Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate
Barcelona - Das von Euro- und Banken-Krise sowie der höchsten Arbeitslosigkeit in Europa geplagte Spanien will mit einer umfassenden Pensionsreform das staatliche System der Altersvorsorge für die Zukunft absichern. Länger arbeiten - bis zum Alter von 67 -, tendenziell niedrigere Renten und einen erschwerten Zugang zu Frühpensionen sieht das vorige Woche von der Regierung Mariano Rajoy präsentierte Paket vor, wie ein spanischer Pensionsexperte beim Raiffeisen Pensionssymposium in Barcelona erläuterte.
Belastet wird das Pensionssystem in Spanien vor allem durch die zunehmende Alterung der Bevölkerung, die die Zahl der Leistungsempfänger ständig steigen lässt, obwohl durch die Rekord-Arbeitslosigkeit immer mehr Beitragszahler wegfallen, sagte Francisco Gomez Ferreiro, der Chef der Einzugsstelle für Sozialversicherungsbeiträge auf Bundesebene. Binnen vier Jahren seien dem System 3 Mio. Beitragszahler abhandengekommen, zuletzt wurde mit 16,6 Mio. im August ein neuer Tiefstand erreicht. Zugleich sind aber schon 8,934 Mio. Rentner zu versorgen, u.a. 5,34 Mio. Alters- und über 2 Mio. Witwenpensionen.
Die Anhebung des Rentenalters, eine Verlängerung des Bemessungszeitraums sowie erschwerte Zugänge zu Frühpension und Teilruhestand nannte Ferreiro als die wichtigsten Neuerungen der Reform 2013. Im Hinblick auf die demografische Entwicklung soll ein Nachhaltigkeitsfaktor nach deutschem Muster eingeführt werden, der dem Experten zufolge eine automatische Inflationsabgeltung für Pensionisten, wie sie es seit 1996 gegeben hat, fraglich macht. Dennoch sollen für 2013 die Renten in Spanien noch um ein Prozent erhöht werden - durch den Griff in einen Reservetopf -, womit dieser Bereich von den neuen drastischen Sparmaßnahmen der Madrider Regierung weitgehend verschont bleibt: Der Staat springt nämlich jetzt auch für Leistungen ein, für die eigentlich gar keine Beiträge eingezahlt worden sind. Die Inflationsabgeltung, die Rajoy wieder eingeführt hatte, nachdem sie sein Vorgänger Rodriguez Zapatero kurz sistiert hatte, soll laut Ferreiro im November beschlossen werden.
Künftig sollen die Spanier bis 67 arbeiten statt wie bisher bis 65, um einen vollen Pensionsanspruch zu erwerben - doch liegt das Antrittsalter auch heute faktisch bei nur 63 Jahren und zwei, drei Monaten, wie Ferreiro auf Rückfrage einräumte. Der Pensionsbemessungszeitraum soll seinen Angaben zufolge deutlich von 15 auf 25 Jahre verlängert werden. Schon heute bekommt man in Spanien nur nach zumindest 15 Beitragsjahren eine Rente, wobei das allgemeine System normalerweise 35 Beitragsjahre vorsieht. Erst nach 38 1/2 Beitragsjahren und im Alter von 65 Jahren verfügt man über 100 Prozent Pensionsanspruch, arbeitet man länger gibt es einen Bonus, so der SV-Experte aus Madrid. Die monatliche Mindestpension bezifferte er mit 750 Euro, die Höchstpension mit knapp über 2.500 Euro; auch für Beamte sei sie nicht höher.
Zu kämpfen hat das Sozialversicherungs-Schatzamt zudem mit Firmen, die bei den Beitragszahlungen säumig sind - und mit Fußballclubs selbst der obersten Liga, die hohe Summen schuldig sein sollen. Die Säumniszuschläge für Betriebe wurden stark erhöht und können künftig bis zu 20 Prozent ausmachen, die ersten drei Prozent Aufschlag drohen bereits bei einem Monat Verzug. Horrorzahlen von mehreren Milliarden Schulden der Fußballvereine verwies Ferreiro ins Reich der Fantasie, inklusive Steuern seien es 700 Mio. Euro, davon aber weniger als 10 Mio. Euro bei der Sozialversicherung.
