Cineplexx Reichsbrücke wird zu "Danube Flats"

Martin Putschögl
2. Oktober 2012, 13:20
  • Rendering des Wohnrojekts "Danube Flats" (Bildmitte), links daneben die "DC Towers" von Dominique Perrault, von denen der größere schon fast fertig ist. (Beim kleineren DC Tower ist es weiterhin unsicher, ob er überhaupt gebaut wird). Rechts der Wohnpark Kaisermühlen mit ...
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    visualisierung: project a01 architects

    Rendering des Wohnrojekts "Danube Flats" (Bildmitte), links daneben die "DC Towers" von Dominique Perrault, von denen der größere schon fast fertig ist. (Beim kleineren DC Tower ist es weiterhin unsicher, ob er überhaupt gebaut wird). Rechts der Wohnpark Kaisermühlen mit ...

  • ... Harry Seidlers 136 Meter hohem "Hochhaus Neue Donau", das der Arwag Holding gehört. Das ehemalige "Cineplexx" wird abgerissen, die Garage bleibt bestehen.
(Aufnahme aus 2007)
    foto: putschögl

    ... Harry Seidlers 136 Meter hohem "Hochhaus Neue Donau", das der Arwag Holding gehört. Das ehemalige "Cineplexx" wird abgerissen, die Garage bleibt bestehen.

    (Aufnahme aus 2007)

Internationaler Trend "Wohnen am Wasser": Um 140 Millionen Euro sollen 500 Wohnungen in einem 145 Meter hohen Turm entstehen

Bis vor einem Jahr wurden im "Cineplexx"-Kino bei der Wiener Reichsbrücke noch Filme gezeigt. Nun soll die Liegenschaft zum Wiener Vorzeigeprojekt des internationalen Trends "Wohnen am Wasser" werden: S+B Gruppe und Soravia Group wollen hier die "Danube Flats" verwirklichen.

Das bestehende Gebäude wird vollständig abgerissen, nur die Tiefgarage bleibt bestehen, wie eine Sprecherin der S+B-Gruppe auf Anfrage von derStandard.at erklärt. Darüber werden dann geplante 140 Millionen Euro verbaut, um das direkt an der Donau gelegene Grundstück neu zu "bespielen". Der Architekturwettbewerb zur Neugestaltung des ehemaligen Kinostandortes wurde vor kurzem abgeschlossen, das Architektenteam "project A01 architects" unter der Leitung von Andreas Schmitzer und Maria Planegger ging daraus als Sieger hervor.

45 Stockwerke

Ihr Entwurf sieht einen Wohnturm vor, der auf bis zu 45 Geschoßen rund 500 Wohnungen beherbergen soll. Zum Großteil wird es sich dabei um freifinanzierte Eigentums- und Vorsorgewohnungen handeln, ein Teil soll aber auch "für einkommensschwächere Menschen" zur Verfügung stehen, heißt es von Seiten der Projektbetreiber. Wie die genaue Aufteilung aussehen wird, steht noch nicht fest.

Alle Wohnungen werden Zugang zu Balkon oder Terrasse haben. Soziale Infrastruktur wie Kindergarten, Supermarkt, Café-Restaurant und Trafik soll im Sockelgebäude Platz finden.

"Wir geben dem internationalen Trend zum Wohnen am Wasser eine neue Ausprägung und verbinden Design mit intelligenter Standortentwicklung", sagen die Bauherren Erwin Soravia (Soravia Group) sowie Reinhard Schertler und Wolfdieter Jarisch (S+B Gruppe). Gebaut werden soll "nach den Prinzipien der Nachhaltigkeit und der Energie-Effizienz", außerdem sollen auch "neue Formen der Mobilität begünstigt" werden.

