"Obama ist das quintessenzielle Amerika"

Interview | Teresa Eder
2. Oktober 2012, 13:35
  • Markovits: "Die Europäer hätten gern ein Amerika, das die Schweiz ist."
    foto: privat

    Markovits: "Die Europäer hätten gern ein Amerika, das die Schweiz ist."

Politologe Andrei Markovits über antiamerikanische Ressentiments im Nahen Osten und Europa und das Faible der US-Amerikaner für europäische Akzente

derStandard.at: Die Bilanz der vergangenen Wochen lautet: Ein toter US-Botschafter in Libyen, zahlreiche Angriffe auf US-Vertretungen in der ganzen Welt. Und das alles wegen eines Filmes, gedreht von einem ägyptischen Emigranten und US-Bürger. Sind Sie überrascht über die Reaktionen?

Markovits: Natürlich nicht, denn alles, was man den USA ankreiden kann, kreidet man ihnen auch an. Es wird sofort verallgemeinert, als würde der Film eine offizielle Haltung der USA darstellen. 

Es gibt eine ganz klare Doppelmoral dahingehend, wer Opfer sein kann und sein darf. Amerikaner können per se keine Opfer sein, weil sie als Kern des sogenannten Establishments wahrgenommen werden. Sozusagen "the global man" und das ultimative Übel. Dieser Film wurde stellvertretend benützt, um dem Ressentiment gegen die USA Ausdruck zu verleihen. Nur um das in Relation zu setzen: Wie oft wird denn dieser Tage vor der syrischen Botschaft in Wien demonstriert? 

derStandard.at: Wie kommt es dazu, dass ein Filmproduzent und sein Film mit einem ganzen Land gleichgesetzt werden?

Markovits: Durch ein dichotomes Weltbild, in dem es nur den Starken und den Schwachen gibt. In einem gewissen Sinne ist es ja wunderbar, dass es seit den späten 60er Jahren einen Diskurs der Empathie gibt über Schwache und Benachteiligte und wir heute viel entgegenkommender sind. Das ist eine große demokratische Errungenschaft.

Aber man muss eben auch die Empirie im Blick haben. Das hat man bei den USA nicht und ist sofort mit Schemata da, die die USA nur als Mächtigen darstellen. Hinzu kommt, dass die USA anders als Europa auch kulturell und moralisch als minderwertig angesehen werden. Militärisch und politisch machtvoll, kulturell minderwertig - eine fatale Kombination in Sachen Legitimation und Verständnis.

derStandard.at: Inwiefern unterscheidet sich der europäische Antiamerikanismus von seinem Pendant im Nahen Osten?

Markovits: Grundlegend, weil die USA natürlich eine absolut zentrale Rolle im Nahen Osten spielen und gespielt haben. Im Nahen Osten hat der Antiamerikanismus in diesem Sinne für mich viel mehr Rechtfertigung als in Europa, weil die USA in einigen Ländern und in einigen Kontexten eine sehr widersprüchliche Position einnehmen.

Die Wut, die es im Nahen Osten auf Amerika gibt, kann ich, obwohl ich sie genauso kritisiere, eher nachvollziehen als die Verachtung und die negative Einstellung europäischer Intellektueller. Aber es geht um viel mehr - nicht nur um die Politik der USA, sondern um Ideen und Werte. Die Europäer sehen Amerika als prüde an, für den Rest der Welt ist es allerdings der Inbegriff des Pornografischen. Und für beides wird es angegriffen.

derStandard.at: Woher kommt die Verachtung in den europäischen Staaten?

Markovits: Die USA waren die erste wichtige europäische Kolonie, die sich von Europa trennte und Europa aktiv verneinte. Es kam zu einer revolutionären Neudefinition von Politik, die zum ersten Mal - noch vor der Französischen Revolution - den Menschen als Individuum ins Zentrum der politischen Souveränität und Autorität setzte und eben nicht Könige, Kaiser oder Gott. Das war natürlich ein Affront gegen die aristokratische Vorstellung von Politik, die damals in Europa vorherrschte.

