Gentest für individuellere Therapie bei Dickdarmkrebs

2. Oktober 2012, 11:51

Der Test "ColoPrint" kann die Prognose und das Rückfallrisiko von Dickdarmkarzinom-Patienten präziser bestimmen

Der neue Gen-Test "ColoPrint" kann Prognose und Rückfallrisiko von Dickdarmkarzinom-Patienten präziser bestimmen und ermöglicht damit eine individuellere Gestaltung der Therapie. Das berichtete Thomas Bachleitner-Hofmann von der Universitätsklinik für Chirurgie, MedUni/AKH Wien im Rahmen des Europäischen Krebskongresses (ESMO 2012).

"Nur 25 bis 35 Prozent der Patienten mit einem Dickdarmkarzinom im Stadium II und IIIa erleiden einen Rückfall und könnten von einer zusätzlichen Chemotherapie profitieren", so Bachleitner-Hofmann. Der Test ColoPrint soll diese Patienten herausfiltern. Die übrigen würden keine belastende Chemotherapie benötigen.

92 Prozent ohne Rückfall

Die Wissenschaftler überprüften die Aussagekraft des Tests anhand der Analyse von 336 Patienten und dem Vergleich mit klinischen Faktoren. Das Resultat: "ColoPrint klassifizierte zwei Drittel der Patienten als Kranke mit einem geringen Risiko für einen Rückfall." Das entspricht auch den Erfahrungsdaten.

Innerhalb von drei Jahren blieben in dieser Gruppe 92 Prozent der Studienteilnehmer ohne Rückfall, in der Gruppe von Hochrisiko-Patienten nur 77 Prozent. Damit könnte dieser Test dazu verwendet werden, die Prognose von Dickdarmkarzinom-Patienten genauer zu bestimmen und dann auch die Therapie individueller zu gestalten. (APA, 2.10.2012)

Information:

Bachleitner-Hofmann und seine Co-Autoren aus den Niederlanden, Deutschland, Spanien, den USA und Italien waren an der Entwicklung eines möglichst aussagekräftigen, möglichst genauen und verlässlichen molekularen Tests zur Prognose von Patienten mit lokal begrenztem Dickdarmkarzinom (Stadium II und IIIa) beteiligt. "ColoPrint" wurde von ihnen auch auf seine Stabilität und Genauigkeit überprüft. Der Test beruht auf der Analyse von Expressionsdaten des Genoms, also auf der genetischen Information (aktivierte Gene oder mRNA) des Tumors.

Zum Thema:

Neuer Stuhltest zeigt Dickdarmkrebs und Vorstufen

Keine Angst vor der Sonde im Darm

Share if you care
Posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.