Neue "Durchwegung" zur Neuen Donau

Juroren für den Wettbewerb waren Bezirksvorsteher Norbert Scheed (SPÖ) und Gemeinderat Christoph Chorherr (Grüne) gemeinsam mit einem städtebaulichen Expertenteam. Die Jury habe besonderes Augenmerk auf die Gestaltung der "Piazza" und die Durchwegung der Freiflächen gelegt.
Unter anderem sollen durch die neue Bebauung die Bewohner des Wohnturms von Harry Seidler (jenem mit der markanten Spitze, siehe Visualisierung links) erstmals direkten Zugang zur Neuen Donau haben. Dies soll unter anderem durch die geplante teilweise Überplattung der Zufahrt zur Donauuferautobahn erreicht werden. "Von der daraus resultierenden Reduktion des Verkehrslärms werden auch die angrenzenden Bewohner profitieren", heißt es.

Ein Wermutstropfen mag für die Bewohner des Seidler-Turms allerdings sein, dass manche von ihnen ab 2016 nur noch einen eingeschränkten Blick zur Donau haben werden: Der neue Turm wird mit 145 Metern den 136 Meter hohen Seidler-Turm ein wenig überragen.

Fertigstellung 2016 geplant

Für das Gebäude wird eine Zertifizierung als Green oder Blue Building angestrebt; Grünen-Gemeinderat Chorherr nennt es deshalb ein "ökologisch-energetisches Vorzeigeprojekt". Die Fassade wird begrünt werden, die Wohnungen werden im Niedrigenergiestandard errichtet werden, außerdem soll der Fokus auf die Begünstigung von umweltfreundlicher Mobilität und die Gestaltung der Allgemeinflächen mit hohem Grünanteil gelegt werden.

2014 soll mit dem Bau begonnen werden, die Fertigstellung ist für 2016 angepeilt.

"Minopolis" sucht Baugrund

Die "Kinderstadt Minopolis", die derzeit noch im Cineplexx-Gebäude untergebracht und dort bis auf Weiteres auch noch in Betrieb ist, sucht unterdessen weiter "intensiv" nach einem neuen Standort. Man sei bereits in konkreten Gesprächen und bemühe sich derzeit darum, die Finanzierung für einen geplanten Neubau auf die Beine zu stellen, erklärte Louisa Böhringer, Geschäftsführerin der "Minopolis Kinderveranstaltungs GmbH", am Dienstag in einer Aussendung. (map, derStandard.at, 2.10.2012)

Hinweis

Im Foyer des Cineplexx wird es am kommenden Freitag und Samstag Info-Tage für die Öffentlichkeit geben (FR von 15-18 Uhr, SA von 10-12 Uhr). Außerdem wurde unter 0800/201213 eine Info-Hotline eingerichtet.

Nachlese

Cineplexx Reichsbrücke weicht Wohnprojekt

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ein 140 Meter

hohes Gebäude kann nicht nachhaltig und energieeffizient sein und dabei alle Sicherheitsbedingungen erfüllen. Diese Zielkonflikte lassen sich nicht auflösen.

Komme gerade von der präsentation im alten kino
Die besucher dort haben fast nur russisch gesprochen
In einem nebenraum war ein ca 4m2 grosses 3d modell aufgebaut
Als sich einige ältere kaisermühlner dann kritische fragen zu stellen begannen hiess es auf einmal: raum ist aus sicherheitsgründen geschlossen alle müssen gehen.....

Ich war am Fr. dort;
das erste was ich gehört habe war ebenfalls ein Pulk Russen.
Die Soravia Brüder sind ja im Immobilienbereich im Osten unterwegs,
aber dort pfeifen sie anscheinend finanziell aus dem letzten Loch.
In Ö läufts mit Megaboard, Dorotheum usw. auch nicht gut.
Wird halt in Ö investiert.
Rot/Grün spielt ja auch schön mit:
Umwidmung von Bauklasse 5/Gewerbegebiet in BK 6/Wohngebiet;
Wien braucht Wohnungen lt. Bezirksvorsteher und Ch. Chorherr.
Und wieder ein Hochhaus hingeschi..en;
Die freifinanzierten Wohnungen (d.h. die Stadt ist da gar nicht mitbeteiligt)
werden sich die die's brauchen sicher nicht leisten können.
Und den Bewohnern im Hochhaus Neue Donau setzt man auf 30 Meter Entfernung noch
eine Wand davor.

