Griechische Regierung will Bau von Strecke fördern

3. Oktober 2012, 16:22
49 Postings

28,9 Millionen-Subvention für Projekt mit Volumen von 94,6 Millionen Euro - Vettel will WM-Aufholjagd in Suzuka fortsetzen - Schumacher-Zukunft und Vergabe freier Cockpits im Fokus

Die griechische Regierung will den Bau einer Formel-1-Strecke fördern, schreiben zahlreiche Medien unter Berufung auf die Nachrichtenagentur "Bloomberg". 28,9 Mio. Euro an Steuergeld sollen locker gemacht werden, um ein Projekt mit Gesamtkosten von 94,6 Mio. Euro anzuschieben. Der Rundkurs soll demnach in der Nähe von Patras entstehen, mit 200.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt des Landes. Das Projekt ist bereits im Mai 2011 genehmigt worden.

Die privaten Investoren sollen demnach ein Konglomerat von hunderten Kleinanlegern mit einer finanziell angeschlagenen Baufirma als Haupteigentümer umfassen. Sie müssen in die Vorleistung gehen. Die Regierung schieß ein Drittel zu bereits privat geleisteten Zahlungen zu. Nachdem Griechenland derzeit seiner Bevölkerung ein drastisches Sparprogramm zumutet mit massiven Gehaltskürzungen gilt eine Zustimmung zu dem Projekt als unwahrscheinlich.

Die 28,9 Mio. Euro schwere Subvention der Rennstrecke in Patras ist eines von sieben geplanten Projekten des griechischen Entwicklungsministeriums, um die Wirtschaft anzukurbeln. Die ersten drei Projekte wurden bereits vorgestellt, dazu gehören eine Glasfabrik im Norden des Landes und ein Luxushotel auf Kreta. Vier weitere sollen in Kürze folgen. Das Ministerium verspricht sich davon 800 neue Arbeitsplätze und generell einen Impuls für die schwer angeschlagene griechische Wirtschaft.

Das hoch verschuldete Griechenland steckt mitten in einer Wirtschaftskrise und verhandelt gerade mit Vertretern von EU und IWF über Finanzhilfen.

Auf der Zielgeraden

Die Formel 1 rast indes auf die Saison-Zielgerade zu. Der Grand Prix von Japan ist der Auftakt zu einem furiosen Finale mit spannenden Entscheidungen: Im Mittelpunkt stehen der Titelkampf, die Zukunft von Rekord-Champion Michael Schumacher und die Vergabe freier Cockpits für 2013.

Doppel-Weltmeister Sebastian Vettel fiebert dem Rennen in Suzuka entgegen. "Das ist für uns alle eine unglaubliche Saison", sagte der Red-Bull-Pilot. "Ich liebe den Suzuka Circuit." Durch seinen jüngsten Triumph in Singapur und die Ausbootung seines deutschen Landsmannes Schumacher bei Mercedes hat dieses Rennen zusätzlich an Brisanz gewonnen. Der aktuelle WM-Zweite Vettel, der in Suzuka im Vorjahr frühzeitig seinen zweiten Titel perfekt gemacht hat, will am Sonntag (08.00 Uhr MESZ/live ORF eins, RTL und Sky) seine Aufholjagd auf Spitzenreiter Fernando Alonso fortsetzen.

Sechs Rennen in acht Wochen

Der 15. Saisonlauf ist der Auftakt zu acht atemberaubenden Wochen mit sechs WM-Rennen. Dass Ex-Champion Lewis Hamilton 2013 anstelle Schumachers im Silberpfeil sitzt, sorgt für zusätzliche Spannung und Fragen. Was macht Schumacher nun? Kommt nach dem weiteren Wechsel - Sergio Perez (Sauber) geht als Hamilton-Ersatz zu McLaren - noch einmal richtig Schwung ins die Cockpit-Karussell ? Und hat der zumindest zu diesem Zeitpunkt überraschende Mercedes-Coup Auswirkung auf das aktuelle Titelrennen? Immerhin hat Hamilton als WM-Vierter mit 142 Punkten auch noch WM-Chancen. An der Spitze liegt Alonso (195) noch 29 Zähler vor Vettel (165).

"Von jetzt an wird es ernst", bekräftigte Hamilton, dem laut McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh trotz seines Wechsels jegliche Unterstützung im Titelrennen sicher ist. Seit Wochen präsentieren sich die Briten als das Team mit den schnellsten Autos. McLaren gewann drei der vergangenen vier Rennen.

Vettel will "abwarten und Druck machen"

Beim Thema Japan dreht aber vor allem Vettel so richtig auf. "Unser Auto scheint sehr wettbewerbsfähig zu sein und wir müssen jetzt einfach das Momentum auf unserer Seite nutzen, weiter Druck machen und abwarten, was passiert", sagte der Titelverteidiger nach seinem zweiten Saisonsieg im Nachtrennen in Singapur. Natürlich hat Vettel, der in den vergangenen drei Jahren zweimal in Japan gewonnen hat, 2010 noch in bester Erinnerung. Damals war der zweite Suzuka-Triumph Auftakt zu einer furiosen Aufholjagd, in der der Red-Bull-Star Alonso noch sensationell den Titel wegschnappte.

Im Vorjahr folgte dann die frühzeitige Titelverteidigung in Japan nach einem dritten Platz. "Ich wünschte, ich hätte 2011 gewonnen. Das war mein drittes Formel-1-Rennen auf meinem Lieblingskurs und es nervt mich immer noch ein bisschen, dass ich den Titel mit einem dritten Platz geholt habe", sagte der ehrgeizige Vettel.

Alonso bleibt indes cool. Der Vorsprung des Spaniers schmolz trotz zuletzt vier sieglosen Rennen nur langsam. "In Monza hat Lewis gewonnen und Sebastian ist rausgeflogen und in Singapur gewann Sebastian, während Lewis rausflog. Für mich ist das in Ordnung, wenn sie so weitermachen", befand Alonso, der seine schärfsten Konkurrenten neben dem noch sieglosen WM-Dritten Kimi Räikkönen (Lotus/149) auf Distanz hielt.

Sauber denkt weiter über Schumi nach

Mindestens genauso spannend wie das Titelrennen ist Schumachers Zukunft. Der 43-Jährige hat sich dazu noch nicht geäußert. Die österreichische Sauber-Vorstandschefin Monisha Kaltenborn bestätigte indes, über eine Verpflichtung des 91-maligen Grand-Prix-Gewinners nachzudenken. Nach wie vor ist der siebenfache Weltmeister das große Zugpferd der Formel 1. Doch immer mehr Experten legen Schumacher das endgültige Karriereende nahe.

"Schumi" selbst konzentriert sich derweil aber lieber auf das nächste Rennen. "Meine Motivation ist auch nach den Neuigkeiten von letzter Woche ungebrochen, besonders weil Suzuka für mich ein Highlight der Saison bedeutet", betonte der F1-Superstar. "Ich mag die Strecke. Sie hat Abschnitte, die dich als Fahrer herausfordern wie fast nirgendwo sonst." (APA, 3.10.2012)

Share if you care.