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vergrößern 800x604Im absurden Alltag anatomisch zerrütteter Figuren findet Jürgen Marschal seinen Witz. In der Galerie der Komischen Künste im MQ stellt er ab sofort aus.
Wien - Das Leben ist hässlich. Deshalb schauen wir meist sehr genau weg, um unsere Seelchen nicht zu belasten. Und dann kommt einer wie Jürgen Marschal. Der weidet sich nachgerade im Hässlichen, das sich in seinen Cartoons sowohl formal als auch inhaltlich niederschlägt.
Eine Sammlung seiner Arbeiten ist ab sofort in der Galerie der Komischen Künste im Museumsquartier ausgestellt, am 18. Oktober findet dort die Präsentation seines Buches Der uralte Vogeltraum (Verlag Holzbaum) statt. Das Vorwort dafür hat Dirk Stermann verfasst.
Der knappen Biografie entnimmt man, dass Marschal 1983 geboren ist, im Weinviertel aufgewachsen wurde, um anschließend nach Wien zu flüchten, wo er neben brotlosen Studien Jobs nachging, die den Blick auf die Schattenseiten des Daseins zu schärfen imstande sind: Müllmann, Totengräber oder Nachtportier.
Mythos oder Wahrheit - jedenfalls verfügt Marschal über genug Rüstzeug, um in seinen Cartoons aus dem Vollen zu schöpfen. In der Tradition des französischen Cartoonisten Jean-Marc Reiser (Der Schweinepriester ...) stehend, konfrontiert er anatomisch zerrüttete Figuren mit absurden Situationen des Lebens.
Da wird ein verklemmter Mann im Sexladen von der Verkäuferin gefragt: " Soll ich Ihnen die Kondome einpacken, oder ficken Sie gleich hier?" Übertriebene Alltagssituationen sind Marschals Stärke, sie bilden die Grundlagen seiner Zeichnungen. Die Ergebnisse sind nur auf Umwegen pädagogisch wertvoll zu nennen, obwohl in ihnen prinzipiell ein humanistischer Geist haust. Aber das wird vom politisch korrekten Publikum bekanntlich mit demselben Eifer ignoriert, mit dem einst auf den Kreuzzügen missioniert wurde.
Marschals Zeichnungen kennen Kenner aus dem deutschen Satiremagazin Titanic, was ihm sonst noch so einfällt, tragen Christoph Grissemann und Dirk Stermann in Willkommen Österreich vor, zu dessen Autorenteam der Mann mit dem butterweichen Händedruck gehört. Die Härte spart er sich für seinen Humor. (Karl Fluch, DER STANDARD, 2.10.2012)
Komische Künste, Museumsquartier, Museumsplatz 1. Buchpräsentation am 18.10., 18.00
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@"Der weidet sich nachgerade im Hässlichen, das sich in seinen Cartoons sowohl formal als auch inhaltlich niederschlägt"
Ich habe den leisen Verdacht, dass der Künstler gar nicht fähig ist einen qualitativ höherwertigen Comic zu zeichnen. Mit einem Tex Rubinowitz kann man ihn nicht einmal ansatzweise vergleichen. Den Kult um seine Person kann ich nur bedingt nachvollziehen.
mir gefällt diese mode, bewusst unbeholfene bis scheußliche zeichnungen zu produzieren, überhaupt nicht. ich verstehe diese metaebene der negation handwerklicher sicherheit einfach nicht. inhaltlich ist das ja oft sehr witzig, aber die lust am anschauen vergeht mir bei so einem gekritzel.
... bin auch "alter depp" (50+) und kann diese ansicht tw. nachvollziehen.
mit den derzeit das iNet überflutenden mehrheitlich bloß KOPIERTEN meme-/rag-cartoons ohne erkennbaren witz kann ich auch nicht. schlichtweg disgusting.
aber der knabe zeichnet wenigstens selber und das herzerfrischend politisch inkorrekte beispiel (hab die tendenz alles negative auf hautfarbe, religion, blabla zurückzuführen selbst oft genug miterlebt - auch eine form von rassismus - darf man aber nicht laut sagen ^^) motivieren mich hier das motto von phillip starck anzuwenden: "form follows function."
guter witz mit gekritzelter "untermalung" ist mir allemal lieber als flache phrase mit aufwendig zusammenkopierten (geklauten) foto-, grafik- und cartoonelementen.
den super finden, dann bin ich ja beruhigt. Das sind ja auch zwei wahnsinnig witzige Menschen, die ihre natürliche Komik angenehm bescheiden unters Volk bringen. Und sehr wichtig zu wissen, daß der Mann einen weichen Händedruck hat. Einen sicheren Strich hat er zumindest nicht.
Um den herausragend hintergründigen (gibts sowas eigentlich?) wortwitz und dessen fulminante optische umsetzung passend auszudrücken, bräuchte ich unbedingt die vom künstler kreierte spezial-"tatstatur für tourettekranke" ( http://25.media.tumblr.com/tumblr_mb... 1_1280.jpg ). Ergänzt mit den tasten "schas", "gschissn" und "oasch" könnt ich seine qualitäten dann aber stimmig beschreiben.
(Lieber flu, ich hoffe, mein "humor" ist nicht zu "hässlich"...)
Obwohl ich drei ganz, ganz schlimme wörter verwendet habe, ist das posting binnen sekundenbruchteilen online gegangen!
Find ich super!
(Was die verzögerung bei x anderen meiner postings betrifft, die bei weiten harmloser formuliert waren, lässt mich dies aber umso ratloser zurück.)
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