Seither sind europäische Rechte beziehungsweise europäische Konservative immer antiamerikanisch und verachten Amerika als ein neureiches, kulturloses Etwas, das den Kern der Politik und vor allem politische Leitfunktionen nicht versteht und natürlich keine Authentizität besitzt oder Geschmack hat. Die neue Linke griff diese Frage von kultureller Authentizität dann auch auf. Nach dem Motto: Amerika hat ja nur Hollywood. Wir Europäer haben Kultur und Authentizität, Amerika ist Plastik und künstlich.

Und natürlich liebt niemand einen Großen, einen "Mr. Big", wie Josef Joffe die USA treffend bezeichnet hat. Alle hassen Harvard, alle hassen die NY Yankees, Bayern München oder Manchester United. Es gibt sogar für dieses ressentimentgeladene Kollektiv einen Begriff in England: ABU - anybody but United. Amerika stellt genau dies dar. Deshalb gibt es natürlich auch riesige Schadenfreude in der medialen Berichterstattung über Amerika.

derStandard.at: Hat Obama diese Stimmung in Europa nicht entschärfen können nach der Ära Bush?

Markovits: Obama wurde für die Europäer kurz eine Art "Anti-Bush" bzw. ein "guter Amerikaner" oder eigentlich gar kein Amerikaner, sondern eben ein "guter Europäer". Obwohl er natürlich in Europa undenkbar wäre. Undenkbar, dass jemand mit dem Namen Barack Hussein Obama ein deutscher Kanzler oder britischer Premier wird. 

Obama ist für mich das quintessenzielle Amerika. Mutter aus Kansas, Vater aus Kenia, aufgewachsen in Hawaii, das College in Los Angeles und New York absolviert, Law School in Harvard und letztlich in Chicago. Genau das ist Amerika. Er ist der Inbegriff des von Intellektuellen heiß geliebten Multikulti, das in Europa noch immer so rar ist und in der Politik eigentlich nicht vorhanden ist.

Obama ist eloquent, ein Weltbürger, alles Attribute, die sich die Europäer selbst zuschreiben - also "einer von uns" und gar kein "richtiger Amerikaner", wie es viele Europäer 2008 empfanden. Dann aber stellt sich plötzlich heraus, er ist doch nicht "einer von uns", weil er Drohnen einsetzt und Bin Laden töten lässt, was zivilisierte Europäer niemals tun würden. Das machen eben nur ungehobelte und aggressive Amerikaner.

derStandard.at: Die Europäer wünschen sich offensichtlich ein Amerika, das nicht mehr ein "Big America" ist. Zurückhaltender. 

Markovits: Genau. Einerseits wollen viele Europäer ein verhaltenes Amerika, aber andererseits haben sie nichts dagegen, Amerikas Trittbrettfahrer zu sein. Amerika als Garant der Seewege. Amerika als eine Art Weltpolizist, dem man sich gerne anhängt und den man gerne irgendwie im Hintergrund hat, aber den man eigentlich hasst. Die Europäer hätten gern ein Amerika, das die Schweiz ist. Das wird es nicht spielen, sorry. 

derStandard.at: Gibt es im Gegenzug antieuropäische Ressentiments in den USA?

Markovits: Ja, aber nicht als Antwort auf den Antiamerikanismus. Den meisten Amerikanern ist es im Grunde genommen völlig egal, dass viele Europäer antiamerikanisch sind. Das find ich auch gut. Ob bei Schickeria-Partys in Frankfurt, Berlin, Paris, London oder Wien böse und vor allem verachtend über Amerika geredet wird - wen interessiert's? Das ärgert mich vielleicht, aber letztendlich ist das im großen Rahmen egal. 

