"Sich selbst so zu sehen ist am Anfang ein Schock"

Interview |
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plastische Gesichtschirurgie im AKH Linz und derzeitiger Präsident der 
Internationalen Gesellschaft für Chirurgische Prothetik und Epithetik 
(IASPE).
    foto: mkg-chirurgie, akh-linz

    Hubert Ofner (49) ist Oberarzt in der Abteilung für Mund-, Kiefer- und plastische Gesichtschirurgie im AKH Linz und derzeitiger Präsident der Internationalen Gesellschaft für Chirurgische Prothetik und Epithetik (IASPE).

  • Im zahntechnischen Labor des AKH Linz werden Epithesen angefertigt.
    foto: derstandard.at/sophie niedenzu

    Im zahntechnischen Labor des AKH Linz werden Epithesen angefertigt.

Chirurg Hubert Ofner setzt operativ Implantate für Epithesen ein - In Österreich bietet nur das AKH Linz künstliche Gesichtsprothesen an

Für Patienten, die nach einer Tumorerkrankung Teile ihres Gesichtes verlieren, ist der eigene Anblick am Anfang ein Schock. Mit Hilfe von Epithesen gewinnen die Betroffenen Lebensqualität zurück. Aber die Kosten für Herstellung der künstlichen Gesichtsteile sind hoch, sagt Hubert Ofner, Gesichtschirurg am Linzer AKH, und fordert ein eigenes Finanzierungskonzept für epithetische Lösungen.

derstandard.at: Bei Tumoren im Gesicht müssen manchmal ganze Gesichtsteile operativ entfernt werden. Wie kommen die Patienten mit einer Versorgung mittels Epithesen zurecht? 

Ofner: Die Patienten erhalten sofort nach der Operation als Platzhalter ein Provisorium, weil durch den Narbenzug die betroffene Gesichtspartie sonst regelrecht schrumpfen würde. Nach Abheilung der Wundränder kann eine definitive epithetische Versorgung erfolgen. Epithesen müssen täglich gereinigt werden, wir unterstützen daher die Patienten darin, schnell zu lernen, sich die künstlichen Gesichtsteile vor dem Spiegel selbst abzunehmen und wieder aufzusetzen. Sich selbst so zu sehen ist am Anfang ein Schock. Patienten werden erst entlassen, wenn sie damit umgehen können.

derstandard.at Das AKH Linz bietet österreichweit als einziges Krankenhaus eine epithetische Versorgung an. Woran liegt das?

Ofner: Für Epithesen, die implantatgetragen sind, können Kosten bis zu 10.000 Euro anfallen. Werden die Epithesen im Rahmen eines stationären Aufenthalts im Krankenhaus angefertigt, ersetzen die Versicherungen nur einen sehr kleinen Anteil - etwa 500 Euro. Wir bemühen uns, epithetische Lösungen für den Patienten kostenfrei anzubieten. Dazu sind immer wieder zähe Verhandlungen mit Versicherungen zu führen, allerdings bleibt das AKH oft auf den Kosten sitzen.

Es stellt sich daher auch die Frage, wie lange sich das AKH Linz das Anfertigen von Epithesen noch leisten kann. Deswegen ist es dringend notwendig, dass ein eigenes Finanzierungskonzept für epithetische Lösungen bewilligt wird.

derstandard.at: Gibt es denn eine Alternative zu den teuren, implantatgetragenen Epithesen?

Ofner: Es gibt Alternativen, die aber für den Patienten weniger angenehm sind. Eine Nasenepithese kann beispielsweise brillenfixiert getragen werden, anstelle der teureren implantatgetragenen Epithesen. Die Nase wird durch die Brille in Position gehalten. Die Brille ist durch die Epithese natürlich schwerer, verrutscht schneller, das verunsichert den Patienten.

Wenn außerdem die Brille beschlägt, kann er sie nicht abnehmen, weil er die Nase mit abnehmen würde. Das soziale Leben des Patienten ist eingeschränkt, weil er sich mit dieser unsicheren Epithese fast nicht in die Öffentlichkeit traut. Daher ist eine implantatfixierte Epithese für den Patienten oft die einzig adäquate Lösung.

derstandard.at: In Deutschland gibt es niedergelassene Epithetiker, die direkt mit der Krankenkasse abrechnen.

Ofner: Weil die finanzielle Abgeltung von Epithesen durch die Versicherungen in Österreich äußerst schlecht ist, gibt es hier im Gegensatz zu Deutschland keinen finanziellen Anreiz, sich zum Epithetiker ausbilden zu lassen. Es gibt sogar einige Patienten aus Österreich, die nach Deutschland fahren und sich bei niedergelassenen Epithetikern eine Epithese anfertigen lassen. Die Rechnung wird dann interessanterweise von der österreichischen Gebietskrankenkasse zu hundert Prozent rückerstattet. Das ist für uns nicht ganz nachvollziehbar.

derstandard.at: Welche Probleme abseits der finanziellen gibt es noch?

Ofner: Im Gegensatz zu Zahnimplantaten ist der Markt für Epithesenimplantate sehr, sehr klein. In Österreich haben wir jährlich etwa fünf neue Patienten zu versorgen. Deswegen sind auch nur ganz wenige Firmen daran interessiert, solche Implantate anzubieten. Es gibt Firmen, die Implantate für Epithesen weiter produzieren, damit die Patienten versorgt werden können. Das ist natürlich ein Minusgeschäft für diese Unternehmen. Viele andere Firmen ziehen sich immer mehr aus dem Markt zurück.

Das Gleiche gilt für das Abformmaterial: In Deutschland wird eine Firma, die hochqualitatives Silikonabformmaterial herstellt, dieses nicht mehr weiter produzieren. Ein Epithetiker in Deutschland kauft seitdem ein Jahreskontingent auf und verkauft es Krankenhäusern und niedergelassenen Epithetikern. Wenn der Mann nicht diese Initiative gezeigt hätte, gäbe es das gute Abformmaterial gar nicht mehr. (Sophie Niedenzu, derStandard.at, 3.10.2012)

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3 Postings

Die geringe Anzahl der Menschen, die das betrifft, sollte doch zur Genüge durch deren Leid wettgemacht werden, das allein durch ihren Zustand nach der Operation verursacht wird. Finde es schlimm, dass Versicherungen sowas hier entweder völlig übersehen oder gar absichtlich nicht zahlen wollen. Im letzteren Fall: dreckiger als die Säue. Und das ist eine Beleidigung für die Tiere.

"liebe" versicherungen...schaemt euch!! und tut was!! damit auch in zukunft die finanzierung klappt!!

die Nasen sollen diesen beamteten Versicherungsbetrügern

aufs fünffache anwachsen und dann abfallen

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