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Es mag unpopulär sein, gegen die intensive Regulierung der Banken Position einzunehmen. Doch in letzter Zeit ist diesbezüglich eine Lawine losgetreten worden, die viel niederreißen könnte, ohne dass die Probleme gelöst werden. Dabei wären gerade in den komplexen Fragen der Finanzwirtschaft mehr Prinzipien und weniger Detailregelungen sinnvoll. Es ist ja nicht einzusehen, warum jedes Unternehmen bei Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung in die Insolvenz geht, während bei den Geldinstituten unter dem Deckmantel der Systemrelevanz Eckpfeiler der Marktwirtschaft gekippt werden.
Nun hat eine Expertengruppe rund um den finnischen Notenbankchef Erkki Liikanen vorgeschlagen, das Investmentbanking vom restlichen Geldgeschäft zu trennen. Hintergrund der Idee: Die Risiken, die von Wertpapierhandel, Hedgefonds-Geschäften oder Unternehmensbeteiligungen ausgehen, sollen nicht mit den klassischen Einlagen und Krediten vermengt werden. Allerdings ist das Bankgeschäft nicht so leicht in riskant und klassisch zu unterteilen, und schon gar nicht in Gut oder Böse.
Dazu kommt, dass die Umsetzung derartiger Ideen an Komplexität kaum zu überbieten ist. Mit statistischen Algorithmen wird versucht, Risiko und Kapitaldeckung abzubilden. Die neuen US-Bestimmungen für die Abtrennung riskanter Geschäfte (Dodd Frank Act) umfassen samt Ausführungsregelungen 30.000 Seiten. Auch die Basel-III-Vorschriften sind trotz richtiger Ansätze unüberschaubar, ihre Auswirkungen unklar. Während sich die Banken Heerscharen an gut bezahlten Anwälten und anderen Experten leisten können, um die Auflagen auszuhebeln, sind die Aufseher unterbezahlt und -besetzt.
Würden hingegen Aktionäre, Gläubiger und - über nachträgliche Boni-Rückzahlungn - auch die Manager der Geldinstitute bei einem Bank-Crash zur Kasse gebeten, wäre dies ein echter Anreiz, Risiken im Zaum zu halten. Auch eine Art Selbstbehalt für Sparer wäre überlegenswert, um lenkend einzugreifen. Ein Blick auf die Eigenkapitalquote "seiner" Bank ist auch dem einfachen Bürger zumutbar.
Wirklich konkrete Aktionen in diese Richtung sind freilich kaum zu erkennen. So wurden Abwicklungsinstrumente für Geldinstitute im Konzept der vielbeschworenen EU-Bankenunion wieder eliminiert. Stattdessen werden immer neue Detailregeln mit noch mehr Umgehungsmöglichkeiten als Ersatzdroge verschrieben. (Andreas Schnauder, DER STANDARD, 3.10.2012)
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ausserdem erinner ich nur an den plötzlichen bilanzschwenk, den die EÖ im Herbst 2011 gemacht hat, von plus zu minus, über das Wochenende.
Dh es genügt nicht nur das eigenkapital zu kennen, sondern auch die verbindlichkeiten, und deren fristigkeiten, und die bonität der kreditnehmer, und man sollte auch alle options-, und derivat-anlagen durchgerechnet haben, und schauen ob es nicht zirkel-anlagen-gibt die veilleicht gar doppelt gezählt werden.
Trennen ! Doch dem Bürger bleibt Vorbehalten lediglich zu Bezahlen ! Eine Frage für den Souverän ?
Mitnichten ! Gigantisch Komplex ! Viiiel zu Schwerwiegend in der Auswirkung auf das Construct.
So also ist die Bevölkerung zwar in der Lage zu Entscheiden wie lange die Untergrundbahn fährt,zu wichtigen Richtungsentscheidungen ist sie nicht Eingeladen! So weit kähm`es Noch !
