Kämpferischer AUA-Betriebsrat siegt

Langstrecken-Kapitän Karl Minhard gewinnt Wahl vor Tyrolean-Crew

Wien - Erstmals nach dem Betriebsübergang von der AUA zur Tyrolean, wurde ein neuer Bord-Betriebsrat gewählt. Doch viel hat sich nicht geändert: Der kämpferische AUA-Betriebsrat, Langstrecken-Kapitän Karl Minhard, der bisher die AUA-Crew vertrat, bekam auf Anhieb neun von 18 Mandaten. Seine Liste OneBoard erzielte 1242 von 2526 abgegebenen Stimmen. Dahinter mit sieben Mandaten der frühere Tyrolean-Betriebsratschef Thomas Blaska mit der Liste come2gether (911 Stimmen).

Die Liste All For One (ehemalige Lauda-Air-Mitarbeiter) kam mit 257 Stimmen auf zwei Mandate. Für einige doch überraschend: Gewerkschafter und von der AUA gekündigter Kopilot Wolfgang Hable, der auf der Liste von Alexander Kohler (Kopilot Mittelstrecke) unter dem Namen Juniors, Copilots & Friends kandidiertem, ging leer aus (109 Stimmen).

Für die AUA-Führung heißt das, dass sie nach wie vor mit jenen Mann zu tun haben, der den Betriebsübergang auf die billigere produzierende Tyrolean mit allen rechtlichen Mitteln bekämpft hat - und davon auch nicht abweichen wird.

Die Unternehmensführung hat Karl Minhard als interimistischen Betriebsrat seit dem Sommer nicht anerkannt, weil für sie Tyrolean die aufnehmende Gesellschaft war. In diesem Vakuum bis zur jetzigen Neuwahl wurde Hable von der AUA zunächst das Upgrade zum Kapitän verweigert und später gekündigt. Die Sache ist gerichtsanhängig.

Minhard (46), seit 25 Jahren bei der AUA, will als Betriebsrat "die gesamte AUA-Gruppe auf eine breite Basis stellen und versuchen mit allen einen Konsens zu erreichen", wie er zum Standard sagte. (Claudia Ruff, DER STANDARD, 3.10.2012)

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