In Europa sind die Eliten antiamerikanisch, das Volk weniger. In den USA ist es umgekehrt. Wer mit europäischem Akzent spricht, hat nirgends so große Vorteile wie im gehobenen amerikanischen Milieu, das Geld hat und die europäische Kultur schätzt. Für die amerikanischen Eliten gibt es nichts Besseres als "European". Was immer das auch heißen mag, ist es von vornherein total positiv konnotiert und codiert. Jeder zweite amerikanische Werbespot hat mittlerweile einen Sprecher mit britischem Akzent. Glauben Sie mir, das Gegenteil passiert in England so gut wie nie.

Aber es gab immer schon eine gehörige Portion Antieuropäismus in Amerika, aber immer mit einer europäischen Nation im Vordergrund. Im 18. und 19. Jahrhundert war es Anti-Britisch-Sein, man kann die Entstehung der amerikanischen Sportarten ohne diese vorherrschenden antibritischen Ressentiments nicht verstehen. Dann war es eine fast hysterische antideutsche Haltung, die besonders während und nach dem Ersten Weltkrieg weit verbreitet war. In den letzten zwei Jahrzehnten gab es weit verbreitete Ressentiments gegen Frankreich. Aber alle Umfragen der letzten fünf Jahrzehnte zeigen, dass eine massive Mehrheit der Amerikaner Europäer und Europa mögen. 

Die auf neoliberale Dogmen ausgerichtete und ins rechtsextreme politische Lager abgedriftete Republikanische Partei verwendet den europäischen Wohlfahrtsstaat, um die Demokraten in grotesker Weise schlechtzumachen - als "Sozialisten" und vaterlandslose Gesellen. Aber in Wahrheit ist den Republikanern Europa ziemlich egal. 

derStandard.at: Wird der Arabische Frühling im Nahen Osten eher zu einer Verschärfung oder Entspannung führen, was den Antiamerikanismus anlangt?

Markovits: Kurzfristig gesehen wird es sich verschärfen. Aber langfristig glaube ich - auch weil ich ein eingefleischter Demokrat bin, für den die schlechteste Demokratie der besten Diktatur meilenweit vorzuziehen ist -, dass sich das zum Positiven wenden wird. Es ist leider ein Irrglaube und Wunschdenken vieler Intellektueller, anzunehmen, dass das Volk automatisch fortschrittlicher oder toleranter ist als politische Eliten. Das stimmt oft nicht.

Es ist leider der Fall, dass brutale Diktaturen wie die der Baath-Parteien in Syrien und im Irak für Frauen und nebenbei auch für ethnische und religiöse Minderheiten zumindest kurzfristig bessere Regimes waren als die sich jetzt anbahnenden. Eine christliche Ärztin in Bagdad unter Saddam Hussein hatte ein besseres Leben als unter dem jetzigen Regime, und ein christlicher Kaufmann in Damaskus ist bei dem alawitischen Diktator Assad wahrscheinlich besser aufgehoben als unter einer von einer sunnitischen Mehrheit dominierten Demokratie.

Ich glaube aber, dass die derzeitigen Entwicklungen im arabischen Raum langfristig gut sind, weil sie den Leuten Möglichkeiten geben, die sie vorher nicht hatten, und weil sie das Diskussionsfeld der Politik mächtig erweitert haben. (Teresa Eder, derStandard.at, 2.10.2012)


Andrei Markovits ist Professor für Politikwissenschaft und Soziologie an der University of Michigan (Ann Arbor). Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich europäischer Politik (insbesondere Deutschland und Österreich), Anitamerikanismus und Sportsoziologie. Markovits wuchs in Wien auf und maturierte an der Theresianischen Akademie, bevor er in die USA auswanderte und an der Columbia University studierte. Zuletzt erschienen von ihm "Uncouth Nation. Why Europe Dislikes America" und "Sportista. Female Fandom in the United States".

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Markovits,: Obama

ist Marionete und du???

super interview, danke!

Jemand der noch immer glaubt,

dem Irak Demokratie gebracht zu haben, sollte sich ueber Antiamerikanismus besser nicht aeussern.

