Vermögen ungleich verteilt - Erben wichtige Quelle für Reichtum

Gerald John, 1. Oktober 2012, 17:59
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Nationalbank-Studie stellt fest: Es gibt wenig Vermögen für die breite Masse, großen Wohlstand für eine kleine Oberschicht

Wien - Der "G'stopfte", das unbekannte Wesen: Die Parteien streiten zwar dauernd um die Reichen und deren Besteuerung, wissen aber herzlich wenig über sie. Das Land zähle lieber Obstbäume, statt die Vermögensverteilung zu erforschen, hat der einstige Finanzminister Ferdinand Lacina bereits vor Jahren süffisant festgestellt.

Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB), schon bisher Quell der wenigen validen Daten, versucht nun Licht ins Dunkel zu bringen. Im Auftrag der Europäischen Zentralbank nahm das Institut wie alle Notenbanken im Euroraum akribisch das Vermögen privater Haushalte unter die Lupe. Die ersten Ergebnisse der punkto Aufwand beispiellosen Studie liegen dem STANDARD vor.

Zentrale Erkenntnis der Forscher: Die Ungleichverteilung von Vermögen sei in Österreich "ausgeprägt", und zwar deutlich stärker als bei den Einkommen. Einer breiten Masse mit bescheidenem Besitz stünden "sehr wenige Haushalte mit sehr hohem Nettovermögen" gegenüber.

Starke Schieflage

Die 3,77 Millionen Haushalte halten hochgerechnet rund eine Billion Euro Nettovermögen, worunter man Finanzvermögen plus Sachvermögen minus Schulden versteht. 40 Prozent müssen mit maximal 50.000 Euro das Auslangen finden, rund drei Viertel besitzen weniger als 250.000 Euro. Während das ärmste Zehntel über höchstens 1000 Euro verfügt, hat das reichste mindestens 542.000 Euro - mit Open End nach oben.

Der Median - die eine Hälfte der Haushalte hat mehr, die andere weniger - liegt bei 76.500 Euro. Dass das Durchschnittsvermögen mit 265.000 Euro dreieinhalb Mal so hoch liegt, werten die Forscher als Beleg für die starke Schieflage. Mehr als drei Viertel der Haushalten besitzen weniger Nettovermögen als der Durchschnitt, den offensichtlich enorme Vermögen im Top-Bereich in die Höhe treiben.

Als weiteren Nachweis nennen die Autoren den sogenannten Gini-Index, mit dem sich Verteilung messen lässt - beim Wert von null besitzen alle gleich viel, bei eins hat die reichste Person alles. Punkto Nettovermögen liegt der Gini-Wert laut OeNB-Daten bei 0,76 und damit fast dreimal so hoch wie bei den Einkommen.

Die Österreicher besitzen deutlich mehr handfestes Vermögen als Geld. Drei Viertel nennen ein Auto ihr Eigen (Durchschnittswert: 13.000 Euro), 48 Prozent ein Haus oder eine Wohnung als Hauptwohnsitz. Dieser ist im Median 200.000 und im Durchschnitt 258.000 Euro wert. Weitere, nicht selbst bewohnte Immobilien haben nur 13 Prozent der Haushalte - der Median liegt bei 94.000, der Mittelwert bei 228.000 Euro.

Umstrittene Erbschaftssteuer

Die Zahlen geben Hinweise, wie viele Haushalte von etwaigen Vermögenssteuern getroffen würden. Das noch vage Modell der SPÖ mit Freibetrag von einer Million würde demnach nicht einmal annähernd die gesamten obersten zehn Prozent erwischen: Diese beginnen bei einem Sachvermögen von etwa 534.000 Euro brutto (ohne Abzug der Schulden) und bei einem Finanzvermögen von 105.000 Euro. Eine Variante mit einem Freibetrag von einer halben Million träfe maximal 15 Prozent.

