Flächeneffizienz als Maß aller Dinge

2. Oktober 2012, 19:12
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Heuer zeichnet sich am Wiener Büromarkt eine Vermietungsleistung von 230.000 m² ab, weiterhin ist aber die Flächenoptimierung Hauptmotiv für eine Neuanmietung

Der in letzter Zeit oft totgesagte Wiener Büroimmobilienmarkt lebt, aber er lebt hauptsächlich von der Nachfrage nach effiziente(re)n Flächen. Die Vermietungsleistung liegt laut dem aktuellen Büromarktbericht von Otto Immobilien um fünf Prozent über Vorjahr, nämlich bei 230.000 Quadratmetern. Eine Expansion oder eine Neuansiedlung eines Unternehmens ist aber eben nur selten Hintergrund für eine Neuvermietung, es gehe nach wie vor hauptsächlich um Flächenoptimierung und Standortkonsolidierung, berichtete Martina Paukner, Investment- und Researchspezialistin von Otto Immobilien, bei der Präsentation des Berichts am Dienstag.

Waage außer Balance

An Neuflächen kommen heuer rund 200.000 m² auf den Markt; ein Wert, der um zehn Prozent unter dem Durchschnitt der letzten Dekade liegt. Die "Otto Immobilienwaage", die das Verhältnis von Neuflächen-Angebot zu Nachfrage anzeigt, ist damit heuer aber wieder etwas ausbalancierter als im Vorjahr (Angebot 180.000 m², Nachfrage 220.000 m²). Im nächsten Jahr sollen allerdings nach derzeitigem Stand nur noch 160.000 Quadratmeter neu auf den Markt kommen, wodurch die Waage, sofern sich die Nachfragesituation ähnlich wie heuer gestaltet, 2013 wieder etwas mehr Schräglage aufweisen wird.

Der gesamte Bestand an Wiener Büroflächen beträgt rund 10,6 Millionen Quadratmeter. Die Spitzenmiete liegt bei 24,50 Euro pro Quadratmeter, hierbei handle es sich aber nur um "eine Handvoll" erstklassiger Objekte in Top-Innenstadtlage, wie Alexander Fenzl, Leiter des Büromakler-Teams von Otto Immobilien, erklärte. Einzelne leichte Ausreißer nach oben, in Richtung 26 oder 27 Euro, gebe es auch schon jetzt.

Leerstand steigt, ...

Im Durchschnitt liegt die Wiener Büromiete bei 12,10 Euro, wobei allfällige "Incentives" - beispielsweise die Gewährung eines mietfreien Monats pro Jahr - noch nicht berücksichtigt seien. Die Leerstandsrate liegt derzeit bei 6,5 Prozent. Weil bei den vielen kostenbedingten Umzügen am neuen Standort meist wesentlich weniger Fläche benötigt wird als am alten Standort, erwarten die Otto-Experten hier durchaus noch einen leichten Anstieg bis zum Jahresende.

Für die größten Miet-Deals waren heuer bisher die Raiffeisen Leasing im "space2move" (12.000 m²) und Thales im "Rivergate" (10.000 m²) verantwortlich. Nennenswerte Anmietungen waren außerdem die MA 67 im "Optimum" (9.000 m²), Card Complete in der Lassallestraße 3 und Schönherr Rechtsanwälte am Schottenring 19 (jeweils rund 6.000 m²).

... Investments auch

Auch am gesamtösterreichischen Immobilien-Investmentmarkt gibt es eine "spürbar gestiegene Aktivität", für heuer wird ein Volumen von rund 1,6 Milliarden Euro erwartet. Das wäre ein Plus von etwa 100 Millionen Euro gegenüber 2011.

Käufer sind derzeit fast ausschließlich österreichische Investoren, "für die kommenden Monate gibt es aber durchaus Anzeichen für Transaktionen mit internationaler Beteiligung", so Paukner. Die Spitzenrendite für Top-Objekte im Wiener Zentrum und an den wichtigsten Achsen liegt stabil bei 5,25 Prozent. (map, derStandard.at, 2.10.2012)

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