Wechsel an Spitze von "Financial Times"-Herausgeber Pearson

3. Oktober 2012, 14:28

Scardino tritt zurück - John Fallon neuer Vorstandschef zum 1. Jänner

London - Wechsel an der Spitze des "Financial-Times"-Herausgebers Pearson: Die 65-jährige Marjorie Scardino tritt nach 16 Jahren in der Führung des Konzerns zurück. Neuer Vorstandschef wird zum 1. Januar John Fallon, wie der britische Medienkonzern am Mittwoch mitteilte. Der 50-Jährige leitete zuletzt die Bildungssparte, die rund ein Viertel des Pearson-Geschäfts ausmacht. Scardino sagte, es sei ein "Privileg, Teil von Pearsons 160-jähriger Geschichte gewesen zu sein".

Erfolgreiche Veränderung

Die Amerikanerin Scardino war im Januar 1997 als erste Frau zur Vorstandsvorsitzenden eines im Aktienindex FTSE 100 gelisteten Unternehmens ernannt worden. Sie machte Pearson zu einem der weltweit größten Verleger von Lehrbüchern. Verwaltungsratsvorsitzender Glen Moreno sagte: "Es war eine radikale, aber erfolgreiche Veränderung." Unter Scardinos Führung verdreifachte der Konzern seine Verkäufe und machte Rekordgewinne.

Spekulationen über einen möglichen Verkauf

Mit der Nachricht vom Chefwechsel wurden auch die Spekulationen über einen möglichen Verkauf der Financial Times Group wieder lauter, der neben der großen Wirtschaftszeitung auch zur Hälfte der "Economist" gehört. Fallon habe keine emotionale Bindung zu diesem Geschäft, während Scardino ein "großer Fan" gewesen sei, sagte etwa Branchenanalyst Ian Whittaker von Liberum Capital der Finanznachrichtenagentur Bloomberg. Oft zitiert wird ihre Äußerung, die "Financial Times" könne nur über ihre Leiche verkauft werden.

Fallon sagte Reportern am Mittwoch, die "Financial Times" sei ein "wertvoller Bestandteil" des Unternehmens. Erste Gerüchte über einen möglichen Verkauf an Bloomberg oder Thomson Reuters waren bereits im Februar aufgetaucht, damals aber zurückgewiesen worden. (APA, 3.10.2012)

Share if you care
Posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.