Wiens neue Öffi-Stimme spricht schon die Kukident-Werbung

3. Oktober 2012, 14:31
  • So sieht das Gesicht zur neuen Wiener Öffi-Stimme aus: Angela Schneider ist für 3.000 Durchsagen verantwortlich.
    foto: apa/herbert neubauer

    So sieht das Gesicht zur neuen Wiener Öffi-Stimme aus: Angela Schneider ist für 3.000 Durchsagen verantwortlich.

Schauspielerin Angela Schneider wird ab Dezember zu hören sein, die Ansage "Zug fährt ab" ist Geschichte

Wien - Angela Schneider ist die neue Stimme der Wiener Linien. Die 49-jährige freiberufliche Schauspielerin wird den Fahrgästen künftig sagen, wo's lang geht. "Ich will eine angenehme, sympathische Wegbegleiterin sein", erläuterte die gebürtige Wienerin im Rahmen einer Pressekonferenz ihre Mission. Ihre Stationsdurchsagen werden ab Dezember zu hören sein - zu Beginn allerdings nur vereinzelt. Bis alle Linien umgestellt sind, wird es nämlich bis Mitte nächsten Jahres dauern.

Schneider hatte sich in einem Online-Voting gegen eine ebenfalls weibliche Konkurrentin durchgesetzt: 66 Prozent der rund 21.000 Teilnehmer sprachen sich für die bis dato lediglich als "Stimme 1" bekannte Ansagerin aus. Die professionelle Sprecherin hat jahrelange Theatererfahrung und ist u.a. als professionelle Doku- und Werbesprecherin umtriebig. Sie habe etwa Spots für Kukident gemacht, verriet sie. Im Zuge ihres Einsatzes in Bus, Bim und U-Bahn soll jedenfalls eine Wiener Sprechmelodie erkennbar sein, setzte sich Schneider zum Ziel.

Rund 3.000 Durchsagen werden aufgenommen

Schneider selbst fahre sehr viel Öffis - vorrangig mit der Straßenbahn und durchaus mit beruflichem Mehrwert: "Ich habe meine letzten zwei Rollen zu 90 Prozent in der Bim gelernt." Sich künftig ständig selbst in den Verkehrsmitteln zu hören, werde am Anfang sicher komisch, aber auch lustig sein, war sie überzeugt. Rund 3.000 Durchsagen muss die Schauspielerin in den nächsten Wochen und Monaten im Tonstudio aufnehmen.

Die Entscheidung, die bisherige Wiener-Linien-Stimme Franz Kaida nach mehr als 40 Jahren durch eine Nachfolgerin zu ersetzen, ist Teil einer größer angelegten Klangerneuerung, mit der sich die Verkehrsbetriebe eine einheitliche akustische Identität schaffen wollen. Laut Geschäftsführer Eduard Winter wird u.a. auch die Art der Durchsagen überarbeitet. Sie sollen künftig vor allem kürzer ausfallen, um die Fahrgäste nicht permanent zu belästigen.

Neue Lautsprecheranlagen

Außerdem wird die Abfertigung des Zuges erneuert. Nicht nur die Signale beim Schließen der U-Bahn-Türen werden sich ändern, auch das "Zug fährt ab" wird der Klangreform zum Opfer fallen. Details werden noch erarbeitet.

Zudem will man alte Lautsprecher austauschen, um die akustische Qualität zu erhöhen. Als Kostenpunkt für das gesamte Projekt "Klangmarketing" nannte Winter einen Rahmen von ein bis 1,5 Mio. Euro. Finanzstadträtin Renate Brauner (SPÖ), in deren Ressort die Verkehrsbetriebe angesiedelt sind, zeigte sich heute ebenfalls in Jubelstimmung und ortete im bevorstehenden Stimmenwechsel gar einen "historischen Schritt". (APA, 3.10.2012)

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Ist zwar irgendwie schade, der Hr. Kaida ist natürlich Kult.

Aber die Dame hat, wie ich finde, eine sehr angenehme und weiche Stimme! Gute Wahl :)

heinz strunk

An die vielen, die hier rumsudern, dass die neue Stimme 1,5 Millionen kostet, so eine Frechheit, laber laber...

Lesen lernen!
Frau Schneider wird hier mitnichten zur Millionärin gemacht.