Das massenhafte Niedermorden von Zivilisten in irgendwelchen Laendern liegt bei Leuten wie M. einfach unterhalb der Wahrnehmungsgrenze. Das waren in der letzten Dekade immerhin gezaehlte 1,5 Millionen Frauen, Kinder und Familienvaeter.

Dieses Dauermorden geht zudem bedeutend weiter zurueck als es Flugzeugen moeglich ist, Bomben fallen zu lassen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Phil... cher_Krieg

Ein Nuernberg wuerde M. vielleicht die Augen oeffnen.

gut gemeint, aber immer noch schwarzweiss gemalt.

erzählt er das, weil ers glaubt oder weil er uns beeinflussen will?

mehrere zusammenhänge werden gar nicht erwähnt, über die wär nachzudenken, damit sich europa weiterentwickelt.

M. hat eine typische karriere, dieses personal ist heute nicht in der lage, motivation oder fortschritt zu bewirken.
das kann nur eine rein bodenständige europäische geisteskultur: die klassische uni, die einfluss hat ohne thinktank zu sein, muss neu entstehen mit neuen fähigkeiten, dazu gehört soziale durchlässigkeit, die bei thinktanks aufgrund der loyalitätsregeln nicht klappt.

"Die Europäer sehen A. als prüde an, für den Rest der Welt ist es allerdings der Inbegriff des Pornografischen."
was wir verabscheuen, verkaufen einige von uns weltweit als erwerb..

Damit sich Europa weiter entwickelt... Können Sie angemessen und konstruktiv mit Kritik umgehen? Ja, nun denn:

wie wäre es - bevor Sie sich um die (geistige) Fortentwicklung Europas sorgen, wenn Sie zunächst einmal an der Entwicklung Ihrer eigenen Schreibkompetenz feilen. Die syntaktische Eigenstruktur Ihres Textes lässt stark zu wünschen übrig. Schreiben Sie lieber weniger dafür verständlicher. Zitat: "schreibt er weil er es glaubt oder weil er uns beeinflussen will?" Diese Art von Euphemismus können Sie sich ersparen und gleich schreiben - Ist er nur dumm oder ein Betrüger ? Gleich bescheuert ist auch Ihr :"M. hat eine typische karriere.." um dann von "bodenständiger europäischer geisteskultur" zu säbeln... Was für ein Kraut rauchen Sie oder meinen Sie das alles im Ernst?

wie wäre es, wen sie

herr/frau trestigeres außer pseudointellektuelle phrasendrescherei zu pflegen, mal im echten leben ankommen würden? und anstatt jeden der ihre meinung nicht teilt als anti-whatever zu diffamieren, mal das echte leben betrachten würden?

danke für die wortmeldung, damit weiss ich, dass es ein treffer war!
;)

Hier geht es nicht um "Treffer" sondern um einen rationalen Diskurs zu Ihren Vorhaltungen.

Was soll bitte an Ihrem Posting diskursiv gewesen sein?

Sie mimen einfach die intolerante Schulmeisterin, und werden dabei sogar beleidigend. Keine Argumente, nur NLP-Rhetorik. Das war's dann auch schon.

Wenn Sie sich auch über die sytaktische Eigenstruktur eines Kommentars zu einem Text auslassen, erscheinen Sie dabei in keinem seriösem Licht.

Das hat weder mit Diskurs, noch mit Meinungsaustausch etwas zu tun.

Emotional? ja; rational? nein; Diskursiv? Auf gar keinen Fall! Sie gehen auf nichts ein was Frodo schrieb, sondern bemängeln nur, wie er das tat.

Um es Ihnen beim Schulmeistern nachzutun: "Fünf, Setzen!"

