Schuring/Schwarz trennen sich

1. Oktober 2012, 16:37

Flachwasser-Weltmeisterinnen gehen neue Wege: Schuring will es im Einer probieren

Linz - Die Kanu-Weltmeisterinnen Yvonne Schuring und Viktoria Schwarz gehen sportlich künftig getrennte Wege. Schuring hat sich nach dem Anfang August bei Olympia in London im Kajak-Zweier über 500 m gemeinsam erreichten fünften Platz entschieden, auf den Einer umzusatteln. Hier gibt es mit der 200- und 500-m-Distanz zwei Olympia-Bewerbe. Damit droht für Rio 2016 statt einem Duett ein Duell.

"Für die nächsten vier Jahre möchte ich mich einer neuen Herausforderung stellen", gab Schuring auf ihrer Homepage http://yvonneschuring.com bekannt. "Ich werde aus dem Kajak-Zweier in den Kajak-Einer wechseln, sehe der neuen Herausforderung motiviert und optimistisch entgegen", sagte die gebürtige Deutsche weiter. "Es freut mich, dass meine Entscheidung vom Österreichischen Kanuverband unterstützt wird."

ÖKV-Präsident Walter Aumayr bestätigt das, hat eine Neuaufnahme des seit 2008 gelaufenen Zweier-Projekts der Oberösterreicherinnen Schuring/Schwarz aber nicht abgeschrieben. "Jeder soll einmal 2013 machen, was er glaubt. Das Jahr nach Olympia ist da nicht so wichtig", sagte der Verbandschef zur APA. Ab 2014 erwartet sich Aumayr aber eine fixe Bootseinteilung.

Er macht aber auch kein Hehl daraus, dass ihm ein Weiterbestand des Bootes Schuring/Schwarz am liebsten gewesen wäre. "Das Projekt ist für vier Jahre in Richtung London gegangen. Da kann man dann neu sortieren. Aber natürlich ist der Verband daran interessiert, dass der Zweier fährt." Dass ein anderer Zweier in Rio ähnlich erfolgreich auftreten würde, scheint derzeit unrealistisch.

Schwarz blieb jedenfalls nichts anderes übrig, als sich vorläufig ebenfalls auf eine Einer-Saison 2013 einzustellen. "Die Vorbereitung absolvieren wir aber ohnehin immer im Einer, eine endgültige Entscheidung über die Boote fällt erst im Frühjahr", erläuterte die Oberösterreicherin. Dass es noch einmal zu einem Zusammenschluss mit Schuring kommt, hält Schwarz für wenig wahrscheinlich.

"Sie hat sich ja schon auf eine Einer-Vorbereitung bis Rio festgelegt", meinte Schwarz weiter zur APA. "Schade, wir haben fünf Jahre lang einen Super-Zweier aufgebaut. Ich bin jetzt vor die Tatsache gestellt worden." Ana Roxana Lehaci ist noch im Juni um ein Olympia-Ticket gefahren, als ein adäquater Schuring-Ersatz in einem Rio-Zweier mit Schwarz wird sie von Aumayr aber nicht eingeschätzt.

In London hatten Schuring/Schwarz nach WM-Bronze 2010 und -Gold 2011 als letzte ÖOC-Medaillenchance gegolten, es entwickelte sich ein Medienhype. Nun könnte es für 2016 zu einem Duell der beiden um einen Rio-Platz kommen, denn wie beim Wildwasser gibt es maximal nur einen Quotenplatz pro Nation. Es würde die dann 31-jährige Schwarz gegen die schon 38-jährige Schuring antreten. (APA; 1.10.2012)

Bestimmt nicht schlecht so eine Pause

Bisserl Rivalität über die nächsten 2 Jahre schadet sicher nicht. Man kann sich dann ja wieder zusammensetzen. Historisch gesehen hatten wir im 2er immer mehr Erfolg. Kainz/Dorfner, Pfaff/Saibold, Hartl/Bachmayer. Hab' da jetzt bestimmt jemand vergessen, sorry.
Stimme dem sghp Aumaier übrigens nicht zu, dass die Ana Roxana keine Kandidatin ist. Sie ist ja noch jung und hat bis Rio enormes Potential nach oben.

Hmmm, die Plausibilität des Schlusses von den genannten Männer K2 (die in die 30er bis 80er Jahre des letzten Jahrhunderts fallen) auf den 2er Schuring-Schwarz erschließt sich mir nicht wirklich ;-)
Klar ist, dass Schuring seit Jahren im K1 deutlich schneller ist als Schwarz und Lehaci. Ich gehe soweit zu sagen, dass ein 2er mit zwei Fahrerinnen auf dem Leistungsniveau von Schwarz oder aber auch der jetzt sehr wahrscheinliche K2 Schwarz-Lehaci es sehr schwer haben wird ein WM Finale zu erreichen, geschweige denn Medaillen zu machen...
Aber der Einschätzung bezügl. Aumayr stimme ich zu ;-) vom Bootfahren hat er keine Ahnung und zum Rest sag ich lieber nix.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.