Mehr Geld für Männer

2. Oktober 2012, 11:06
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Frauen verdienen im Wiener Rathaus 10,4 Prozent weniger

Wien - Auch in der Wiener Stadtverwaltung verdienen Männer insgesamt mehr als Frauen. Das geht aus dem erstmals erstellten Wiener Einkommensbericht hervor. Die nun vorliegenden Zahlen sprechen eine klare Sprache: Das Medianeinkommen der weiblichen Bediensteten liegt 10,4 Prozent unter jenem ihrer männlichen Kollegen, beim Durchschnittsgehalt gibt es sogar eine Lücke von 11,9 Prozent. Dass trotz fixem Besoldungsschema Unterschiede vorhanden sind, liegt laut Stadt unter anderem am Umstand, dass Männer offenbar einfacher in - besser bezahlte - Führungspositionen kommen.

Frauenfreie Arbeitsbereiche

Für den Bericht wurden Daten von Personen ausgewertet, die im Jahr 2011 zwölf Monatsbezüge erhalten haben und am 31. Dezember 2011 vollbeschäftigt waren. Insgesamt waren im Vorjahr 28.448 Frauen und 28.023 Männer bei der Gemeinde Wien oder bei den Stadtwerken tätig. Der Frauenanteil beträgt somit insgesamt 50,4 Prozent, wobei es auch Bereiche ganz ohne Kolleginnen gibt - etwa bei den Kanalarbeitern oder den Müllauflegern der Müllabfuhr.

Im Vergleich zu der Gesamtheit der unselbstständig Beschäftigten in Wien fällt der Einkommensunterschied zwischen Männern und Frauen im kommunalen Bereich deutlich niedriger aus, heißt es in dem Bericht. Denn dort liege die Differenz beim Durchschnittseinkommen bei rund 25 Prozent. Aber auch in der Stadtverwaltung gibt es Abteilungen mit größeren Abständen: Die Differenz des Medianwertes reicht hier bis zu einem Spitzenwert von 28,2 Prozent - etwa bei den Fachbediensteten des Forstdienstes oder bei den Stadtgärten.

Zu wenige Frauen in Leitungspositionen

In lediglich neun Berufsfeldern war sowohl das Durchschnittseinkommen als auch das Medianeinkommen der Frauen höher als jenes der Männer. Hier fällt vor allem der pädagogische Bereich positiv auf. Laut Bericht sind die Unterschiede eher nicht durch Altersdifferenzen zu erklären. Vielmehr sind Männer oft in anderen Verwendungsgruppen eingesetzt bzw. häufiger mit Leitungsfunktionen betraut. Darum, so heißt es in der Schlussfolgerung, solle der Frauenanteil in Berufen mit "höherwertigen Funktionen" erhöht werden. Generell bleibe die Beseitigung von Einkommensunterschieden ein großes Ziel, wurde im Büro der zuständigen Stadträtin Sandra Frauenberger (S) betont.

Insgesamt liegt bei der Stadt Wien das mittlere Einkommen von Männern bei 39.395,35 Euro (Bruttojahreseinkommen, Anm.), jenes der Frauen bei 35.283,66 Euro. Die Spitzenwerte liegen dabei um die 90.000 Euro. So viel verdienen die Ärztinnen und Ärzte des Wiener Krankenanstaltenverbundes.

Der erste Wiener Einkommensbericht ist online unter www.gemeinderecht.wien.at abrufbar. (APA, 2.10.2012)

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