Fed-Chef weist Inflationsängste zurück

2. Oktober 2012, 08:31
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Die US-Notenbank erwartet zwar keine Rezession, die Arbeitslosigkeit bereitet laut Ben Bernanke aber Sorgen

Indianapolis - Fed-Chef Ben Bernanke hat das umstrittene Anleihenkaufprogramm der Notenbank gegen Kritik vor allem aus den Reihen der Republikaner verteidigt. Angesichts der ungewöhnlich schwachen Wirtschaftsentwicklung habe sich die Fed zu ungewöhnlichen Schritten gezwungen gesehen, um ihrem Ziel von mehr Wachstum und damit auch Beschäftigung gerecht zu werden, erklärte Bernanke vor dem Wirtschaftsclub von Indiana. Dabei habe die Notenbank auch nicht ihr anderes Ziel aus den Augen verloren, nämlich die Wahrung der Preisstabilität.

Bernanke erklärte, die Fed erwarte keine Rezession. Das gegenwärtige Wachstum falle aber zu gering aus, um die Arbeitslosigkeit von derzeit rund acht Prozent zu senken. "Das bereitet mir Sorgen", fügte er hinzu. Die Arbeitslosigkeit und die Konjunkturentwicklung gehören zu den wichtigsten Themen im US-Präsidentenwahlkampf. Vor allem die oppositionellen Republikaner haben das Anleihenkaufprogramm der Fed mit dem Argument kritisiert, dass es langfristig die Inflation erhöhe.

Mit Blick auf die Schuldenkrise in Europa lobte Bernanke die jüngsten Entscheidungen der Europäischen Zentralbank als "sehr konstruktiv", um die Märkte wieder zu stabilisieren. Allerdings müssten nun auch die Regierungen der Euro-Länder gemeinsam an einer Lösung der Schuldenkrise arbeiten. Die EZB hatte vor kurzem beschlossen, unter bestimmten Bedingungen notfalls unbegrenzt Staatsanleihen strauchelnder Euro-Staaten aufzukaufen. (APA/Reuters, 2.10.2012)

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    Ben Bernanke verteidigt das Anleihenkaufprogramm der US-Notenbank und lobt die EZB.

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