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Sydney - Die australische Notenbank hat ihren Leitzins angesichts einer sich abschwächenden Weltkonjunktur überraschend erneut gesenkt. Der Leitzins werde um 0,25 Prozent auf 3,25 Prozent reduziert, teilte die Notenbank mit. Zuletzt hatte die Notenbank im Juni ihren Leitzins um 0,25 Prozentpunkte gesenkt und ihn dann drei Monate nicht verändert. Die überwiegende Mehrheit der von der Nachrichtenagentur Bloomberg befragen Volkswirte hatten zunächst mit einem weiteren Abwarten der Notenbank gerechnet.
Notenbankchef Glenn Stevens verwies auf die Abkühlung der Weltkonjunktur in den vergangenen Monaten. Es gebe weitere Abwärtsrisiken für den globalen Ausblick. So sei die wirtschaftliche Aktivität in Europa rückläufig und das Wachstum in den USA bleibe moderat. Zudem habe sich in China das Wachstum abgeschwächt und die Unsicherheit über den kurzfristigen Ausblick sei größer als zuletzt. Das geringere Wachstum in China und die generelle Schwäche in Europa belasteten die Entwicklung in ganz Asien.
Die Rohstoffpreise seien derzeit bedeutend niedriger als noch zu Jahresbeginn, auch wenn sich einige zuletzt erholt hätten, schreibt Stevens. Australien ist ein wichtiger Rohstoffexporteur. Die australische Wirtschaft habe ihr Wachstumspotenzial zwar zuletzt erreichen können. Die Nachfrage werde vor allem durch Investitionen im Rohstoffsektor gestützt. Im nächsten Jahr dürften diese jedoch ihren Höhepunkte erreichen, erwartet Stevens. Es sei daher wichtig, dass andere Nachfragekomponenten stärker würden. Insgesamt seien die Wachstumsaussichten für das nächstes Jahre "etwas schwächer". Inflationsgefahren sieht die Notenbank nicht.
Die australische Notenbank versucht mit ihrer lockereren Geldpolitik - wie auch die großen Notenbanken der Welt - die Konjunktur zu stützen. Ihr steht dabei aber im Gegensatz zur US-Notenbank und der japanischen Notenbank wegen ihres vergleichsweise hohen Leitzinses die klassische Zinspolitik zur Verfügung.
Der australische Dollar gab noch der Zinsentscheidung zum US-Dollar und zum Euro nach. Einen deutlichen Kursrückgang erwarten Experten jedoch nicht. "Denn auch wenn er angesichts der abnehmenden Wirtschaftsdynamik nicht mehr viel Aufwärtspotenzial bietet, bleibt der australische Dollar im internationalen Vergleich weiterhin eine gute und attraktive Währung", schreibt Antje Praefcke, Devisenexpertin der deutschen Commerzbank. Zudem habe es auch keine Hinweise auf weitere Zinssenkungen gegeben, auch wenn diese nicht ausgeschlossen seien. Der Eurokurs stieg nach der Entscheidung auf 1,2516 australische Dollar, nachdem er zuvor noch 1,2440 australische Dollar gekostet hatte. (APA/Reuters, 2.10.2012)
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