Nicht minder umstritten ist das Comeback einer Erbschaftssteuer. Laut OeNB-Daten hat ein rundes Drittel der Haushalte bereits etwas geerbt, rund 15 Prozent ihren Hauptwohnsitz. Dieser ist - auf aktuelle Preise hochgerechnet - im Schnitt 280.000 Euro wert, der Median liegt bei 163.000. Erben sei eine der wichtigsten Vermögensquellen, stellt die Studie fest: Im wohlhabendsten Fünftel der Haushalte haben 65 Prozent der Haushalte geerbt, im ärmsten nur zehn. Das Erbe fiel mit 237.000 zu 14.000 auch deutlich üppiger aus.

Ein anderer Garant für Wohlstand ist Bildung. In Haushalten mit Akademikern als von den Forschern befragte "Referenzperson" liegt das Medianvermögen bei 170.000 Euro, bei Pflichtschulabsolventen bei knapp 36.000 Euro. Am vermögendsten sind die Österreicher im Alter von 50 bis 64.

Die präsentierten Daten, die auf 2380 Befragten basieren, sind ein Auftakt, in der Folge soll ein breites Bild von Reich und Arm entstehen. Das Problem: Reiche sind auch gegenüber Wissenschaftern diskret. Vermögen und Ungleichheit, folgern die Autoren, würden deshalb "unterschätzt". (Gerald John, DER STANDARD, 2.10.2012)
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Gleichheit wäre ungerecht.

Wir haben ein Recht auf Ungleichheit.

jeder ehrliche mensch

der sich sein geld hart erarbeiten muss, weiss woran es fehlt an wertschöpfung sich was schaffen zu können mit arbeit!

mit spekulationen auf vermögenswerte bleibts in den familien und die die eben das pech haben nicht in so eine familie geboren zu sein, hat eben pech gehabt und weiterhin unterdrückt diskreminiert und ausgenommen wie ein fisch bis zum himmel stinkt!

gesetze wie bMs die nicht vollzogen werden bringen auch nichts.

solange die justiz, bankenwesen, magistrat menschen sozusagen zwischen arm und reich unterscheidet (bemessungsgrundlagen) bzw. wie die vertrettung sich engagiert, wird kann sich nichts verändern!

die serie arm und reich war sehr interessant es fehlt an chancen aus sozialer geborener armut herauszukommen

870.000 Euro verdienten die Vorstände der börsenotierten Unternehmen im Schnitt, am meisten die der voestalpine.

Jetzt frag ich mal, kann so jemand ~50 mal mehr für die Gesellschaft leisten als eine Kindergärtnerin oder Reinigungskraft?

http://kurier.at/wirtschaf... 1481237582

wie wärs mit dem BGE?

mit dem bedingungslosen grundeinkommen wäre die kindergärtnerin bzw die putzfrau endlich in der lage - auch dem vorstand dieser unternehmen - zu sagen: "wenn ihr mich nicht adequat bezahlt, dann machts den scha** selber - aus!"

es würde dazu führen, dass endlich jene leistungen, die unterbezahlt aber WICHTIG sind, "wichtigkeits-gerecht" zu bezahlt werden.

da kann auch der vorstand nichts ändern - die macht würde sich zum "kleinen" volk verschieben.

wenn wir alle unseren neid (nämlich auf ähnlichgestellte!) überwinden könnten, dann wäre mit BGE ein grosser schritt zu mehr individueller freiheit gemacht.

und wenn die löhne in den "unbeliebten" aber wichtigen jobs steigen, dann finden sich früher oder später auch genug leute, die es machen

@Marsmanderl Ihre Idee vom BGE in Ehren,

da wären ja jene die Dummen, die sich zu einer Arbeit aufraffen können.
Wir brauchen Menschen, die etwas leisten, und nicht nur solche, die sich auf Kosten anderer die Sonne auf den Bauch scheinen lassen...

ich hab das beispiel schon einmal gebracht...

auch jetzt gibts genug leute für müllabfuhr, kanalreinigung, fäkalsilotaucher, etc.

und warum? ganz einfach - weil das gut genug bezahlt wird!
und weil niemand dazu gezwungen werden kann gibt es einen engpass an anbietern bzw tätigen in diesen bereichen.

also ist die lösung einen engpass herzustellen. es wird aber auch dann, bei "richtiger" bezahlung - im BGEsystem - immer genug putzfrauen geben.

sie werden halt mehr kosten. das betrifft aber viele berufsgruppen und vermutlich die meisten menschen.
die mehrheit würde profitieren.

