Bundesheer-Gewerkschaft für Erhalt der Wehrpflicht

3. Oktober 2012, 14:08
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Kritik an Aussagen von Militärkommandanten - FSG-Gewerkschafter verlangt von der Politik Ehrlichkeit

Wien - Die Bundesheergewerkschaft hat am Mittwoch ihr Ja zur Wehrpflicht bekräftigt und den Verlauf der Diskussion kritisiert. Gewerkschaftsvorsitzender Wilhelm Waldner verwies in einer Aussendung darauf, dass sich die Gewerkschafter und Personalvertreter des Bundesheeres bereits in einer Resolution vom 2. Dezember 2010 überparteilich und einstimmig zur Wehrpflicht bekannt hätten. Dazu stehe man auch weiterhin, so Waldner.

Der FCG-Gewerkschafter kritisierte gleichzeitig den "skurrilen" Verlauf der Wehrpflicht-Debatte. Er sei verwundert über die Aussagen zweier Militärkommandanten, die sich öffentlich auf ein Berufsheer festgelegt haben. Denn der steirische Militärkommandant Heinz Zöllner sei bis vor kurzem als glühender Anhänger der Wehrpflicht bekannt gewesen. Sein Kärntner Kollege Walter Gitschthaler wiederum habe sich für eine "Radikalreform, die schmerzhaft sein wird für viele", ausgesprochen.

Waldner ortet Unmut bei Offizieren

Waldner prophezeite beiden Kommandanten den Unmut der vielen Offiziere, Unteroffiziere und Zivilbediensteten in den Militärkommanden. Denn die Pläne von Minister Norbert Darabos (SPÖ) würden bedeuten, dass die Militärkommanden künftig nur noch Verbindungsstellen mit deutlich weniger Personal wären. Außerdem gebe es Gerüchte, dass die Aussagen der Kommandanten "von Darabos oder von seinem Umfeld angeordnet wurden", so Waldner. Er gehe aber nicht davon aus, dass das tatsächlich der Fall sei.

FSG-Gewerkschafter fordert Ehrlichkeit

Auch der Vorsitzende der sozialdemokratischen Gewerkschafter im Bundesheer, Harald Schifferl, meldete sich zu Wort. Die Volksbefragung über die Wehrpflicht werde unabhängig von ihrem Ausgang Auswirkungen auf die Bundesheer-Bediensteten haben, er verlange hier Ehrlichkeit von der Politik. "Viele Beschäftigte werden unabhängig vom künftigen Wehrsystem nicht mehr ihre derzeitigen Arbeitsplätze vorfinden", so Schifferl. Zivilbedienstete würden meist abgebaut und Soldaten, die als lebenslange Kader nicht mehr benötigt würden, müssten durch solche ersetzt werden, die nur noch für kurze Zeit beim Bundesheer angestellte werden.

"Mit Bedauern stellen wir fest, dass die Diskussion zu einem künftigen österreichischen Wehrsystem sowohl dem Inhalt nach als auch in der Wortwahl eigenartige Formen angenommen hat", so Schifferl. Die Politik müsse deutlich machen, welche Auswirkungen Reformen für die Bediensteten hätten: "Die Politik muss jedenfalls ehrlich mit uns und den Bediensteten umgehen und klarstellen, was mit all jenen Bediensteten geschehen soll, die im künftigen Bundesheer nicht mehr benötigt werden." (APA, 3.10.2012)

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