Ex-Festspiele-Sponsor Vilar aus Haft entlassen

3. Oktober 2012, 06:03

Der ehemalige Gönner der Salzburger Festspiele und der Wiener Staatsoper ist während des Berufungsverfahrens in den USA auf freiem Fuß

New York - Ex-Investmentmanager Alberto Vilar, der sich zuvor auch in Österreich als Kunstmäzen engagierte, wird freigelassen. Das entschied das zuständige Bundesberufungsgericht in New York. Vilar saß in den USA seit vier Jahren wegen Investorenbetrugs im Gefängnis.

Im Oktober vergangenen Jahres hatte Vilar gegen das Urteil berufen. Seine Anwälte forderten kurz danach seine Freilassung während des Berufungsverfahrens. Doch die Staatsanwaltschaft widersprach mit der Begründung, bei Vilar bestehe Fluchtgefahr. Das Berufungsgericht zeigte sich anderer Meinung.

Betrug an Investoren vorgeworfen

Vilar war im Jahr 2006 wegen Betrugs an Investoren verhaftet worden. Nach einem acht Wochen dauernden Prozess im Jahr 2007 wurde er von einer Jury in allen zwölf Anklagepunkten schuldig gesprochen und zu neun Jahren Haft verurteilt. Er sitzt seine Strafe in der Haftanstalt Fort Dix im Staat New Jersey ab. Das Berufungsgericht beauftragte den zuständigen Richter, die Bedingungen während des Berufungsverfahrens festzulegen. Das Verfahren selber könnte Monate in Anspruch nehmen.

Vilar war unter anderem Sponsor der Bayreuther und der Salzburger Festspiele sowie der Wiener Staatsoper, des Festivals Baden-Baden, der Metropolitan-Oper in New York und des Royal Opera House in London. Insgesamt soll er rund 225 Millionen Dollar (180 Millionen Euro) gespendet haben. Aus Dank dafür hatte der damalige Intendant der Wiener Staatsoper, Ioan Holender, vor der Urteilsverkündung einen Brief an Richter Richard Sullivan geschickt, im dem er auf die großen Verdienste Vilars um Österreich hinwies. (APA, 3.10.2012)

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10 Postings
Leistungsträger, Bankster, Politiker.

Wieviel haben wohl bis jetzt unsere supersauber zu Wohlstand gekommenen "Neonetworker" gespendet - außer für sich selbst wohlgemerkt!

APA Stilblüten, Teil 3426: "... der am Donnerstag sein 72. Lebensjahr beendet,.."

den muss sein schlechtes gewissen ordentlich plagen, wenn er so viel spendet

und das ist gut so.

Aus Dank für seine großzügigen Spenden hatte der damalige Intendant der Wiener Staatsoper, Ioan Holender, vor der Urteilsverkündung einen Brief an Richter Richard Sullivan geschickt, im dem er auf die großen Verdienste Vilars um Österreich hinwies

+1
Eine Peinlichkeit mehr um mich meines Landes zu genieren

Aus Dank für seine großzügigen Spenden hatte der damalige Intendant der Wiener Staatsoper, Ioan Holender, vor der Urteilsverkündung einen Brief an Richter Richard Sullivan geschickt, im dem er auf die großen Verdienste Vilars um Österreich hinwies.

Vilar sitzt deshalb fünf Jahre länger und die US-Behörden fahnden nun nach einem Komplizen namens 'John Hollander'.

Als Laie frag ich: 2007 verurteilt, und mitten in der Haftstrafe, nach 4 Jahren Gefängnis wird Berufung eingelegt? (Oder ist das eine Art Wiederaufnahme?)

Aus Dank für seine großzügigen Spenden hatte der damalige Intendant der Wiener Staatsoper, Ioan Holender, vor der Urteilsverkündung einen Brief an Richter Richard Sullivan geschickt, im dem er auf die großen Verdienste Vilars um Österreich hinwies.

liab

Aus Dank für seine großzügigen Spenden hatte der damalige Intendant der Wiener Staatsoper, Ioan Holender, vor der Urteilsverkündung einen Brief an Richter Richard Sullivan geschickt, im dem er auf die großen Verdienste Vilars um Österreich hinwies ..

Und das mit gestohlenem Geld, wohlgemerkt. Da kann Holender froh sein, wenn Richter Sullivan das Geld nicht mit Zinsen zurückverlangt.

ich glaub, das ist sogar der plan...

Und hätte Holender den Brief nicht geschrieben, wer weiß, vielleicht hätte man die Spenden übersehen.

Andrerseits lese ich eben, dass es um 5 Millionen Dollar geht, die Vilar veruntreut haben soll. Und angeblich ist der aber x-facher Millionär, wenn nicht Milliardär. Warum sollte der Geld veruntreuen bzw. wenn mans dem Opfer wiedergeben will, reichts ja wohl, wenn man dem seine Villa verkauft und nicht seine Geschäfte rückabwickelt.

Im Internet fand ich auch nichts Näheres.

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