A cappella durch den Raum und die Musikgeschichte

1. Oktober 2012, 18:24
4 Postings

Die New Yorker A-cappella-Truppe Voca People kommt kommendes Frühjahr mit ihrer Show nach Österreich

Acht Außerirdische in Weiß beziehen aus der Musik der Menschheit Energie für ihr treibstoffarmes Raumschiff.

Wien - In New York gelten sie als Off-Broadway-Sensation, und wer es in New York schafft, sang einst Frank Sinatra, kann es überall schaffen. Die mit derlei Zukunftsperspektiven ausgestatteten Personen hören auf den Namen Voca People und bilden eine achtköpfige A-cappella-Truppe in weißem Tuch, die nach ihrem Erfolg im Big Apple ab kommendem Jahr in Europa überprüfen werden, ob Sinatras Behauptung zutrifft oder nicht. Auch Wien liegt auf ihrem Tourplan.

Die Geschichte der Show ist schnell erzählt. Die Voca People stammen vom Planeten Voca und landen auf der Erde. Irrtümlich natürlich, weil ihrem Raumschiff die Energie ausgegangen ist. Dieses schnauft am Bühnenrand wie eine alte Lavalampe, das Ensemble, dessen Erscheinungsbild an Teletubbies für Erwachsene erinnert, rätselt, wie es von der Erde wieder wegkommt. Des Rätsels Lösung: mit Musik. Aus dieser beziehen die Voca People jene Energie, die ihr Raumschiff wieder flugfähig machen soll.

Bevor es also auf die Heimreise geht, beginnt eine Reise durch die Musik der Erde. Über Kontakt mit den Menschen treten sie in Beziehung mit dem musikalischen Erbe der Erdlinge. Das schlägt sich in einem bis zum Ende der Show anhaltenden Medley nieder, das nur von wenigen narrativen Situationen unterbrochen wird. Und von jenen Momenten, in denen die Voca People ihr Publikum mit einbinden.

Dabei erweist sich nicht jeder hübsche Jüngling im Saal als tauglicher Energielieferant, manch einer hat bloß "Sex! Sex! Sex!" im Kopf. Tja, so sind sie, die Menschen. Doch selbst Voca Girls erweisen sich als für irdische Schwächen anfällig. Doch es bleibt bei der Koketterie, das ist schließlich eine Musikshow. Mit A-cappella-Mitteln, Beatboxing-Elementen sowie anderer Vokalakrobatik schlagen die Voca People ihre Haken durchs Musikrepertoire des blauen Planeten.

Da wird etwa Wolfgang Amadeus Mozart heimgesucht, einem Michael Jackson samt dem Moonwalk gedacht, die tirilierenden Melodien der Beach Boys gestreift, die stampfenden Queen und die meldodieseligen Abba abgeklatscht. Bekannte Filmmelodien wie die Motive von James Bond, Pink Panther oder Mission Impossible werden dargeboten, dazu wird gescratcht, geboingt, gezischt, alles ohne Instrumente.

Voca People go Vienna

Mundwerklich eins a, krankt die Show lediglich an der dünnen Geschichte, die von der musikalischen Reise nicht wettgemacht wird. Dafür wird man zeitlich nicht über die Maßen belastet. Nach 70 Minuten Energiezufuhr verabschieden sich die Voca People - im April 2013 wird es sie nach Wien verschlagen. (Karl Fluch, DER STANDARD, 2.10.2012)

Voca People, Halle E im Museumsquartier, von 2. bis 14. April, Tickets ab sofort erhältlich.

  • Zum Glück gibt's Musik auf der Erde. Aus ihr beziehen die außer- irdischen 
Voca People Energie für ihr Raumschiff. 
    foto: ls konzerte

    Zum Glück gibt's Musik auf der Erde. Aus ihr beziehen die außer- irdischen Voca People Energie für ihr Raumschiff. 

Share if you care.