Keine Ausnahmen bei der Kastrationspflicht von Katzen

25. Jänner 2016, 15:49
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Anlässlich des Welttierschutztages am 4. Oktober machen VIER PFOTEN und das Tierheim PFOTENHILFE Lochen (OÖ) erneut auf das Leid der Streunerkatzen in Österreich aufmerksam. Sie fordern ein Ende der bestehenden Ausnahmen in der gesetzlichen Kastrationspflicht. Zu diesem Zweck hat VIER PFOTEN ein Online-Protest-Tool entwickelt, mit dem Bürger Gesundheitsminister Alois Stöger auffordern können, auch jene Landwirte in die Pflicht zu nehmen, die streunende Katzen in ihrer Umgebung durchfüttern (Link siehe unten).

Haben Katzen regelmäßigen Zugang ins Freie, so sind sie laut Gesetz (Zweite Tierhaltungsverordnung) von einem Tierarzt kastrieren zu lassen, sofern diese Tiere nicht zur kontrollierten Zucht verwendet werden oder in bäuerlicher Haltung leben. „Landwirte machen es sich oft leicht, indem sie angeben, dass eine Katze, die regelmäßig am Hof ist, nicht ihnen gehört. Sobald sie aber de facto am Hof lebt, sollte der Bauer nicht von der Pflicht zur Kastration ausgenommen sein.", so VIER PFOTEN-Geschäftsführer Helmut Dungler.

Nach wie vor werden viele junge Katzen aus landwirtschaftlicher Haltung nach der Geburt schlicht getötet, was natürlich gesetzlich verboten ist. Die überlebenden Tiere werden nicht kastriert - was laut Helmut Dungler ein Teufelskreis ist: „Sie vermehren sich weiter unkontrolliert, damit gehen die Tötungen in der nächsten Generation weiter."

Längst sind Streunerkatzen nicht nur in den südlichen Ländern, sondern auch in Österreich zu einem Problem geworden. Denn Katzen sind schon nach wenigen Monaten geschlechtsreif. Eine Katze kann pro Jahr zwei Mal mindestens je drei Kätzchen werfen, die sich ab etwa einem halben Jahr weitervermehren. Die Zahl der Nachkommen von nur einer Katze steigt so nach nur vier Jahren in die Tausende. Wenn sie nicht kastriert werden, erhöhen sich die Krankheitsrisiken vor allem der Streuner drastisch. Ironie des Schicksals: Obwohl Katzen in Österreich die beliebtesten Haustiere sind, vegetieren Tausende ihrer Artgenossen dahin, hungrig und meist krank.

Die PFOTENHILFE in Lochen ist mit diesem Problem nahezu täglich konfrontiert. Johanna Stadler, Geschäftsführerin der PFOTENHILFE Lochen, berichtet: „Vor allem zwischen März und Oktober werden uns unzählige Katzen gebracht, sehr viele davon sind Streuner und nicht kastriert. Die Tiere sind meist desorientiert, ausgehungert und verwurmt. Sie haben häufig Katzenschnupfen und andere Krankheiten."

Leider ist es vor allem auf dem Land immer noch üblich, Katzen nicht zu kastrieren. Viele Menschen fühlen sich nicht verantwortlich oder wollen die Kastrationskosten nicht übernehmen. Einige glauben auch, dass kastrierte Katzen weniger Mäuse fangen. Diese Annahme ist aber falsch. „Seine Katze nicht zu kastrieren, widerspricht nicht nur dem Gesetz, sondern ist auch Ursache unnötigen Tierleids", betont Johanna Stadler.

Informationsbroschüre von VIER PFOTEN, Gesundheitsministerium und Tierärztekammer

Kastrationen sind der einzig humane und nachhaltige Weg, die Überpopulation von streunenden Tieren in den Griff zu bekommen. Zur Information der Bevölkerung hat VIER PFOTEN bereits im Vorjahr gemeinsam mit dem Bundesministerium für Gesundheit und der Österreichischen Tierärztekammer eine Broschüre herausgebracht, die auf die unkontrollierte Vermehrung von Streunerkatzen und die Notwendigkeit der Geburtenkontrolle aufmerksam machen.
Sowohl VIER PFOTEN als auch die PFOTENHILFE Lochen appellieren an sämtliche Besitzer von Katzen mit Freilauf, diese kastrieren zu lassen und auch Bekannte über die Problematik von Streunerpopulationen zu informieren. „Lassen wir unsere Streunerkatzen nicht im Stich!", so das Motto der beiden Organisationen.

Link zur Broschüre: http://www.vier-pfoten.at/website/uploads/110930_streunerkatzen_AT.PDF

Link zum Online-Protest-Tool von VIER PFOTEN: www.vier-pfoten.at/streunerkatzen

Wer sich über die Arbeit der PFOTENHILFE Lochen genauer informieren möchte, kann gerne kommenden Samstag, den 6. Oktober 2012, zum Tag der offenen Tür ins Tierheim kommen.

Link zur Homepage der PFOTENHILFE Lochen: www.pfotenhilfe.at

 

  • Artikelbild
    foto: ap/kristin ramsdell
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