Das "herrschende" Volk wird immer ärmer.

Und das soll Demokratie heissen.

es heisst demokratie, ist aber nicht das was die menschen denken

man sollte sich ein bißchen informieren was demokratie eigentlich bedeutet.
zb bei aristoteles: demokratie ist "wenn viele zum nutzen der/s herrschenden" regieren.

überrascht?
dann lesen sie nach. ich behaupte, was die meisten menschen sich wünschen - aber nicht kennen - ist die politie: "wenn viele zum Nutzen aller" regieren.

das ist die "bezeichnung für ein gemeinwesen, das von den vernünftigen bzw. besonnenen seiner mitglieder gelenkt und geleitet wird"

ich bin mir nicht sicher ob diese form aber jemals umgesetzt/ausprobiert worden ist. jedenfalls aber ganz was anderes als unsere demokratie.

Es gibt Nettozahler des Steuersystems und Nettoempfänger.

Das ist so wie bei den Mitgliedsländern der EU.
Die Diskussion hier kommt mir so vor, als würde sich Griechenland beschweren, dass Deutschland reicher ist... Nach dem Motto: "Die reichen Deutschen sollen gefälligst mehr zahlen!"

so einfach ist das alles nicht

hier posten viele, die keine millionen verantworten. die glauben mit geld leistet man an sich teuren luxus. wer viele millionen besitzt der weisz das geld ein stimmrecht ueber langfristige wirtschaftsgueter ist und, dasz der falsche oder richtige einsatz dieses stimmrechts sehr schnell dazu fuehrt dasz man mehr oder nichts mehr hat. kapital laesst sich ueber generationen nur halten, wenn man ueber viele jahre eine gute resourcenallokation entscheiden kann, die fuer alle wert schafft. aber das glauben viele nicht. es ist aehnlich wie mit dem kinder kriegen. solange man keine hat glaubt man, dasz man alles weisz. aber wenn man kinder hat und diese grosz zieht dann lernt man dasz es doch nicht so einfach ist. mit geld ist das nicht anders.

Es kommt wohl darauf an,

wie nutzbringend man sein Vermögen für die Allgemeinheit einsetzt - z.B. durch Investitionen in der Firma u/o Schaffen neuer Arbeitsplätze.

Mag ja sein, aber

ich habe zu viele Kinder aus sehr gut situierten Haushalten kennen gelernt, die sich rein auf das Geld der Eltern verlassen haben. Einige haben aus Desinteresse und im stetigen high-life-Stress nach knapp geschaffter Matura (Nachhilfe ohne Ende) ihren Weg mehr oder weniger mühsam gefunden, andere haben ihre Talente zum Teufel gehen lassen: der Papa wird's schon richten!

Dass Geld einen Charakter verderben kann, ist ja keine Neuigkeit. Begüterte Eltern sollten daher genau darauf schauen, dass ihre Sprösslinge bildungsmäßig gut für die Zukunft gerüstet sind und das geerbte Geld nicht sinnlos verschleudern.

der fluch des buergertums

ja sie beschreiben hier das problem des buergertums. das hat schon thomas mann in vielen romanen so beschrieben. um das zu aendern benoetigt es eine andere weltanschauung als der heutige mainstream (egal ob links oder rechts) sie hat (da ist man nach spaetestens 3 generationen vergessen). das ist aber eine frage ob man sich als teil einer langen reihe von famillienmitgliedern versteht oder nicht. wer so denkt geht neben geld mit vielen dingen anders um. wer nicht so denkt und wer seine famillie nicht so entwickelt dessen kapital ist eh nach 3 generationen verschwunden.

