Chinas Wirtschaft bremst sich weiter ein

3. Oktober 2012, 10:10

In China bremst die konjunkturelle Abschwächung der Industrie den Dienstleistungssektor kräftig aus, die Investoren sind betrübt

Peking - Sorgen um die Wirtschaft Chinas und Europas haben am Mittwoch auf die Stimmung an den asiatischen Börsen gedrückt. Neue chinesische Wirtschaftsdaten untermauerten den Trend einer konjunkturellen Abkühlung in der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft. Die konjunkturelle Abschwächung der Industrie bremst nun auch den Dienstleistungssektor aus. Dies zeigt der am Mittwoch von der nationalen Statistikbehörde veröffentlichte Einkaufsmanagerindex für die Service-Branchen. Er fiel im September deutlich auf 53,7 Zähler von 56,3 im August. Werte ab 50 Punkten zeigen Wachstum an. Der Rückgang ist vor allem auf eine Abkühlung in den Bereichen Baudienstleistungen und Transport zurückzuführen. Ferner verzeichnete der Dienstleistungssektor insgesamt eine merkliche Eintrübung bei den Neuaufträgen.

In der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft schwächt sich das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts seit mehreren Quartalen kontinuierlich ab. Die Industrie erholte sich zuletzt allerdings etwas. Der entsprechende offizielle Einkaufsmanagerindex stieg im September auf 49,8 Punkte.

Hinzu kommt die Unsicherheit darüber, wann Spanien sich entschließen wird, unter den Euro-Rettungsschirm zu schlüpfen. "Es ist schwer optimistisch zu werden, wenn die Zahlen so schlecht sind, speziell in China ud der Euro-Zone", sagte Tony Nunan von Mitsubishi Corp.

Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans notierte 0,2 Prozent schwächer. In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 0,5 Prozent tiefer mit knapp 8747 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index gab ebenfalls 0,5 Prozent nach auf 727 Punkte. Zu den Verlierern zählten die Aktien von Nissan mit einem Minus von 2,2 Prozent, nachdem der Autobauer einen Absatzrückgang von gut einem Prozent in den USA im September mitgeteilt hatte. Der Toyota -Kurs zog dagegen um 0,4 Prozent an, obwohl der Verkaufseinbruch viel höher ausfiel. (APA/Reuters, 3.10.2012)

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7 Postings
china hat rohstoffe

das wird langfristig einen unterschied machen

Ich bin traurig, dass die Investoren betrübt sind

Das ist totaler Irrsinn!

47 Millionen Spanier plus ein paar Millionen Portugiesen und Griechen reissen die 1423 Millionen Chinesen mit in den Abgrund. Hat der chinesische Drache vielleicht tönerne Füsse? Wie sieht der Rettungsplan für China aus?
An dieser Stelle möchte ich daran erinnern, dass fast alle Pleitestaaten noch vor 10 Jahren als Musterschüler und nachahmenswerte Vorbilder gegolten haben (Irland, Island, Spanien, Portugal und ja auch Griechenland – alles "Hoffnungsmärkte"). Der kalte Schauer läuft einem da über den Rücken, wenn man sich an all das Lob für das chinesische Geschäftsmodell erinnert.

Die Beziehung mit Japan macht es schlimmer

Chinesen boykottieren jetzt japanische Autos und andere Produkte. Die zweitgroesste Wirtschaft China, und die drittgroesste Wirtschaft Japan sind jetzt in einer Beziehungseiszeit wegen des Streits ueber einige Felseninseln; das hat die Wirtschaft der beiden Laendern noch schlimmer gemacht; z.B. der Luftverkehr zwischen beiden Laendern sind um 50% reduziert.

china passt noch locker unter den esm,

dieser muss dazu nur auf 200 fantastrilliarden € "gehebelt" werden. und wenn das auch nichts nützt: da hilft nur noch...http://www.youtube.com/watch?v=2pAr1IMiP6A

Ein Geschäftsmodell freilich, welches unsere stretegischen Genies in charge nach Kräften beförderten.

Sehe ich ähnlich

In der aktuellen Aufstellung erachte ich das Erfolgsmodell China eher als Investment-Blase. Und das sage ich sicherlich nicht aus Frust über Europas Probleme, aber ich würde z.B. momentan nicht nach China gehen. Da versuche ich doch eher in der "alten Welt" mein Glück.

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