Bürgerbefragung ?!
Das unvoreingenommene Gremium, bestehend aus dem Ex-Vorstandschef der KBC, einigen Glaskugelguckern aus dem Stall von Lloyds und der geschiedene Chef der Risikoanalysten der DB durften das allein im Stillen Kämmerlein einfach Beschliessen !
Dieses Papier ist ebensoviel Wert wie sämtliche von der "Elite" bisher gebrochenen Verträge ! ^^
Es geht ja gerade darum, möglichst große Unüberschaubarkeit herzustellen. Unübersichtlichkeit ist ein Herrschaftsinstrument erster Ordnung - und schafft Arbeitsplätze, welche zwar außer denen, die sie vergeben und jenen die sie innheaben, keiner braucht - aber immerhin.
ich verstehe sowieso nicht, warum verurteilte manager bzw. manager, die schwere fehler machen, gehälter, abfindungen und boni in unvorstellbaren höhen erhalten. aber dieses thema ist nicht nur auf banken einzugrenzen.
des weiteren ist es auch interessant, dass meist diejenigen, die wirklich für den erfolg des geschäftes sorgen, daran nicht partizipieren. es ist schon ok, dass der chef einer firma aufgrund seines risikos und als "rendite" seines (finanziellen) einsatzes viel verdient, aber auch die angestellten sollten von dem gewinn profitieren. das passiert aber kaum. nur wenn es der firma schlecht geht, merken es die arbeiter und angestellten schnell - durch stellenabbau.
Der schlägt unter vielem anderen vor, dass
a) das Management Boni in Form von Bail-In Kapital bkommen soll, i.e. Kapital, das bei Unterschreiten der Mindesteigenmittelerfordernisse in Aktien gedreht wird, i.e. vor anderen Gläubigern und v.a. dem Steuerzahlen haftet.
b) Management bei Vergehen u.a. mit lebenslangem Berufsverbot blegt werden soll
Eine Bank soll dafür zuständig sein, Kredite zu vergeben und Sparguthaben aufzubewahren, und dazu ein paar Services wie Girokontenverwaltung, Überweisungen, Bankomat, Schließfächer etc. Mehr soll eine Bank nicht können und auch nicht dürfen. Dafür werden die Einlagen staatlich gesichert.
Investmentbanken können den ganzen Spekulationsfirlefanz, den ich nicht verstehe, aufführen. Mit schärferen Regeln als bisher, vielleicht Transaktionssteuern. Sie sollen gnadenlos pleite gehen können und auch die Kunden sollen ihre Wetteinsätze verlieren können.
Wo z.B. hört das Absichern von Zinsrisken, die im Einlagen- und Kreditgeschäft entstehen auf und wo beginnt das Spekulieren af eine zukünftige Zinsentwicklung. Deto bei Währungsrisken. Das geht heute alles über Derivate.
Auch das amerikanische Trennbankensystem war längstens durch Töchter in London unterlaufen, als es aufgeben wurde
wäre es nicht noch besser wenn auch die investmentbanken ihren spekulationsfirlefanz nicht durchführen dürften? ich weiß, das ist unrealistisch, aber es würde viele probleme (spekulation mit lebensmitteln um nur ein beispiel zu nennen) lösen.
Es gibt -immer noch- die regel, dass der marktzugang für alle marktteilnehmer gleich sein muss.
Das wird seit immer unterwandert und nicht eingehalten.
Mit zunehmender komplexität im finanzwesen ist klar: information ist alles - uninformierte gehen baden.
Wie zb kann ein einfacher aktionär das risiko einer bankaktie richtig einschätzen - gar nicht.
Konsequenter weise sind finanzanlagen zur geheimwissenschaft der informierten verkommen - der wertzuwachs an industrie und wirtschaft bleibt somit ein paar wenigen. Die übrigen dürfen aber für diesen wertzuwachs ordentlich was hackeln.
