Stronach bei Maischberger: "Erweckungsprediger" auf "niedrigem Level"

Presseschau |

Wie deutsche Medien den Talk im Ersten kommentieren

Wer Sonntagabend die ORF-Diskussionssendung "Im Zentrum" mit Frank Stronach sah, hat Dienstagabend im deutschen Fernsehen bei Sandra Maischberger keinen die Sendung dominierenden Milliardär erlebt. Doch so richtig in Gang kommen wollte die Diskussion mit Oskar Lafontaine ("Die Linke") und Thilo Sarrazin zum Thema "Euroland ist abgebrannt: Comeback der Nationen?" auch dort nicht. Die Runde schien dem Neo-Parteigründer fassungslos zuzuhören. Nur kurz sorgte Autor und Ex-Bundesbanker Sarrazin für Kopfschütteln mit seiner Wirtschaftstheorie nach Wetterphänomenen in Nord und Süd.

Wie kommentieren deutsche Medien den TV-Talk mit Stronach? derStandard.at/Etat hat sich umgesehen.

"Erweckungsprediger"

Joachim Riedl schreibt in der "Zeit" von einer "Erleuchtung bei Maischberger". "Erweckungsprediger" Stronach verkünde das "Evangelium nach Frank", doch die Talkshow im deutschen Fernsehen sei die "falsche Bühne" für den "aufbrausenden Lokalmatador". Stronach bleibe in der innerdeutschen Debatte "weitgehend außen vor". Weder Lafontaine noch Sarrazin wollten Stronach herausfordern, schreibt Riedl. >>> Zum Artikel

"Niedriger gedanklicher Level"

Neben Stronach hätte selbst Sarrazin harmlos gewirkt, schreibt Mathias Zschaler auf "Spiegel Online" und macht sich Gedanken, warum Stronach in den ARD-Talk geladen wurde: "Falls Frau Maischberger demonstrieren wollte, auf welch niedrigem gedanklichem Level sich jemand über die Euro-Krise auslassen kann, so ist ihr dies jedenfalls vollauf gelungen." >>> Zum Artikel

"Sarrazin ein Bube"

Ähnlich die Sicht der "Welt" auf Stronach. "Neben Österreichs Populisten ist Sarrazin ein Bube", titelt Ralf Dargent seine TV-Kritik. Er vermisst "Schärfe" und "präziseres Nachfragen" Maischbergers, um Stronach "noch wesentlich häufiger zu verunsichern". >>> Zum Artikel

"Nicht jeder Manager gehört in Politik"

In der "Bild"-Zeitung urteilt Jakob Wais: "Frank Stronach lieferte den Beweis, dass nicht jeder Manager in die Politik gehört." >>> Zum Artikel (Sabine Bürger, derStandard.at, 3.10.2012)

Share if you care