Durchsichtiges Spiel...nach über 295 Postingeinträgen in denen Antiamerikanismus versus Amerikakritik erörtert werden, durchaus auch kontrovers, in denen die Poster versuchten den Unterschied zwischen beiden Begriffen herauszuschälen tauchen dann

"Frodo Der Hobbit" und "Kung Fu" auf. Der erstere greift Markovits euphemisch bemäntelt u.a. auf der persönlichen Linie (Ausbildung) an (wie genial auch - als ob er Markovits kennt) fährt fort mit weiteren Unterstellungen. Auf meinen Einwand hin diesen Euphemismus zu lassen und klar verständlich zu schreiben und weiter indem ich auf 2 Punkte seiner Behauptungen eingehe und diese in Frage stelle (lesen Sie mein erstes Antwortposting nach) kommen nun Sie und starten Ihren unnötigen Frontalangriff. Da können Sie noch so laut brüllen, Ihre Unterstellungen und Behauptungen werden dadurch nicht richtiger und der Diskussion nicht förderlicher.

Ich wünschte, Sie könnten lesen, was Sie schreiben.

...und nein, Sie gehen nicht auf 2 punkte seiner Meinung, oder wie Sie es nennen, Behauptung ein, nicht einmal auf einen einzigen.

Nach Ihrer eigenen Definition von Euphemismen, schreiben Sie in Form eines Euphemismus nichts anderes als "Deine Meinung und Dein Schreibstil sind nicht so toll eloquent wie meine. Du bist nicht meiner Meinung und hast einfach Unrecht."

Danke im Namen aller Poster, die Ihrer nicht würdig sind für Ihre tollen syntaktischen und diskursiven Höhenflüge, Grüsse auch an Ihr Ego.

der europäische antiamerikanismus wird vereinfacht.

ist es für ihn nicht gerechtfertigt, auf der seite der opfer westlicher intrigen in der 3. welt zu stehen?

unsere massen wissen von einer bestimmten anderen entstehungsgeschichte des antiamerikanismus überhaupt nichts! es ist nicht ihr game.

typ a) sind uns hier nicht bewusst, dass das reaktionäre sind. (wovor die pilgrim fathers angewidert abgehauen sind)
dass die ÖVP historisch antiamerikanisch sein soll, hat sie hier eher geheim gehalten, man kennt nur den konflikt mit rechtsaussen, wo es um konkurrenz geht.
gegner wurden allerdings in der 2. welle der globalisierung zum grossen teil über die US-multis und thinktanks aufgesogen.

typ b) antiimperialisten
http://philippines1900.tumblr.com/
kapitel über die kolonisation! gute vergleiche

die motivation, europa zu verlassen, wurde wenig erfüllt!

was die pilgrim fathers hinter sich lassen wollten, hat sie teils wieder eingeholt, und aktuell wirds schlimmer.
was PNAC sich da alles zusammen definiert hat, samt den dominanzplänen, und dahinter stehen wesentlichste machtgruppen, das ist doch einer geisteswelt bismarcks und napoleons entsprungen!

der wiedereinfangprozess durch die europäische krankheit (könig/kardinal/feldherr/bank/apparatschik) läuft seit beginn mit wiederkehrenden wellen.
oder was ist bilderberg anderes?

und die republikaner machen doch insgeheim mit den euro-reaktionären (im sinn von restauration) gemeinsame sache, die welt untereinander aufzuteilen!

die demokraten hingegen haben sich die euro-sozis hingebogen.

nun erklärt mal endlich die rolle der ÖVP!

Die österreichischen Medien sind jedenfalls nicht anti-amerikanisch

Der ORF nicht & der STANDARD schon gar nicht.

Heute gibt's die Obama-Romney-Diskussion live in ORF III, der überwiegende Teil der Kinofilme sind aus den USA, das europäische Uni-System wurde an das amerikanische angeglichen, überall gibt's amerikanisches Essen & sogar parfümierten Kaffee, viele Leute sprechen ganz gut Englisch. Was soll das Gejammer?

Wäre es nicht wirkungsvoller, zu fragen, warum es - trotz dieser intensiven Beeinflussung - immer noch anti-USA-Gefühle gibt?

