Telekom-Anklage: Broker wollte Kurs auf "natürliches Niveau" heben

3. Oktober 2012, 16:01
5 Postings

Broker: Wollte nur Manipulation Dritter "neutralisieren" - "Fraglich, ob überhaupt ein Schaden entstand"

Der Broker Johann Wanovits, der nach Ansicht der Staatsanwaltschaft Wien den früheren Telekom-Austria-Vorständen Heinz Sundt, Rudolf Fischer und Stefano Colombo dabei geholfen haben soll, den Kurs der Telekom-Aktie zum Schaden des Unternehmens zu manipulieren, kann bei sich kein schuldhaftes Verhalten erkennen. Es sei vielmehr so, dass jemand anderer den Kurs der Aktie nach unten manipuliert und er selbst durch den Ankauf von Aktien den Kurs nur "auf das natürliche Niveau gehoben" habe, rechtfertigt sich Wanovits in einer Aussendung seines Anwalts.

Rechtswidriger Angriff auf TA-Kurs vermutet

"Mein Mandant ging von einem rechtswidrigen Angriff auf den TA-Kurs nach unten aus", heißt es in der Mitteilung von Rechtsanwalt Rainer Rienmüller vom Mittwoch. "Er ist also davon ausgegangen, durch den Ankauf von Aktien Schaden sowohl von Mitarbeitern der Telekom Austria als auch der Telekom Austria selbst abzuwehren." Es habe nämlich "einen begründeten und dringenden Verdacht" gegeben, "dass jemand den Kurs der TA-Aktie im Zeitraum von 20.2.2004 bis 26.2.2004 bewusst nach unten gedrückt hat. Offensichtlich sollten die TA-Mitarbeiter nicht in den Genuss des Optionsprogramms kommen."

Keine "Provision"

Wanovits stört sich auch an der Bezeichnung "Provision" für die insgesamt 9 Mio. Euro, die rund 100 Telekom-Manager durch die Erreichung des - nach Darstellung der Staatsanwaltschaft durch die Aktivitäten von Wanovits herbeigeführten - Kursniveaus erhielten. Richtig sei vielmehr, dass die Mitarbeiter Aktionoptionen gehalten hätten, die ihnen die Telekom wie vorgesehen abgekauft habe. Es stelle sich sogar die Frage, "ob der Telekom Austria durch den Aktienkauf meines Mandanten überhaupt ein Schaden entstanden ist", so der Anwalt. (APA, 3.10.2012)

Share if you care.