Cineplexx Reichsbrücke wird zu "Danube Flats"

  • Rendering des Wohnrojekts "Danube Flats" (Bildmitte), links daneben die "DC Towers" von Dominique Perrault, von denen der größere schon fast fertig ist. (Beim kleineren DC Tower ist es weiterhin unsicher, ob er überhaupt gebaut wird). Rechts der Wohnpark Kaisermühlen mit ...
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    visualisierung: project a01 architects

    Rendering des Wohnrojekts "Danube Flats" (Bildmitte), links daneben die "DC Towers" von Dominique Perrault, von denen der größere schon fast fertig ist. (Beim kleineren DC Tower ist es weiterhin unsicher, ob er überhaupt gebaut wird). Rechts der Wohnpark Kaisermühlen mit ...

  • ... Harry Seidlers 136 Meter hohem "Hochhaus Neue Donau", das der Arwag Holding gehört. Das ehemalige "Cineplexx" wird abgerissen, die Garage bleibt bestehen.
(Aufnahme aus 2007)
    foto: putschögl

    ... Harry Seidlers 136 Meter hohem "Hochhaus Neue Donau", das der Arwag Holding gehört. Das ehemalige "Cineplexx" wird abgerissen, die Garage bleibt bestehen.

    (Aufnahme aus 2007)

Internationaler Trend "Wohnen am Wasser": Um 140 Millionen Euro sollen 500 Wohnungen in einem 145 Meter hohen Turm entstehen

Bis vor einem Jahr wurden im "Cineplexx"-Kino bei der Wiener Reichsbrücke noch Filme gezeigt. Nun soll die Liegenschaft zum Wiener Vorzeigeprojekt des internationalen Trends "Wohnen am Wasser" werden: S+B Gruppe und Soravia Group wollen hier die "Danube Flats" verwirklichen.

Das bestehende Gebäude wird vollständig abgerissen, nur die Tiefgarage bleibt bestehen, wie eine Sprecherin der S+B-Gruppe auf Anfrage von derStandard.at erklärt. Darüber werden dann geplante 140 Millionen Euro verbaut, um das direkt an der Donau gelegene Grundstück neu zu "bespielen". Der Architekturwettbewerb zur Neugestaltung des ehemaligen Kinostandortes wurde vor kurzem abgeschlossen, das Architektenteam "project A01 architects" unter der Leitung von Andreas Schmitzer und Maria Planegger ging daraus als Sieger hervor.

45 Stockwerke

Ihr Entwurf sieht einen Wohnturm vor, der auf bis zu 45 Geschoßen rund 500 Wohnungen beherbergen soll. Zum Großteil wird es sich dabei um freifinanzierte Eigentums- und Vorsorgewohnungen handeln, ein Teil soll aber auch "für einkommensschwächere Menschen" zur Verfügung stehen, heißt es von Seiten der Projektbetreiber. Wie die genaue Aufteilung aussehen wird, steht noch nicht fest.

Alle Wohnungen werden Zugang zu Balkon oder Terrasse haben. Soziale Infrastruktur wie Kindergarten, Supermarkt, Café-Restaurant und Trafik soll im Sockelgebäude Platz finden.

"Wir geben dem internationalen Trend zum Wohnen am Wasser eine neue Ausprägung und verbinden Design mit intelligenter Standortentwicklung", sagen die Bauherren Erwin Soravia (Soravia Group) sowie Reinhard Schertler und Wolfdieter Jarisch (S+B Gruppe). Gebaut werden soll "nach den Prinzipien der Nachhaltigkeit und der Energie-Effizienz", außerdem sollen auch "neue Formen der Mobilität begünstigt" werden.

Neue "Durchwegung" zur Neuen Donau

Juroren für den Wettbewerb waren Bezirksvorsteher Norbert Scheed (SPÖ) und Gemeinderat Christoph Chorherr (Grüne) gemeinsam mit einem städtebaulichen Expertenteam. Die Jury habe besonderes Augenmerk auf die Gestaltung der "Piazza" und die Durchwegung der Freiflächen gelegt.
Unter anderem sollen durch die neue Bebauung die Bewohner des Wohnturms von Harry Seidler (jenem mit der markanten Spitze, siehe Visualisierung links) erstmals direkten Zugang zur Neuen Donau haben. Dies soll unter anderem durch die geplante teilweise Überplattung der Zufahrt zur Donauuferautobahn erreicht werden. "Von der daraus resultierenden Reduktion des Verkehrslärms werden auch die angrenzenden Bewohner profitieren", heißt es.

Ein Wermutstropfen mag für die Bewohner des Seidler-Turms allerdings sein, dass manche von ihnen ab 2016 nur noch einen eingeschränkten Blick zur Donau haben werden: Der neue Turm wird mit 145 Metern den 136 Meter hohen Seidler-Turm ein wenig überragen.

Fertigstellung 2016 geplant

Für das Gebäude wird eine Zertifizierung als Green oder Blue Building angestrebt; Grünen-Gemeinderat Chorherr nennt es deshalb ein "ökologisch-energetisches Vorzeigeprojekt". Die Fassade wird begrünt werden, die Wohnungen werden im Niedrigenergiestandard errichtet werden, außerdem soll der Fokus auf die Begünstigung von umweltfreundlicher Mobilität und die Gestaltung der Allgemeinflächen mit hohem Grünanteil gelegt werden.

2014 soll mit dem Bau begonnen werden, die Fertigstellung ist für 2016 angepeilt.

"Minopolis" sucht Baugrund

Die "Kinderstadt Minopolis", die derzeit noch im Cineplexx-Gebäude untergebracht und dort bis auf Weiteres auch noch in Betrieb ist, sucht unterdessen weiter "intensiv" nach einem neuen Standort. Man sei bereits in konkreten Gesprächen und bemühe sich derzeit darum, die Finanzierung für einen geplanten Neubau auf die Beine zu stellen, erklärte Louisa Böhringer, Geschäftsführerin der "Minopolis Kinderveranstaltungs GmbH", am Dienstag in einer Aussendung. (map, derStandard.at, 2.10.2012)

Hinweis

Im Foyer des Cineplexx wird es am kommenden Freitag und Samstag Info-Tage für die Öffentlichkeit geben (FR von 15-18 Uhr, SA von 10-12 Uhr). Außerdem wurde unter 0800/201213 eine Info-Hotline eingerichtet.

Nachlese

Cineplexx Reichsbrücke weicht Wohnprojekt

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