Verletzte bei Sturm auf kirgisisches Parlament

3. Oktober 2012, 14:39
  • Proteste in Bischkek ...
    vergrößern 500x361
    foto: ap/saralayev

    Proteste in Bischkek ...

  • ... die Demonstranten versuchen, in das Regierungsgebäude einzudringen ...
    foto: ap/saralayev

    ... die Demonstranten versuchen, in das Regierungsgebäude einzudringen ...

  • ... die Polizei schreitet ein.
    vergrößern 500x332
    foto: ap/voronin

    ... die Polizei schreitet ein.

Demonstranten forderten Verstaatlichung der größten Goldmine der Ex-Sowjetrepublik

Bischkek/Moskau - In Kirgisien hat die Opposition bei einer Demonstration die Verstaatlichung der größten Goldmine des Landes gefordert. Als einige der rund tausend Demonstranten am Mittwoch in der Hauptstadt Bischkek versuchten, in das Gebäude von Parlament und Regierung einzudringen, schritt die Polizei gewaltsam ein, wie ein AFP-Journalist berichtete. Zehn Demonstranten wurden verletzt, drei von ihnen erlitten Schussverletzungen. Der Bürgermeister verurteilte die Gewalt, sagte aber, die Situation sei unter Kontrolle.

Zu der Demonstration hatte der nationalistische Oppositionsführer Kamtschibek Taschiew aufgerufen, der die Verstaatlichung der Goldmine von Kumtor fordert. Das rund 350 Kilometer südöstlich von Bischkek gelegene Bergwerk wird vom kanadischen Konzern Centerra betrieben. 2011 erwirtschaftete die Mine nach eigenen Angaben 941,1 Millionen US-Dollar.

Der zentralasiatische Staat verfügt über bedeutende Goldvorkommen. Da die frühere Sowjetrepublik anders als die Nachbarländer Kasachstan und Usbekistan kaum Öl oder Gas hat, ist das Gold die wichtigste Ressource zur Entwicklung des Landes.

"Es ist nicht gerecht, dass 90 Prozent (der Einnahmen aus der Mine) an Ausländer gehen", sagte ein Oppositionspolitiker bei der Kundgebung am Mittwoch. Am 15. Oktober soll eine von der Opposition eingesetzte Untersuchungskommission zu der Mine ihre Ergebnisse bekanntgeben.

Anfang der Woche sprach sich Regierungschef Dschantoro Satybaldiew aber gegen eine Nationalisierung der Mine aus. Präsident Almasbek Atambajew warnte seinerseits, die Infragestellung der Einigung zu Kumtor würde "verheerende Folgen für Kirgisien" haben. (APA, 3.10.2012)

Kommentar posten
Posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.