Regierung verspricht Strafe für Polizisten nach Vergewaltigung

2. Oktober 2012, 17:54
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Jebali: "Unverzeihlich" - Proteste gegen strafrechtliche Verfolgung des Opfers

Brüssel/Tunis - Tunesiens Ministerpräsident Hamadi Jebali hat eine harte Bestrafung von zwei Polizisten für die Vergewaltigung einer Frau angekündigt. "Ich verurteile die Tat dieser Polizisten, die streng bestraft werden", sagte Jebali der belgischen Zeitung "Le Soir" von Dienstag. In Tunesien gab es Proteste gegen die strafrechtliche Verfolgung des Opfers wegen eines Sittlichkeitsvergehens. Der Premier verurteilte die Vergewaltigung als "unverzeihlich". "Es gibt keine Rechtfertigung für diese barbarische Tat, die allen unseren moralischen Werten widerspricht." Es habe jedoch seitens des Opfers womöglich einen Verstoß gegen die "Schamhaftigkeit" gegeben, meinte der Politiker der islamistischen Ennahda-Partei.

Nach Darstellung des tunesischen Innenministeriums waren die junge Frau und ihr Verlobter Anfang September in einer "unmoralischen Position" in einem Auto vorgefunden und deshalb festgenommen worden. Anschließend sollen zwei Beamte die Frau vergewaltigt haben, während ein dritter ihren Freund festhielt. Die Polizisten wurden festgenommen.

In Tunis demonstrierten etwa 200 Menschen gegen die strafrechtliche Verfolgung der Frau wegen eines Sittlichkeitsvergehens. Sie versammelten sich am Dienstag vor einem Gericht, wo die 27-Jährige einem Untersuchungsrichter vorgeführt wurde. Auf Spruchbändern und mit Sprechchören forderten die Demonstranten eine unabhängige Justiz. Eine Reihe von Organisationen der Zivilgesellschaft sowie Menschenrechtsgruppen haben schwere Vorwürfe gegen die von der Ennahda-Partei dominierte Regierung erhoben. Sprecherinnen von Frauenorganisationen warnten vor der schleichenden Errichtung einer "islamistischen Diktatur" faschistischer Prägung in dem nordafrikanischen Land. Ennahda steht zunehmend unter Druck seitens der radikalen Salafisten. (APA, 2.10.2012)

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