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Im postheroischen Zeitalter sind Männlichkeitsbilder vielfältiger geworden. Und dennoch lassen die acht jungen Herren in Boys don't cry des Theaters Foxfire die Muskeln spielen: Sie tanzen. Hip-Hop, Breakdance, Ballett. Dieses von Corinne Eckenstein konzipierte und inszenierte Tanztheater weist aber über die "Auch Buben dürfen tanzen"-Parole hinaus. Für die ist schon vor zwölf Jahren Stephen Daldry in seinem Spielfilmdebüt Billy Elliot eingestanden.
Im Dschungel Wien geht es um mehr, im Großen und Ganzen um männliche Performanz: Wie bewege ich mich als heranwachsender junger Mann? Passen Hüftschwünge zu mir? Oder trete ich lieber als Rocky Balboa aus der Dusche? In ineinanderfließenden Szenen umspielen die zwölf- bis dreißigjährigen Tänzer ihre einzigen Requisiten: Sitzbänke in unterschiedlichen Höhen (Bühne: Andreas Pamperl). Sie flippen aus, duellieren sich, haben Liebeskummer und schlechte Männerfreundschaften. Erzählstimmen werden eingespielt, auch Musik, die die Bewegung herausfordert. Doch der Körper ist das eigentliche Ausdrucksmittel. Er zeigt sich - etwa im Streit - stolz elegant oder mit Imponiergehabe und einem Griff ans Gemächt.
Ben Pascale, Adil Embaby, Flavio de Pina Soares de Carvalho, Hisham Morscher, Richard Schmetterer, Futurelove Sibanda, Joaquin Ylo und Yu Lei feiern das Mannsein. Ein paar unfreiwillige Leerstellen gibt es in der Inszenierung, aber am Ende ist der Abend doch ein gelungener Beitrag zur Männlichkeits-Entkrampfung. (afze, DER STANDARD, 3.10.2012)
Dschungel Wien, MQ, 8.-12. 10., 15.-18. 1. 2013
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