Josef Ostermayer ist nicht zu fassen

Hans Rauscher analysiert den Auftritt von Werner Faymanns Alter Ego im U-Ausschuss: Staatssekretär Josef Ostermayer ließ sich nichts anhängen und blieb gewohnt höflich

Im Untersuchungsausschuss erschien statt Werner Faymann sein "alter ego" ("anderes ich"), Staatssekretär Josef Ostermayer. Immer freundlich, immer verbindlich ließ er die Fragen und Vorhalte der Abgeordneten an sich abperlen.

Man bekam zwar durch die Einvernahme von niedrigeren Chargen, vor allem der frühere Asfinag-Kommunikationschef Marc Zimmermann und der frühere Pressesprecher des Verkehrsministers Faymann, Marcin Kotlowski, ein Bild, wie die Dinge gelaufen waren: mit dem Amtsantritt von Werner Faymann wurden Inseratenmillionen von ÖBB und Asfinag massiv in Richtung Krone, heute und Österreich gelenkt, zum Teil über die Köpfe der Verantwortlichen in den Unternehmen hinweg; aber Kotlowski konnte sich schlecht erinnern und Zimmermann blieb bei seiner Formulierung: die Inserate wurden vom Kabinett des Ministers "initiiert", aber nicht "beauftragt".

Ostermayer verneinte zwei entscheidende Vorhalte glatt: Weder habe er den Ex-ÖBB-Manager Wehinger mit dem Rausschmiss bedroht, noch habe er zum ehemaligen ÖBB-Generaldirektor Martin Huber gesagt: "Ich brauche sieben Millionen für den Werner". Diesen Teflon-Panzer konnten weder Peter Pilz (Grüne), noch Stefan Petzner (BZÖ) durchbrechen. (Hans Rauscher, derStandard.at, 2.10.2012)

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