Peter Pilz ortet Medienkampagne gegen seine Person

  • Das Medieninteresse an Peter Pilz ist groß.
    foto: apa/roland schlager

    Das Medieninteresse an Peter Pilz ist groß.

"Österreich" skandalisiert Wohnsituation des Abgeordneten - Pilz: "Lasse mich nicht einschüchtern" - Fellner sieht sich von Pilz "politisch verfolgt"

Nachdem zuletzt bereits die "Kronen Zeitung" einige kritische Artikel gegen den Grünen Politiker Peter Pilz veröffentlicht hatte, fährt nun auch die Tageszeitung "Österreich" eine Kampagne gegen Pilz. Grund dafür sind Pilz' Aktivitäten rund um den Korruptions-Untersuchungsausschuss, insbesondere zum Themengebiet Inseratenaffäre.

"Aufdecker Pilz lebt in Sozialwohnung" lautete am Montag der Titelseitenaufmacher von "Österreich". Im Blattinneren gab es einen ausführlichen Bericht über die "Mini-Miete", die der Grüne Fraktionsführer im U-Ausschuss für eine Gemeindebauwohnung in Wien-Donaustadt zahlen soll. Und "Österreich"-Herausgeber Wolfgang Fellner erklärt in einem Kommentar, weshalb man "die heutige Enthüllung" veröffentlichen musste. Dass Pilz seit Jahren mit seiner Frau in einer 60-Quadratmeter-Gemeindebauwohnung im Goethe-Hof wohnt, die er von seinen Großeltern übernommen hat, ist kein Geheimnis und wurde in der Vergangenheit bereits in verschiedenen Medien thematisiert. Auch "Österreich" zitiert etwa aus einem "profil"-Bericht vom September 2010.

Pilz wird gegen die seinen Angaben nach unwahren Behauptungen in dem Artikel juristisch vorgehen, das sei "aus spezialpräventiven Gründen notwendig".

Hochstilisierte Skandale

Dass die Gratiszeitung die Wohnsituation des Abgeordneten nun "zum Skandal hoch stilisiert", so Pilz, sind für ihn "die klassischen Fellner-Methoden - wenn er mit dem Rücken zur Wand steht, schlägt er wild um sich." Pilz sieht darin einen Beweis für "Fellners Nervosität" im Vorfeld der dieswöchigen U-Ausschusssitzung, bei der der Abgeordnete neben der ÖBB-Kampagne in der "Krone" auch "Österreich"-Beilagen namens "innovativ" aus dem Jahr 2007 thematisieren will. Die Beilagen seien vom damaligen Infrastrukturminister und nunmehrigen Bundeskanzler Werner Faymann persönlich organisiert worden, lautet Pilz' Vorwurf, die Fakten wolle er am Dienstag vorlegen, wie er ankündigte.

Fellner fühlt sich "politisch verfolgt"

"Österreich"-Herausgeber Fellner sieht das freilich anders. Er fühlt sich von Pilz "politisch verfolgt", wie er in einem Kommentar schreibt. "Auf wen Pilz einen (persönlichen) Hass hat - der wird politisch verfolgt. Auf mich hat Pilz derzeit einen besonderen Hass." Pilz benütze den U-Ausschuss als "Rache-Plattform" und decke "Österreich" mit falschen Unterstellungen ein, so Fellner. Es sei daher "nicht ungefährlich, kritisch über Pilz zu berichten. Trotzdem muss die heutige 'Österreich'-Enthüllung veröffentlicht werden. Bei jedem anderen Politiker würde ein Peter Pilz den Rücktritt fordern", schreibt Fellner. (APA, 1.10.2012)

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