Der Großteil der Kosten wird von der neuen Hardware verursacht:
“ Zudem will man alte Lautsprecher austauschen, um die akustische Qualität zu erhöhen.“

Und das ist wirklich HÖCHSTE Eisenbahn, speziell bei den Außenlautsprechern (außer in der UBahn), die noch dazu während ungewöhnlicher Betriebssituationen zum Einsatz kommen, wo wichtig ist, dass man mitkriegt was los ist, versteht man nämlich überhaupt nichts.

Und auch im den Fahrzeugen ist es oft nur verständlich, wenn man *weiß*, was es heißen soll...
Touristen et al. sind im Moment nicht zu beneiden.

Touristen ohne Deutschkenntnisse fangen mit den Ansagen ohnehin wenig an. Wenn ich im Ausland bin, orientiere ich mich auch eher an Plänen und Anzeigen.

Ich verstehe auch nicht immer die jeweilige Landessprache, aber alleine die Stationsnamen sind recht hilfreich, sofern man sie rein akustisch versteht...

Na so schlecht ist Kaidas Aussprache auch nicht, dass man Schwedenplatz, Stephansplatz, Karlsplatz etc. nicht verstanden hätte.

Im Ausland ist mir die Ansage meist zu schnell gesprochen, so überhaupt eine vorhanden ist.

Na so gut ist sie aber ebenso nicht ;o)
Vor allem mit der Artikulation gibt es öfter Brösel, etwa wenn er auch nicht entscheiden kann, ob er die Endsilben der Zahlwörter ab 20 nun “-ich“ (korrekte Hochlautung, i.e. “Bühnendeutsch“) oder “-ig“ (Umgangssprache bzw. in Ö verbreitet) aussprechen soll.
Beispiel: Station Schottentor/Universität, wo er mitten drin wechselt - und auch noch die Endsilbe betont, brrrrr...

Was hat denn der Herr im Regelberuf bei den Wr. Linien gemacht? Stationsansagen aufsprechen, kann ja nicht fulltime über's Jahr sein, odeR?

Leiter des sicherheitstechnischen Dienstes.

Endlich

ein Profi.

(Ich hab bewusst nicht gesagt “eine Professionelle“ ...)

Diese Aufgabe wär doch was fürn Stronach.

"Karlsplatz, nich, umsteigen zu den Linien, nich ja, OU 2, ja, OU4,..."

Klangerneuerung

Klangerneuerung? Das Wort der Woche.

Ich bin für eine Initiative: "Wir wollen das von den U-Bahn-FahrerInnen gesprochene/genuschelte/gegrunzte/gepfurzte "suuuuuuuchfädaaaaa" u.ä. wieder zurück". - Das ist Wiener Kulturgut!

Hieß das nicht "Zappzarrapp"?

suuuuugfedapp!

Ich würd gern ihr
"Tschäänsch tuuu ärpord puss!"
hören

:D

Super Danke!

Ned schlecht!
Man sollts nicht glauben! :)

oje

nie wieder 1aaaaaaa
schade um dieses absolute Markenzeichen Wiens und der Verkehrsbetriebe ;)
naja, man wird sich schon gewöhnen an die Neue...

Kinderstimmen

toll wäre gewesen wenn die Haltestellen von Kindern angesagt worden wären.
Hätte ein Signal gegeben, dass die Stadt nicht nur für Kukident-Träger da ist...

Bitte keine kreischenden und quiekenden Kinderstimmen über krächzende Lautsprecher!

Übrigens sind die zeitungsmüllvermeidensollenden Kinderstimmen damals sehr schlecht angekommen.

alles nur das nicht

wer erinnert sich noch: "BITTÄÄÄH LASSÄÄÄN SIE IHRE ZÄÄÄÄÄHTUUUUNG NICHT IM U-BAHN-ZUG ZURÜÜÜCK!" kreisch kreisch

ahnungslosigkeit macht sich breit... ist doch gut. schöne stimme, professionell. aus.

... und wieder stirbt ein Wiener Original ...

... ich werde die »Best of Bim«-CD jedenfalls kaufen ... sofern es sie geben wird ...

Auf der Fanpage der Wiener Linien sind einige Kaida-Ansagen digitalisiert verfügbar und werden dort für die Nachwelt gespeichert bleiben.

http://www.fpdwl.at/forum/downloads

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