sehr interessant...

ich habe letzte Woche eine Mailanfrage direkt an den BV gesendet und bekam zur Antwort, ich solle diese Veranstaltung aufsuchen.
Werden wir uns wohl ans Bauamt wenden müssen. Vielleicht gibt es dort eine zufriedenstellende Antwort?

aus sicherheitsgründen muss ihr kommentar gelöscht werden.

ich versteh einfach nicht warum so viele leute hier glauben dass auf einem hochhaus in +100m höhe permanent ein starker wind gehen soll...

sie sollten am besten mal bei hochhäusern rauffahren und sich selbst von der realität überzeugen anstatt irgendwelchen kampfpostern hier alles zu glauben.

so ist es. ich wohn in so einem hochhaus ganz oben und bin davor auch die ganze zeit "gewarnt" worden. völliger blödsinn, es ist einfach nur herrlich.

"freifinanzierte Eigentums- und Vorsorgewohnungen" ahja...
Da es mit mit den Finanzspekulationen im Moment etwas traurig aussieht, steigen wir eben auf das Pferd der Immobiliebspekulationen auf.
Und klar gibts natürlich auch einen "Teil" für einkommensschwache, so in etwa z.B die 3 Etage ist das Proletenstockwerk.

Das ist in Wien, besonders auf der "Investoren"-Donauplatte gang und gäbe; oft werden auch geförderte Wohnungen in den unteren Stockwerken errichtet, darüber kommt ein Block Oberschicht und die 4 letzten Stockwerke Luxusappartements.
Auf der Donauplatte (weiß jetzt nicht auswendig wie des Objekt heißt) gibts sogar Wohnungen unterhalb Erdlevel, einmalig für Neuerrichtungen unserer Zeit. Verdanken kann man das größtenteils der Stadt Wien! Danke Michi! :-)

Neuer Grund fürs Minopolis

Ist es wirklich wahrscheinlich, dass das für Kinder zwar lustige, in seinen Grundzügen aber doch etwas eigenartige Minopolis (Geldverdienen und Geldausgeben als zentrales Spielmotiv) woanders neu aufgebaut wird. Besonders erfolgreich scheint es nicht gewesen zu sein, denn nach den Anfangstagen wurden die Öffnungszeiten doch stark eingeschränkt. (Wahrscheinlich weil Schulen und Kindergärten nicht im erhofften Ausmaß kamen.) Sieht man an, was jetzt passiert, dürfte es eher eine Übergangslösung bis zur "echten" Verwertung der Immobilie gewesen sein.

Und dass drei Riesen-Kinocenter auf 4km nicht funktionieren werden, müsste eigentlich schon in der Bauzeit klar gewesen sein.

Echte Bürgerbeteiligung sieht natürlich anders aus als die Präsentation eines fertigen Projekts, bei dem zwei Politiker in der Jury saßen. Dazu noch die ernsthaft vorgetragene Erklärung, man habe eh' die Bedürfnisse der Kaisermühlner berücksichtigt (ohne sie vorher zu fragen, welche sie denn haben).

Wenn alles so kommt wie geplant wird das Areal zwischen Brücke und bestehendem Wohnpark sicher attraktiver. Ein Supermarkt mit zeitgemäßen Ausmaßen wäre in der Gegend auch nicht schlecht, aber ob sich das alles so rechnet wie geplant steht auf einem anderen Blatt. Schließlich ist schon das Cineplexx zT daran gescheitert, dass die Leute 100m neben der Copa Cagrana keinen Food Court brauchten.

Das neue Gebäude sieht zwar ganz nett aus und passt auch stilmäßig so halbwegs zum Seidler-Tower, aber man fragt sich schon, wie die üppige Begrünung bei den Windgeschwindigkeiten dort wachsen und gedeihen soll, und wie man die tollen Loggien nutzen soll, wenn der Wind durchpfeift. Laut Architekten sind sie tw. auch eher als Sonnenschutz und Lärmschutz (Dämmung an der Untersicht) geplant und werden wohl auch verschlossen werden können (was dann aber die Energiebilanz wieder anders aussehen lässt). Ein wenig bescheidener hätte es neben dem Seidler-Ensemble schon sein dürfen, aber dann wären wohl die Kosten für den Kino-Abriss nicht "einzuspielen".