Guter Beitrag.

Aber ich fürchte, die meisten hier wollen das nicht wissen. Oder verstehen es nicht...

weniger als -100.000 Euro Oo

bitte schickt den grafikbastler wieder in die neue mittelschule zurück........

Sie haben recht.

Das Blatt kann sich keinen Fachmann leisten.

Umverteilung haben wir jetzt schon genug.

Weniger als 20 Prozent der Österreicher zahlen mehr als 70 Prozent der Einkommensteuern.

Mag sein,

aber Begüterte spüren Teuerungen im Alltagsbereich (Lebensmittel, Treibstoff) weit weniger als jemand der mit einem geringen Haushaltsbudget sein Auslangen finden muss.

Beispiel: Im Sozialbereich wird hart und verantwortungsvoll gearbeitet aber anders als im Finanzsektor schlecht bezahlt. Da liegt die Ungerechtigkeit.

Ja, aber bei dem Vermögen das in Österreich existiert geht es nicht um die Einkommens/Lohnsteuer.

Es gibt noch andere Steuern; Geringverdiener zahlen verhältnismäßig sogar mehr Steuern.

Stimmt, denn jede Preiserhöhung schlägt sich als Mehrwertsteuer nieder

egal ob bei Lebensmitteln oder beim Tanken.

Einkommenssteuer ist nicht gleich Lohnsteuer. Da fließen viele vermögensbezogene Leistungen auch rein.

Wir alle profitieren von den Besserverdienern

und ebenso von den wirklich Reichen.
Die zahlen jetzt schon Länge mal Breite.
Wenn Sie persönlich mehr Steuern zahlen als einer dieser Reichen, dann fällt mir kein Stein aus der Krone, mich auch bei Ihnen zu bedanken: DANKE.

jo, eh liab, aber

irgendwann gehts auch nicht ums verhältnis sondern um die kohle, cash, steuereinnahmen.

wir haben auch nix von der "armen arbeitenden oder nichtarbeitenden" masse, wenn millionen gar nix zahlen und sogar steuern/abgaben konsumieren dürfen.

und wenn einer tausend euro verdient, aus welchen gründen auch immer, und 1,2 kinder hat bekommt er mehr vom staat fast mehr, als er zahlt (mehr als 200 mwst und bissl sozvers wirds nicht) über fb-hilfe und absetzbeträge usw usw.

und wenn sich ein anderer alle 5jahre einen mercel kauft, volle wäsch, zahlt der mehr steuern, als der "arme tropf" in seinem ganzen leben.

der zahlt fürs service mehr steuern, als der andere netto-verdient. aber das ist jo so normal und gut so.
isses auch-schluss aber auch

Die sogenannten Besserverdiener

oder auch die vielzitierten "Reichen" sind die Nettozahler des Steuersystems. Von ihnen leben die Nettoempfänger.
Das muss man sich immer wieder ins Bewusstsein rufen...

ja dann ist gut.

gib ihnen nichts und lass sie sterben...
... vor hunger
... an einfachen krankheiten
... an beislschlägereien, weil ihnen "fad" ist
aber pass auf, denn wenn ihnen "fad" ist könnten sie auch dir eine verpassen. oder auch mir. oder irgendeiner sich gerade anbietenden randgruppe.

ich glaube, das letzte was wir alle wollen sind unruhen. und das was wir wollen ist frieden und koexistenz.

was anderes:
wenn der reiche:
- die bedürtftigen finanziell trägt (denn er muss es leider, er würde eh nicht wollen)
- die wirtschaft trägt (denn er fördert auch den konkurrenten, das will er natürlich auch nicht)
- die politik finanziell trägt (die braucht er sowieso nicht, denn aus purer dankbarkeit sollten eh alle nach seiner tröte tanzen - aber bisweile

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