Morddrohungen gegen steirische Landesrätin

3. Oktober 2012, 17:57
4 Postings

Zusammenhang mit geplanter Spitalsreform, Verfassungsschutz ermittelt: Kristina Edlinger-Ploder von der ÖVP fühlt sich aber nicht bedroht

Graz - Gegen die steirische Gesundheitslandesrätin Kristina Edlinger-Ploder (ÖVP) sind - wie erst jetzt bekannt wurde - bereits im Frühsommer mehrere Schreiben mit Morddrohungen in ihrem Büro und bei der Landtagsdirektion eingegangen. Die anonymen Schreiben wurden inhaltlich mit Kritik an den geplanten Spitalsreformen der Politikerin in Verbindung gebracht. "Wir wissen ziemlich genau, aus welcher Richtung diese Drohungen kommen", heißt es dazu im Gespräch mit dem Standard aus dem Büro Edlinger-Ploder. Man glaube aber sicher nicht, dass die protestierenden LKH-Belegschaften etwas damit zu tun hätten.

Die 41-jährige Landesrätin habe seit dem Einlangen der ersten Schreiben weiter alle ihre Termine wahrgenommen und fühle sich "nicht bedroht". Die Drohungen wurden erst jetzt bekannt, weil der Verfassungsschutz anlässlich einer Betriebsversammlung im LKH Wagna in der Südsteiermark, an der die Politikerin teilnahm, mit der Polizei vor Ort Kontakt aufnahm. So wurde der Schutz der Landesrätin bekannt und von zwei steirischen Tageszeitungen publik gemacht.

Protest muss man aushalten

Die besagte Betriebsversammlung sei aber ebenfalls nicht als Bedrohung für Edlinger-Ploder eingestuft worden, sondern sei "sehr konstruktiv verlaufen", betont ihr Sprecher. Und: Die Gesundheitslandesrätin halte an den Reformen im Spitalsbereich fest, habe aber auch mit Kritik kein Problem.

Erst kürzlich hat der Vorstand der Steiermärkischen Krankenanstaltengesellschaft (Kages) die Belegschaft des LKH West in Graz aufgefordert, ein Transparent gegen die Übernahme des Spitals durch die Barmherzigen Brüder abzunehmen. Der Sprecher Edlinger-Ploders dazu: "Die Landesrätin hat veranlasst, dass es hängen bleiben darf. Sie ist der Meinung, dass man Protest aushalten muss." (Colette M. Schmidt, DER STANDARD, 4.10.2012)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Kristina Edlinger-Ploder hat trotz der Drohungen alle ihre Termine wahrgenommen.

Share if you care.