Das passt einfach nicht zu Wien

zu viel Danube Staub in den Augen

Die gestrige 'Informationsveranstaltung' hat einiges an Staub aufgewirbelt, als die Anrainer vor vollendete Tatsachen gestellt wurden. Und das ausgerechnet von ihrem "werten" Bezirksvorsteher (SPÖ) sowie von Christoph Chorherr (Die Grünen). Transparenz und Bürgerbeteiligung schauen etwas anders aus.
Wie man in einem so schlanken Tower in 45 Stockwerken jeweils 11 Wohnungen unterbringt, scheint mir doch etwas rätselhaft. Die wirklichen Dimensionen sehen letztendlich sicher anders aus.
Wie sich einkommensschwache Personen eine Wohnung in einem freifinanziertem Luxusturm leisten können, erscheint fragwürdig. Vermietete Vorsorgewohnungen sind leistbarer Wohnbau?!?
Last not least: Auch Minopolis gehört zu Soravia! Soravia ==> Standortprobleme

Schöner Turm

Rundet das Hochhausviertel gut ab. Die meisten anderen Häuser sind ja leider zu breit und zu niedrig um schön zu wirken.

ich habe mich über die "DC-Towers" gefreut, aber jetzt wird selbst dieses für wien unwahrscheinlich geschmackvolle werk mit hässlichen bauten umbaut. dabei habe ich schon davon geträum, auf diese zwei einsamen schönheiten zu starren...

frage mich gerade...

...wenn zwischen den weißen platten überall grün rausquillen soll - wie kommt dann das licht in die wohnungen? dürfte eher schönfärberei sein, um chorherr überzeugen zu können...

Die Grünen werden hier nicht viel zu sagen gehabt haben, die Roten auch nicht.

Hier spricht die Kohle, laut und deutlich.
Die Politiker haben aus den vorgelegten Entwürfen vielleicht wirklich den besten gewählt, verhindern konnten die sicher nichts. Mit gefällt die Architektur, obwohl ich finde, dass Hochhäuser nicht mehr zeitgemäß sind.
Auf jeden Fall wird es keine Nachtbaustelle geben, das wurde vom BV zugesagt!
Was ich seltsam finde: wie kann ein privates Projekt über öffentlichen Raum hinausgebaut werden? Damit meine ich den Wellnessbereich, der über den südlichen Zugang zur U-Bahn und bis knapp an die Neue Donau gebaut werden soll.

Warum sind hochhäuser nicht mehr zeitgemäß? Was nutzt denn den platz und resourcen besser? Ein speckgürteleinfamilienhaus?

Wer will in 145m Höhe Balkon oder Terrasse, die höchstwahrscheinlich unbenützbar sind, weil es dort oben ziehen wird, wie im sprichwörtlichen Vogelhäusel.
Das wird im Prospekt nett aussehen - mehr nicht

In chicago gibts 200 m hohe wohnhochhäuser mit balkon, in australien welche mit 300 meter. Ab und zu weht stärkerer wind, aber ansonsten funktioniert das durchaus. Am balkon dürfen halt keine leichten und fragilen pflänzchen stehen und im herbst/winter räumt man dinge weg, die der wind wegblasen kann.

Einnbalkon ist gerade in dieser höhe schön. Besuchen sie mal wem mit balkon und schwuen sie sich den blick vor allem in der nacht an. Es ist oft traumhaft.

Oligarchen müssen ihre Balkonpflanzen nicht selbst giessen!

Aber wer muss, der wird es angeseilt tun müssen :)

Ich mag ja Hochhäuser,
wär mal zeit in Graz die paar "Hochhäuser" herzurichten, die sind alle grauslich!

die ganzen Betonbauten aus den 70ern werden in wien auch kaum saniert.

in graz wird doch grad der gürtelturm saniert.

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