Starke Nachfrage nach siebenjähriger Bundesanleihe

2. Oktober 2012, 13:27
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Rekordtiefs bei Emissionsrenditen

Wien - Die heute von der Republik Österreich begebene siebenjährige Bundesanleihe (mit Fälligkeit 2019) ist von den Investoren sehr stark nachgefragt worden. Für das angebotene Volumen habe es viermal so viele Gebote gegeben, sagte die Chefin der Österreichischen Bundesfinanzierungsagentur ÖBFA am Dienstag. "Eine so starke Nachfrage hatten wir zuletzt 2005", so Martha Oberndorfer. Auch die heute ebenfalls aufgestockte langlaufende Anleihe mit Fälligkeit 2044 sei zweifach überzeichnet gewesen.

Im Detail wurde die siebenjährige Bundesanleihe kompetitiv um 500 Mio. Euro und der Langläufer um 700 Mio. Euro aufgestockt. Weitere 10 Prozent kommen in die eigenen Bücher. Die durchschnittliche Rendite der siebenjährigen Emission betrug 1,326 Prozent, beim Langläufer waren es 2,88 Prozent. Beide Emissionen hätten damit Tiefpunkte erzielen können. Im Juni seien die Renditen noch bei 2,02 bzw. 3,20 Prozent gelegen.

Weniger Abstand zur deutschen Bonds

Zugleich haben sich auch die Renditedifferenzen zu den deutschen Benchmark-Anleihen weiter verringert, so Oberndorfer. Diese liegen bei 2019-Laufzeiten bei 44 Basispunkten und bei der 2044er bei 54 Basispunkten darüber. Dennoch lägen sie mit diesen Werten noch immer über dem langjährigen Durchschnitt. Für Investoren sei dies gleichzeitig eine gute Chance, von Spreadeinengungen zu profitieren.

Auch diesmal habe sich das Instrument der Parallelauktion bewährt, meinte Oberndorfer. Mit dem Langläufer hätten Pensionskassen und Versicherungen gut bedient werden können, die dringend solche Emissionen gebraucht hätten.

Vor dem nächsten Auktionstermin am 6. November seien gut 85 Prozent des für heuer geplanten Finanzierungsvolumens am Markt untergebracht worden. Die durchschnittliche Laufzeit liege über 15 Jahre und die durchschnittliche Rendite unter 2,5 Prozent. Das gesamte Portfolio inklusive kurzlaufender Schuldenpapiere lag per Ende September bei 8,7 Jahren. Österreich zähle damit zu den sichersten Adressen weltweit.

Moody's lobt

Die Ratingagentur Moody's sei im seit heute Nacht vorliegenden Österreich-Länderreport "sehr in die Tiefe gegangen", so Oberndorfer. Im Vergleich mit einigen Peer-Staaten habe Österreich ganz eindeutig auf derselben Stufe wie Deutschland, die Niederlande oder Luxemburg abgeschnitten, insbesondere was die Wettbewerbsfähigkeit oder Arbeitslosigkeit betreffe, wo Österreich bekanntermaßen gute Werte habe.

Auch das konservative Schuldenmanagement Österreichs sei von Moody's gelobt worden. So habe man die Strategie fortgeführt, auch ein langes Papier zu machen, obwohl kurze Laufzeiten günstiger gewesen wären. Diese Stabilitätsorientierung habe dazu geführt, dass Österreich weltweit eines der Länder mit dem geringsten Refinanzierungsrisiko sei. "Das wird gerade in einem volatilen Marktumfeld sehr geschätzt", so Oberndorfer. (APA, 2.10.2012)

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