In den ARTE-TV-Nachrichten gab's heute einen Bericht über eine ganze indische Region, die wegen des USA-Gen-Maises von Monsanto verelendet ist (man brauchte nicht weniger, sondern viel mehr Dünger). Viele Verschuldete brachten sich um. Bei uns nie in den Haupt-News.

monsanto ist eben die konsequenz der grossen freiheit.
das ist ja nicht amerika, sie haben da nur die freiheit, sowas zu tun.
usw, man putzt sich ab und macht auf 1000 ebenen weiter.

Stichwort - Antiamerikanismus

eine reortage über die militärstützpunkte der USA und die auswirkungen.

http://www.standingarmy.it/

Standing Army - The American Empire (english aber auch länger)
http://www.youtube.com/watch?v=L711EsM9IPk

hier deutsch

http://www.zdf.de/ZDFmediat... nding-Army

kommt irgendwann die woche auf zdf info glaubs

statistisch signifikant

wird es manchmal erst, wenn man mehrere MA´s in Reihe betrachtet;
beim Standard seit 2001:
6,0-5,7-5,8-5,4-5,9-4,9-5,0-5,5-5,6-5,3-5,0 (gerade Ganzjahre) und jetzt bei schiefem 11/12 4,8. Zeigt zum einen, wie stark die Streuung ist, zum anderen aber ist der Rückgang von knappen 6 auf etwa 5 über die Jahre schon spürbar, aber damit steht er wahrlich nicht alleine da.

Auf jeden Fall alles Gute für die Zukunft!

"Die Europäer hätten gern ein Amerika, das die Schweiz ist. "

nein, die europäer/innen sähen es gerne, wenn die USA glaubwürdig die werte vertreten würden, deren weltweite durchsetzung sie proklamieren: guantanamo zuzusperren und sich dem internationalen strafgerichtshof zu unterwerfen wäre ein guter anfang.

Obama wollte Guantanomo schliessen, aber es wurden ihm Reihenweise Knüppel zwischen die Beine geschoben. Zudem hat er keine Unterstützung des Kongresses - und nur schwache Unterstützung aus Europa erhalten.

Guantanamo wurde zum Symbol der Rechtlosigkeit der Bush-Regierung, weil weder amerikanisches noch internationales Recht angewandt wurde. Zudem hat die Bush-Regierung Folter zugegeben - das hatte noch keine zuvor - versuchte aber gleichzeitig diese zu verniedlichen. Aus Europa gab es keine klare Unterstützung für die Schließung durch Aufnahme einer größeren Zahl von Ex-Guantanamo-Häftlingen. Das war politisch falsch. Guantanamo ist kein Einzelfall. Es gibt viele Guantanamos auf der Welt. Ich würde mir wünschen dass das Engagement ebenso so stark wäre wie das gegen Guantanamo.

richtig, obama wurde daran gehindert.

"In Europa sind die Eliten antiamerikanisch, das Volk weniger."

das würde ich gerne durch eine empirische studie belegt sehen.

ich denke auch, dass er das falsch sieht.
ich glaube, antiamerikanismus ist in Europa sowohl bei den "eliten" als auch beim "volk" gleich (stark) ausgeprägt.

die vorstellung, es gäbe so etwas wie "die" amerikanische mentalität, und die vorstellung, diese sei barbarisch, sind nicht auf "eliten" beschränkt.

Vielleicht liegt es auch am Begriff Eliten. Gefühlt würde ich sagen, dass Antiamerikanismus, Antisemitismus wie andere -ismen nicht auf Bildungs- Vermögens- oder politischer Ausrichtung zu verorten sind, sondern quer durch alle verlaufen.

ja, antisemitismus finden sie in allen schichten. antiamerikanismus: da müßten wir zuerst klären, was darunter zu verstehen ist. im extremfall lehnt jemand alles ab, was aus den USA kommt. mir ist so jemand noch nicht begegnet. jemand kann aber ein fan von filmen aus hollywood sein und dennoch US-amerikaner für generell kulturlos, aggressiv etc. halten. islamisten sind weniger antiamerikanisch als antimodern. für sie sind die USA der sinnfälligste ausdruck für das, was sie als bedrohung durch moderne lebensformen erfahren.

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