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Rom - Im Prozess um die Enthüllungsaffäre "Vatileaks" hat der angeklagten Ex-Kammerdiener des Papstes, Paolo Gabriele, gestanden. Er gab am Dienstag vor dem vatikanischen Gericht zu, vertrauliche Dokumente weitergegeben zu haben. Er habe keine Komplizen gehabt.
"Ich bin überzeugt, dass es einfach ist, eine Person mit einer derartigen Macht zu manipulieren. Oft saßen wir am Tisch und der Papst stellte Fragen über Angelegenheiten, über die er hätte informiert sein sollen", berichtete der 46-Jährige. In Bezug auf den Vorwurf des erschwerten Diebstahls sei er unschuldig, versicherte Gabriele. Er gab jedoch zu, dass er das Vertrauen des Papstes missbraucht habe, den er "wie ein Sohn", liebe.
Gabriele berichtete, dass er bereits 2010 begonnen habe, vertrauliche Dokumente des Heiligen Vaters an die Öffentlichkeit zu bringen. Er versicherte, dass er allein gehandelt habe, allerdings seien in den letzten Jahren auch Dokumente über andere Personen des Vatikans an die Öffentlichkeit gekommen. Gelegentlich habe er vertrauliche Gespräche mit den Kardinälen Paolo Sardi und Angelo Comastri geführt.
Zelle rund um die Uhr beleuchtet
Bei der Gerichtsverhandlung am Dienstag wurde auch der Privatsekretär des Papstes, Bischof Georg Gänswein, befragt, der Gabriele als Spion entlarvt hatte. Dies hatte am 23. Mai zur Festnahme des Kammerdieners geführt, der 53 Tage in Untersuchungshaft verbringen musste.
Gabriele klagte über seine unmenschlichen Haftbedingungen nach seiner Festnahme am 23. Mai. Über 20 Tage habe er in einer winzigen Zelle verbringen müssen, in der er nicht einmal die Arme ausstrecken konnte. 24 Stunden lang war das elektrische Licht an. Deswegen habe er auch Augenbeschwerden bekommen.
Vatikan-Gendarmerie droht mit Klage
Der Vatikan hat die Vorwürfe umgehend zurückgewiesen. Der Kommandant der vatikanischen Gendarmerie, Domenico Giani, erklärte in einer Presseaussendung, dass Gabriele während seiner 53-tägigen Untersuchungshaft ab dem 23. Mai stets menschlich behandelt worden sei.
In Gabrieles Zelle sei das Licht aus Sicherheitsgründen nie ausgedreht worden, um Selbstverletzungen des Angeklagten vorzubeugen. Gabriele selber habe um Licht in den Nachtstunden gebeten. Dem Sträfling sei eine Augenmaske geliefert worden, damit er trotz des Lichts schlafen könne. Es sei unbestreitbar, dass Gabriele menschlich behandelt worden sei, auch weil er das Personal der Gendarmerie gut kannte. Sollten sich Gabrieles Vorwürfe als unbegründet erweisen, drohe ihm eine Klage, hieß es in Gianis Presseaussendung.
Der vatikanische Pressesprecher Pater Federico Lombardi versicherte, dass Gabrieles Haftbedingungen "sehr menschlich" gewesen seien. Auch die kleinste Zelle, in der Gabriele die Untersuchungshaft verbracht hatte, entspreche internationalen Standards. Während seiner Haft sei Gabriele ärztliche und spirituelle Betreuung gesichert worden. Außerdem habe er Besuche von den Familienangehörigen und den Rechtsanwälten erhalten. Der vatikanischen Staatsanwalt Nicola Picardi leitete eine Untersuchung der Haftbedingungen Gabrieles in die Wege.
