Grazer FH-Studiengang Journalismus stockt auf

1. Oktober 2012, 14:09
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Nach zehn Jahren in Kombination mit PR: "Konzept aufgegangen" - Ab Herbst dreißig Plätze mehr

Der vor zehn Jahren an der Grazer FH Joanneum etablierte Studiengang "Journalismus und Public Relations" ist mit Herbst auf dreißig Plätze aufgestockt worden und möchte in den kommenden Jahren auch ein Masterstudium anbieten. "Die vorgegebenen und gesteckten Ziele wurden erreicht", resümiert Studiengangsleiter Heinz M. Fischer das erste Jahrzehnt des FH-Studienganges.

Als einziger Fachhochschul-Studiengang Österreichs verbindet der Grazer FH-Zweig die beiden Felder Journalismus und PR bzw. Unternehmenskommunikation. "Zu Beginn haben etliche die Nase gerümpft", erinnert sich Fischer, der das Konzept in der Praxis als voll aufgegangen ansieht. Man habe Tools und Kompetenzen in Querschnittsmaterien identifiziert, an anderer Stelle wiederum sei man auf strikte Trennung bedacht.

Nachfrage ist ungebrochen

Von den bis Jahresende rund 200 Absolventinnen und Absolventen "wissen wir von den meisten, dass sie adäquate Jobs gefunden haben". Mehr als die Hälfte würden in PR und Unternehmenskommunikation tätig sein. Die ungünstigen Prognosen für den Medienbereich hätten sich durch den wachsenden Online-Bereich nicht oder nicht im befürchteten Umfang erfüllt. Die Nachfrage ist ungebrochen, es gebe zehnmal mehr Bewerbungen als Plätze für das Bachelor-Studium.

Mit gewisser Sorge beobachtet der Studiengangsleiter die "Inflation" an Ausbildungsangeboten im Medienbereich. Dem wolle man mit strikten Qualitätsstandards entgegenhalten und sich als Vorreiter im Feld der professionellen Kommunikation im Netz positionieren. Dazu gehöre neben der Lehre auch die Webforschung. Insgesamt trete der klassische Journalismus in den Hintergrund: "Das Erkennen und die Produktion hochwertiger Inhalte wird immer wichtiger."

"Web Literacy Lab"

Seit 2010 läuft am Studiengang auch das interdisziplinäre FFG-Forschungsprojekt "Web Literacy Lab", das sich u.a. damit beschäftigt, wie Unternehmen Online-Kommunikation besser nutzen und ihre Webkompetenz ausbauen können. (APA, 1.10.2012)

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