekommen waren, ist so bunt wie lang. "Wir ehren einen Mann, dessen kritisches Sprech- und Denkvermögen wir zugleich bewundern und fürchten", meinte die Kulturministerin und bezeichnete es als "eine persönliche Ehre", Schneyder heute auszeichnen zu dürfen. "Vielen Dank für Ihr Aufrütteln und Mahnen!"
Laudator Konstantin Wecker stellte "den Poeten Werner Schneyder" in den Mittelpunkt seiner Rede: "Von allen seinen Talenten scheint mir dieses das herausragendste zu sein." Er ortete "Sätze im Format eines Oscar Wilde" und empfahl den "Olymp der Dichter und Spötter" als Wohnsitz des "geistreichen Vulkans" Schneyder, der nicht nur über eine spitze Zunge, sondern auch über ein "großes, liebendes Herz" verfüge. Dass er nie dem Konflikt ausgewichen sei, sei nicht der Streitlust, sondern "tief verwurzeltem Verantwortungsgefühl" geschuldet. "Ich sehe einen Mann, der sich der Wahrheit nicht nur verpflichtet fühlt, sondern auch die intellektuelle Kapazität besitzt, sie in aller Konsequenz zu Ende zu denken."
Der solcherart Gerühmte bedankte sich herzlich und fasste den von ihm als Selbstcharakteristik geprägten Begriff des "Universaldilettanten" abschließend ein wenig enger: "Ich bin nur Kabarettist. Denn Kabarettist ist der einzige Beruf, in dem man ungestraft alles können darf."
Werner Schneyder, am 25. Jänner 1937 in Graz geboren, gilt als Doyen der österreichischen Kabarettszene. Im Fernsehen trat er als Kommentator von Sportübertragungen und Moderator von Diskussionssendungen auf. Als Regisseur betätigte er sich ebenso wie als Buchautor. Seine 2006 erschienene Autobiografie nannte er "Ich, Werner Schneyder - meine zwölf Leben". (APA, 3.10.2012)
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