Gänswein befragt
Bei der Gerichtsverhandlung zur Enthüllungsaffäre "Vatileaks" hat Gerichtspräsident Giuseppe Dalla Torre auch den Privatsekretär des Papstes, Georg Gänswein, befragt. Rund 30 Minuten lang antwortete Gänswein auf die Fragen des Gerichts. Gänswein erklärte, er habe zum ersten Mal den angeklagten Kammerdiener des Papstes Paolo Gabriele verdächtigt, als er im Buch des Journalisten Gianluigi Nuzzi "Sua Santitá" drei Briefe veröffentlicht sah, die nur er als Papst-Sekretär besitzen konnte. "Ich hatte nicht gemerkt, dass die Briefe fehlten", sagte der Sekretär, der wenige Meter von Gabriele saß. Die beiden wechselten jedoch keinen Blick.
Scheck über 100.000 Euro
Auch einige Gendarmen, die die Wohnung Gabrieles durchsucht hatten, wurden befragt. Sie bestätigten, dass in der Wohnung des Kammerdieners ein dem Papst ausgestellter Scheck im Wert von über 100.000 Euro, ein Goldklumpen sowie ein wertvolles Buch aus dem 16. Jahrhundert gefunden wurde. Den Goldklumpen hielt Gabriele in einer Schuhschachtel versteckt. In der Wohnung Gabrieles fanden die Gendarmen zahlreiche Dokumente über Freimaurerlogen und Geheimdienste.
Weitere Zeugen sollen am Mittwoch vernommen werden. Zu ihnen zählen auch eine Hausdame des Heiligen Vaters aus der Geistlichen Gemeinschaft "Memores Domini" und weitere Gendarmen. Der Prozess fand in einem kleinen Gerichtssaal hinter der Peterskirche statt. Zu den Verhandlungen wurde lediglich ein Pool aus acht Printmedien- und Agenturjournalisten zugelassen, die den Kollegen dann über die Entwicklungen des Prozesses berichteten. Fotos oder TV-Bilder des Angeklagten im Gerichtssaal gab es keine. Ein Richter-Trio führte den Prozess.
Noch unklar sind die Hintergründe, die den seit 20 Jahren im Staatssekretariat tätigen Gabriele zur Entwendung der vertraulichen Papst-Dokumente bewogen haben. Laut Ermittlungen hatte der frühere päpstliche Kammerdiener dem Journalisten Nuzzi zahlreiche kopierte Briefe und Geheimdokumente aus der Wohnung des Papstes weitergereicht. Als die Dokumente veröffentlicht wurden, spekulierten Beobachter, innervatikanische Flügelkämpfe seien die wahre Ursache für den Vertrauensbruch gewesen, eines der Angriffsziele sei Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone. Gabriele versicherte vor Gericht, dass er kein Geld für die Unterschlagung der Dokumente erhalten habe. (APA, 1.10.2012)
Paolo Gabriele verlies Zelle
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Wenn das der gute alte Jesus wüsste...er würde sich im Grabe umdrehen.
Andererseits: von oben betrachtet stelle ich mir das ziemlich lustig vor, wenn die juristisch geriatrische Abteilung des Vatikan nichts anderes tut, als jeder andere beliebige Staat auch... Vertuschen, Verheimlichen, Verschwinden lassen
überhaupt nicht davon überzeugen, dass Sie über die Grundlagen dieses Verfahrens auch nur annähernd Bescheid wüssten.
Selbstverständlich handelt es sich um ein rechtmäßig eingerichtetes staatliches Gericht.
Ich empfehle Ihnen, sich einmal mit ein paar Grundlagen vertraut zu machen:
http://www.vatican.va/vatican_c... cv_ge.html
Splendor iustitiae Apostolicae Sedis luceat tibi ad personam gratia Dei.
sorry, aber der mafiöse päderastenclub kann sich solange für einen staat halten wie er will, er bleibt trotzdem was er ist: unnötig, gefährlich und in sämtliche schweinereien verwickelt die auf dieser erde stattfinden- time to get you facts straight:
http://www.amazon.de/Vatikan-A... 3902404892
Diebstahl der Dokumente geredet wird - so wenig über den Inhalt. Wenn der Mann diesen Schweinekram an die Öffentlichkeit bringen wollte hat er seinen Zweck verfehlt. Man sollte lieber über den Inhalt der Dokumente Gericht halten !! Scheinheiliger Haufen !
