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Beim European Health Forum Gastein betonten Experten, dass vor allem in armen Ländern Zivilisationserkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck oder Herz-Kreislauferkrankungen zunehmen würden.
Bad Hofgastein - Im Zuge der Globalisierung verliere die Unterscheidung zwischen nationalen und internationalen Gesundheitsproblemen zunehmend an Bedeutung. Vor allem in armen Ländern würden Zivilisationserkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck oder Herz-Kreislauferkrankungen und deren Risikofaktoren Übergewicht oder Rauchen in epidemischem Ausmaß zunehmen. "Der Lebensstil der wohlhabenden Länder wird exportiert und führt in den betreffenden Ländern zu zunehmenden Gesundheitsproblemen", betonte Thomas Krafft vom Department for International Health der Universität Maastricht am Mittwoch beim European Health Forum Gastein (EHFG).
Ein Trend, der durch international tätige Unternehmen etwa aus der Tabak- und Lebensmittelindustrie noch verstärkt werde: "Auch globale Marketingstrategien tragen dazu bei, gesundheitsschädliches Verhalten aus unserem Teil der Welt in andere Länder und Regionen zu exportieren", meint Ilona Kickbusch, Direktorin des Global Health Programms in Genf. Gesundheit sei darum längst keine Domäne mehr von Regierungen allein. "Grenzüberschreitend arbeitende Akteure wie Unternehmen oder NGOs gewinnen an Einfluss", so Kickbusch.
Die Globalisierung von Gesundheitsproblemen besitzt nach Meinung der Experten noch eine zweite Facette: Regional begrenzte Krankheitsausbrüche können mittlerweile nur wenige Flugstunden entfernt erhebliche Auswirkungen haben. SARS oder die Vogelgrippe hätten gezeigt, wie rasch sich Infektionskrankheiten heute rund um den Globus ausbreiten können. Das erfordere völlig neue Strategien, ist Krafft überzeugt.
Die Verantwortung dürfe dabei aber nicht alleine bei Europa liegen. "Industrialisierte und sich entwickelnde Volkswirtschaften wie Brasilien, Russland, Indien oder China spielen in globalen Gesundheitsfragen schon aufgrund ihrer Größe und Einwohnerzahl eine wichtige Rolle. Wenn sie die nationale Gesundheit verbessern und international geforderte Frühwarnsysteme für Infektionskrankheiten einrichten, tragen sie damit maßgeblich zur globalen Gesundheit bei", so Krafft. Das Fazit des Experten: Es sollte im Interesse der EU sein, die Zusammenarbeit mit diesen Ländern zu forcieren und sie bei der Wahrnehmung ihrer globalen Gesundheitsverantwortung zu unterstützen. (APA/red, derStandard.at, 3.10.2012)
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