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Wie viele Staubsauger braucht der Mensch?
Pro: Teppich des Grauens
Von Verena Kainrath
Das grüne Saugmonster ist nicht umzubringen. Die dritte Generation quält sich nunmehr mit dem unförmigen Ding, das sein Leben nicht aushauchen will. Ein Staubsaugervertreter hat es der Oma vor Jahrzehnten aufgeschwatzt, erzählen schaudernd die Familienannalen. Zum überzogenen Preis. Widerstand war zweckslos. Die Nummer mit den Milben zog rein wie Zucker. Versuche, das hustende Ungetüm heimlich zu entsorgen und auf sportliche Flitzer umzusatteln, scheiterten. Der Sauger muss bleiben, entschied die Mutter. Als Mahnmal gegen Haustürgeschäfte. Und weil es Ersatzteile gibt bis in alle Ewigkeit. Junge Vertreterfritzen wagen weiterhin ihr Glück. Sie widmen sich hingebungsvoll dem extra für sie bereitgehaltenen Wollteppich des Grauens, in den der Kater ungezählte Male reinpinkelte. Spielen den Entertainer ebenso glanzvoll wie den Gesundheitsberater und Ingenieur. Bis der steinalte Sauger die Bühne betritt. Tränen der Ehrfurcht auf unseren Wangen. Gemeinsam schicken wir eine Hausstaubmilbe in die ewigen Jagdgründe.
Kontra: Habt Mitleid
Von Julia Herrnböck
Hinter dem unbekannten Türklingeln lauert das Böse. Immer. Oder haben Sie jemals einen Latin-Lover, einen Blumenstrauß oder einen Koffer voller Bargeld vorgefunden, wenn Sie sich dem impertinenten Dauersummen gebeugt haben und zur Tür geschlurft sind? Eben. Glück im Unglück, wer das Rekrutierungskommando vom Stamm Jehovas vorfindet - mit denen lässt sich wenigstens so lange über Sinn und Unsinn ihres Besuchs streiten, bis sie fluchend und bibelwerfend von dannen ziehen. Mit großer Wahrscheinlichkeit stehen Sie aber einem finster dreinblickenden Rundfunkgebühren-Eintreiber gegenüber. Auch anhand dieser Spezies lässt sich der Alltagsfrust entsprechend kanalisieren; etwa, indem man triumphierend die Gesetzespassage zitiert, die dem Söldner verbietet, die Wohnung nach einem Fernsehgerät zu durchforsten. Im Keller dieser Nahrungskette grundeln jedoch die Staubsaugervertreter, denen nicht einmal der größte Misanthrop die Tür vor der Nase zuschlagen kann. Aber: Wie viele Staubsauger braucht der Mensch? (Rondo, DER STANDARD, 5.10.2012)
Die Suche in Taschentiefen oder Zimmerfluchten ersparen oder Understatement mit einem einzigen Klingelton
So ein charakterstarker Sattelschutz gibt uns den allerschönsten Schliff im Meer des seriösen Gleichklangs - Oder: der Schoner steht dem Wesen des Radfahrens entgegen
Die dumme Augustine trug sie und wurde umjubelt, aber der Modetrend gilt als Gegenteil von Freiheit
Maunchmoi is scho vü gscheida, ma bleibt bei dem wos ma dalernt hot oder Hochsprache ist Facebook-Sprache
Die gedruckte Zeitung darf nicht sterben - oder: Wenn gedruckte Gedanken zu Wischdiensten abkommandiert werden, sterben sie einen feuchten Tod
Einen Goldfisch damit nach Hause transportieren oder Liebe geht durch den Magen
Ein Zeichen einer erwarteten Gemütlichkeit oder so graziös wie Bambi auf dem zugefrorenen Teich
Ein gerade unübertreffliches Glücksrezept oder logistischer Stress durch neumodisches Brauchtum?
Weshalb das viel gepriesene "Runner's High" in der Stadt mitunter auf sich warten lässt und das duch-die-Stadt-joggen eine Sightseeing-Tour ersparen kann
"Damit sich nicht wieder irgendein Armleuchter in den Luster hängt" oder "Fröhlichkeit ganz ohne Alkohol ist immer etwas gezwungen"
Seine Entscheidung - "eine oda auße?" - jederzeit staufrei revidieren oder es ist nicht der Mensch, der den Rhythmus vorgibt
Her mit der heißen Ware, oder sind erotische Geschenke einfach nur peinlich?
"Welcher Superstar wird dich heiraten?" oder Danke, wir wollten es echt nicht so genau wissen
Wer die Lure aus dem Stockwerksautomaten am Platz genießt, versäumt nichts Spannendes - oder die Sitten im Büro sind immer nur so rau wie das Leben auf der Straße
"Das WC ist nicht Rückzugsraum, sondern reine Bedürfnisanstalt" oder: "Undenkbar, dieses Elend den Blicken einer weiblichen Laufkundschaft preiszugeben"
Heißer Tee, Suppe oder auch Punsch oder die Eismischerzunft soll endlich auf den Klimawandel reagieren
Rockgott versus Gott der Allmächtige - zumindest wenn es um die Frage nach hell oder dunkel geht
"Mindestens haltbar bis ..." - "Best before" ist schlicht irreführend übersetzt oder ein farbenprächtiger Abdruck einer Fontäne an der Toilettenwand
Weshalb der Alltag der KollegInnen schon interessant ist und portionierte Grußbekanntschaften einem weißen Wal das Leben schwer machen
In der Leichtigkeit muss man das Üppige wählen oder der Schaum, ein Traum
Gluck, gluck, und runter damit oder rot steht für Wärme, Leidenschaft und große Gefühle
Wer nicht mit Kanonen auf Brösel schießt, greift zum Bartwisch und dessen Zwilling, dem Schauferl oder ihr Traditionsritter von der traurigen Gestalt
"Du, in meinem Zelt ist eh Platz für zwei!" oder eine Mischung aus Schweiß und Uringeruch
Man kann sich, muss sich aber nicht festlich kleiden oder das Wohnzimmer ist und bleibt eine pinguinfreie Zone!
Wir haben gar keinen Staubsauger daheim. Als der Letzte das Zeitliche gesegnet hat, hat meine Mutter wieder auf den guten alten Besen umgestellt.
Trotzdem hätte ich gern einen Dyson, nur damit ich meinen Freunden mit den technischen Eigenheiten auf die Nerven gehen kann.
Ich kannte mal einen. Er war ein Charmebolzen, seiner Ausstrahlung wegen dürften ihn viele in die Wohnung gelassen haben und dann führte er ihnen unbarmherzig den Dreck in ihrer Wohnung vor, zeigte ihnen zB, was er alles aus dem Sofa saugte und führte die potenzielle Käuferin sanft dorthin, dass sie sich vor ihm ihres Drecks wegen (den es in jeder Wohnung gibt) schämte, eines Drecks, den man mit seinem Sauger ganz leicht loswerden konnte, und mit dem Sauger das Image, ein Dreckfink zu sein.
es saugt und bläst der heinzelmann, wo mutti sonst nur saugen kann:
http://www.youtube.com/watch?v=aksjhtIhfqg
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