Hast du das "Konzept" auf deren Website schon gelesen? "Fetzendeppad" ist das beileibe nicht, ganz im Gegenteil.
Man kann andere Ziele für wichtiger halten, aber "Atheismus" und "Religionsgesellschaft" sind ganz sicher kein Widerspruch. Genau das aber wollen bzw. können halt viele offenbar (noch) nicht verstehen...
Irrelevant, es braucht keinen Atheismus-Verein, der als Religion anerkannt werden will, sondern eine saubere Trennung von Kirche und Staat und ein Streichen sämtlicher Privilegien für Religionsvereine, und diese führt wiederum den absurden Verein ad absurdum.
PS: Ein wichtiger Punkt bei vielen "AtheistInnen" (Agnostikseite zb) ist die Ablehnung von eben solchen Vereinen/Hierarchien mit (alleinigem, dogmatischen) Vertretungsanspruch, die haben sicher eine Freude an so einer Anerkennung ;)
@antis "eine saubere Trennung von Kirche und Staat (...) führt wiederum den absurden Verein ad absurdum"
Das stimmt sicher nicht.
Wie sollte die Atheistische Religionsgesellschaft durch eine Trennung von Kirche und Staat ad absurdum geführt werden (können)?
Religionsfreiheit ist ein Grundrecht. Auch in Österreich.
du bist mit einem Urteil sehr rasch bei der Hand. Bewundernswert auch, wie rasch du erkennst, was "es braucht"...
*Ironie off*
Bist du politisch ein wenig naiv? Kann es sein, dass du schlecht einschätzen kannst, was in Österreich eher kurz- und mittelfristig und was realistisch betrachtet nur langfristig umsetzbar ist?
Und was, um Himmels willen, ist an der Atheistischen Religionsgesellschaft bitte schön "absurd"?
Bitte um sachliche Antworten!
Politische Naivität würde ich jetzt auch nicht grade als sachliche Antwort auf meinen Erguss ansehen.
Und wenn wir bei der Naivität sind, "realistisch langfristig umsetzbar" wird die Abschaffung von Religionsprivilegien nicht dadurch, dass man seinen eigenen schwindligen Verein in genau diese Privilegien einzementieren will.
Atheistische Weltanschauung als Religion(sgemeinschaft) zu etablieren bedeutet nichts weiter, als Munition für die "Atheismus ist doch auch nur blinder Glaube"-Fundamentalisten bereitzulegen.
@antis "Atheistische Weltanschauung als Religion(sgemeinschaft) zu etablieren bedeutet nichts weiter, als Munition für die "Atheismus ist doch auch nur blinder Glaube"-Fundamentalisten bereitzulegen."
Soll man etwas nicht tun, nur weil andere das evtl. fehlinterpretieren oder absichtlich falsch auslegen könnten?
Das wäre doch eine traurige Selbstbeschränkung der eigenen Gestaltungsmöglichkeiten.
Es bedeutet auch, eine atheistische Weltanschauung, die Götter verneint, sich von Religion lossagt und Kritik an der institutionalisierten Religion übt umzudrehen auf eine ebensolche institutionalisierte Religion, und das ist eben entweder a) unlogischer Schmarr'n oder b) abgezielt auf Privilegien.
Es gibt hunderttausende Atheistische Vereine, die aus gutem Grund nicht diesen Anspruch stellen, worin liegt also die Notwendigkeit einer atheistischen Religionsgemeinschaft? Ausser besagten Privilegien und dem guten Gefühl, unter jedem Religionsartikel in einer Onlinezeitung auf mittellustigeweise einen Link anzubringen?
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