Ultrabooks sind tot, lang leben die Ultrabooks

  • Ultrabooks: nicht so erfolgreich, wie erwartet, aber dennoch nicht tot.
    foto: dapd

    Ultrabooks: nicht so erfolgreich, wie erwartet, aber dennoch nicht tot.

Marktforscher schrauben Prognosen aufgrund hoher Preise und fehlendem Hype zurück – trotzdem großes Wachstum

"Dude, You're Not Getting an Ultrabook." Mit dieser Formulierung verkünden die Marktforscher von iSuppli, dass sie ihre Prognosen für Ultrabook-Verkäufe reduziert haben. Zu hohe Preise und zu wenig effektives Marketing seien daran schuld, dass die Laptop-Kategorie die hohen Erwartungen nicht erfüllen könne. Einige US-Medien haben nun das Ende der Ultrabooks verkündet. Doch nicht alle Marktbeobachter teilen die Sichtweise.

Prognose halbiert

iSuppli hat seine Prognose von ausgelieferten Ultrabooks für das Jahr 2012 von 22 Millionen Geräte auf 10,3 Millionen gekürzt. Mehr als die Hälfte dieser Geräte sollen im vierten Quartal ausgeliefert werden. Für 2013 gehen die Analysten davon aus, dass die Hersteller 44 Millionen statt wie ursprünglich angenommen 61 Millionen Ultrabooks geliefert werden. Bei den Zahlen handelt es sich nicht um Verkäufe, sondern Lieferungen der Hersteller an den Handel.

Zu hohe Preise

Laut iSuppli hätten es die Hersteller bis jetzt nicht geschafft, den gleichen Hype um Ultrabooks aufzubauen, wie sie es um Tablets und Smartphones geschafft haben. Das Unternehmen schätzt, dass die Kategorie erst bei Preisen von 600 US-Dollar eine breitere Marktakzeptanz finden würde. Derzeit würden Geräte etwa 1.000 Dollar kosten. Vor allem neue Windows-8-Modelle mit Features wie Touchscreens könnten den Markt vorantreiben, vorausgesetzt der Preis liege zwischen 600 und 700 Dollar.

Apple als Gradmesser

Für TechCruch und AllThingsD ist die Kategorie der Ultrabooks somit gefloppt. Bei The Next Web interpretiert man die Prognosen hingegen ganz anders. Bezug nehmend auf die iSuppli-Prognose dürften im letzten Quartal 2012 etwa sechs Millionen Ultrabooks ausgeliefert werden. Sehe man das in Relation zu Apples erfolgreichen MacBook Air, könne keineswegs davon die Rede sein, dass Ultrabooks tot sind. In den vergangenen fünf Quartalen verkaufte Apple jeweils zwischen 2,8 und 3,7 Millionen MacBooks (Air und Pro zusammengefasst).

Verkäufe vs. Lieferungen

Treffen die Schätzungen von iSuppli zu, übertreffen Ultrabooks Apples MacBook Pro und Air deutlich. Ein genauer Vergleich ist zwar nicht möglich, da es sich wie erwähnt bei den Zahlen von iSuppli um Auslieferungen und nicht um Verkäufe handelt. The Next Web geht aber davon aus, dass die Verkaufszahlen nicht drastisch darunter liegen dürften, zumal die Hersteller wohl keine Lieferungen in der Größenordnung ausschicken dürften, wenn die Lagerbestände aus den Vorquartalen noch gefüllt seien.

Die Marktforscher haben ihre Prognosen zwar gekürzt, doch von einem Tod der Ultrabooks könne nicht gesprochen werden. Die Windows-Rechner seien erfolgreicher als Apples populäre Laptops und sollen 2013 ordentlich zulegen. (red, derStandard.at, 2.10.2012)

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