Wiener sollen über Gelände rund um Eislaufverein entscheiden

2. Oktober 2012, 18:28
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Ob das Hotel Intercont im Zuge der Neugestaltung der Areals rund um den Wiener Eislaufverein bestehen bleibt, steht nicht nicht fest. Derzeit sind die Bürger am Wort und können ihre Anregungen und Befürchtungen in den Planungsprozess einbringen.

Wien - Die ältere Dame fürchtet vor allem um den Blick, den sie von ihrer Wohnung am Heumarkt auf den Eislaufverein und den Beethovenplatz hat. Eine andere Anrainerin findet, dass es ohnehin hoch an der Zeit war, dass sich auf dem 15.400 Quadratmeter großen Areal, dass das Hotel Intercont, den Eislaufverein und das Konzerthaus umfasst, endlich etwas tut.

Darüber, wie das Areal architektonisch neu gestaltet und genutzt werden soll, können die Bürger nun mitreden. Im Foyer des Berio-Saales im Konzerthaus sammeln die Stadtpychologin Cornelia Ehmayer und ihr Team noch bis Sonntag jeden Tag zwischen 9.00 und 21.00 Uhr die Wünsche, Ideen und Befürchtungen der Anrainer, die danach in die Planung einfließen werden. Den stadtplanerischen Prozess hat die Stadt im Sommer gestartet und breit angelegt, damit am Ende ein tragfähiger Konsens für die unterschiedlichen Interessen steht.

Konzepterarbeitung

Drei Planungsteams, die aus je zwei Architekturbüros und einem Architekturprofessor bestehen, erarbeiten seit Juli mögliche Konzepte für die Gestaltung des Areals unter Einbeziehung aller Beteiligten, von Experten, Icomos, dem Bezirk und dem Denkmalamt. Die Teams tauschen einander laufend aus und sollen bis zum Jahresende einen Konzept vorlegen.

Für den Investor Michael Tojner, der das Hotel Intercontinental im Vorjahr gekauft hat und auch die Mehrheitsanteile an der Besitzergesellschaft des Eislaufvereins hält, sollen "Musik und Sport" im Zentrum stehen, wie er im Standard-Interview erläutert hatte.

Eines steht jedenfalls bereits fest: Die 6000 Quadratmeter große Eisfläche des Wiener Eislaufvereins soll in ihrer derzeitigen Größe erhalten bleiben und der Eislaufverein einen Pachtvertrag auf 99 Jahre bekommen, wie Daniela Enzi, die Geschäftsführerin der EG-Wertinvest, betont.

Mit oder ohne Intercont

Offen ist hingegen, ob das Intercont saniert oder doch abgerissen wird - die Bausubstanz würde nach Informationen des Standard jedenfalls keinen Abriss erfordern. Trotzdem spielen die Planungsteams beide Varianten durch. Ob alt oder neu - ein Hotel soll an dem Platz aber auf jeden Fall stehen.

Für Bernhard Kerres sollte das Areal ein "Platz werden, der dieser Stadt würdig ist". Der Intendant des Konzerthauses wünscht sich wieder einen Durchgang von der Lothringerstraße zum Heumarkt und denkt an Freiluftkonzerte während des Sommers. "Ein Veranstaltungszentrum mit 1200 Sitzplätzen, das von uns, dem Hotel und dem Eislaufverein genutzt werden kann", steht ebenso auf seiner Wunschliste wie eine Orchesterproberaum.

Überhaupt, findet Kerres, sollte man nicht in zu engen Grenzen denken. Deshalb plädiert er auch dafür, dass die Lothringerstraße kein Bundesstraße mehr sein soll, sondern vor allem für Fußgänger attraktiv wird. "Unsere Eintrittskarten sind auch Fahrscheine, wir wollen dass unsere Besucher mit den Öffis oder zu Fuß kommen." (Bettina Fernsebner-Kokert, DER STANDARD, 2.10.2012)

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    Wie das Gelände rund um den Eislaufverein künftig aussehen soll, wird gerade erarbeitet. Baubeginn soll 2014 sein.

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