Reduzieren wir die banken endlich wieder auf das, was sie wirklich sein sollten: diener für unser aller leben - jedenfalls nicht beherrscher !!
siehe dazu meinen Blog "Der Hund, das Frisbee und Bankenregulierung" unter http://kurtbayer.wordpress.com
Wie in dieser ideologischen Auseinandersetzung die Worte uminterpretiert werden!
Jetzt wird sogar ein Regulierungsversuch (einer Monsterkrise, also einer ökonomischen, gesellschaftlichen & politischen Krankheit) als Droge bezeichnet.
Das entspricht beim Alkoholiker nicht den Alkohol, sondern die Regel, dass er nichts mehr saufen darf, als Droge zu bezeichnen.
Es stimmt schon, jede Krise ist auch eine sprachliche Krise.
nd nicht nur Gläubiger - die gar keinen Einfluß nehmen können auf die Geschäfte und Aktionäre - die sehr wenig Einfluß nehmen können. Wenn ich kein Mehrheitsaktionär bin kann ich gerade mal gegen den aktuellen Vorstand wählen, wenn der trotzdem gewählt wird kann ich gar nix machen. Außerdem haftet mal als Aktionär eh schon mit seiner Einlage und die großen Proiteure der Bankengewinne waren in den Boomjahren nie die Aktionäre deren Dividenen kaum den Ertrag eines Sparbuchs überschritten haben während Manager ohne unternehmerisches Risiko sich gesund gestossen haben.
Insgesamt ein sehr tendenziöser Kommentar, vor allem die Idee das Sparer !! auch noch in die Verantwortung genommen werden sollen ist grenzwertig..
Was Schnauders Modell nämlch voraussetzt ist sehr viel Information. Nun, wie wahrscheinlich ist es denn das man als Sparer mit einem Guthaben von 10.000 € am Sparbuch oder als Lieferant einer Bank Informationen über deren Bestand an toxischen Papieren und risikoreichen Krediten erhält???
mit den desaströsen und existenzbedrohenenden Konsequenzen die wir jetzt erleben. Darauf kann jetzt ruhig einmal eine Phase der exZessiven Bankenregulierung folgen, die vieleicht das Kind teilweise mit dem Wasser ausschüttet. Lieber zu viel reguliert als den Banken weiterhin die allesvernichtende Massenzerstörungswaffe des 'too big to fail' überlassen deren erpresserischer Einsatz uns nun auf den Untergang zutreiben lässt! Die bisher allmächtige Bankenlobby muß auf jeden Fall nachhaltig gebrochen werden, und das europaweit!
die ausgeschütteten Kinder werden, dann plötzlich keine Kredite mehr ergeben können, weil
a) die Eigemittelanforderungen immer weiter steigen und keiner Bankaktien haben will bzw. Sparkassen und Genossenschaftsbanken aufgrund ihrer Rechtsform außer einbehaltener Gewinne kein Eigenkapital aufstellen können
b) mit Bankensteuer, Kosten für höhere Liquiditätspuffer etc. die Gewinne kleiner werden und
c) aufgrund der daruf eintretenden Rezession die Kreditausfälle auch noch größer werden.
Die neuen Regeln sollten einfach, streng und treffend sein.
Das Trennbankensystem ist gar nichts davon, wenn spanische Sparkassen mit Immobilienkrediten den Staat in den Bankrott treiben.
"In den USA ist es nun hochumstritten, was zum Eigenhandel zählt und inwieweit Banken im Auftrag für Kunden auch Wertpapiere auf Vorrat kaufen. Die Liikanen-Gruppe will dieses Abgrenzungsproblem umgehen, indem sie sowohl den Eigenhandel als auch den Wertpapierhandel für Kunden der Handelssparte zuschlägt, die separat von der übrigen Bank kapitalisiert werden soll."
http://www.ftd.de/politik/k... 98894.html
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