Laut Beschluss des spanischen Ministerrats von vergangenem Donnerstag sollen die Gesamteinnahmen der staatlichen Pensionsversicherung 2013 bei 119,8 Mrd. Euro liegen, wie Ferreiro sagte. Davon würden 95,4 Mrd. Euro durch SV-Beiträge aufgebracht, und 18,7 Mrd. Euro kämen als laufende Transfers vom Staat. Im Reservefonds der Sozialversicherung lagen dem Experten zufolge per Mitte September fast 60,2 Mrd. Euro - 3 Mrd. dürfen in den nächsten Monaten lockergemacht werden, um die 1-prozentige Rentenerhöhung zu finanzieren. Damit wird erstmals in der jüngeren Geschichte in diesen Topf hineingegriffen. Laut Ferreiro erzielte der SV-Rücklagenfonds in den letzten zehn Jahren mit 3,4 Prozent p.a. eine bessere Veranlagungsrendite als die privaten Pensionsfonds, bei denen es überwiegend weniger als 3 Prozent waren. (APA, 1.10.2012)
Spaniens Marine wartet länger als geplant auf vier neue U-Boote. Der Grund: Sie haben an die 100 Tonnen Übergewicht
Miguel Blesa war vorübergehend in U-Haft genommen worden - Madrider Landesgericht entscheidet über Aufhebung des Haftbefehls
Er soll ohne Genehmigung der Madrider Regionalregierung ein Darlehen über 420.000 Euro bekommen haben
Von der Großbank auf die Anklagebank
Der spanische König begründet die Entscheidung mit dem Sparzwang. Einmal Volltanken kostet 20.000 Euro
Die Kundgebungen standen unter dem Motto "Von der Empörung zur Rebellion". Am 15. Mai "feiern" die Empörten ihren zweiten Jahrestag
Madrid reformiert Mietrecht bei Ferienwohnungen
Spanien wird härter von der Wirtschaftkrise getroffen als gedacht
Spaniens Wirtschaft geht es schlecht, die Anpassungsrezession fordert vor allem am Arbeitsmarkt Opfer
Die Demonstranten kritisieren, dass die angekündigten Entschädigungen nur wenigen Betroffenen zugute kommen
Die Lockerungen beim Hypothekengesetz machen Spaniern, die vor der Zwangsräumung stehen, wenig Hoffnung. Nur wenige profitieren
Sparer, die Beteiligungsscheine an Kreditinstituten erwarben, müssen für Bankensanierung aufkommen
Das IOC begutachtet die Kandidatur Madrids am Montag. Auch Tokio und Istanbul bewerben sich um Olympia 2020
Zwangsdelogierungen sind im Krisenland an der Tagesordnung, der Europäische Gerichtshof stellt sich nun auf die Seite der Bürger
Urteil bewirkt Verzögerung bei Zwangsräumungen
Bei Spezialauktion über 800 Millionen Euro am Kapitalmarkt eingesammelt
Zwangsdelogierungen sind im Krisenland an der Tagesordnung, manch einen treiben sie in den Selbstmord, das Volk begehrt auf
Geht es um die Bevölkerung, fehlen in Spanien Geld und politischer Wille
"Das von (...) der höchsten Arbeitslosigkeit in Europa geplagte Spanien will mit einer umfassenden Pensionsreform das staatliche System der Altersvorsorge für die Zukunft absichern. Länger arbeiten - bis zum Alter von 67 -, ...."
Absurdes Theater. Das ist so gegen alle Logik, dass man sich wundert, dass es Leute gibt, die sowas hinschreiben können, ohne aufzuschreien, weil es ja weh tun musste.
Die Gleichschaltung der Medien hat auch schon einen erschreckenden Höhepunkt gefunden.
Seit dem wurden die Rentner in Deutschland nur noch geschröpft. Allein von 1998 bis 2009 gab es eine Rentenerhöhung im Schnitt von 1,2 Prozent. In den Jahren 2004 bis 2006 sogar Nullrunden. Im gegensatz zu den Südländern lässt sich der deutsche eben viel zu viel gefallen.
Nachdem Spanien die Banken und die verschuldeteten Regionen des Landes gerettet hat, eröffnet der 2013er-Budgetplan neue Probleme.
http://bit.ly/QED1Xm
Wie dum* kann man denn wirklich sein um nicht zu begreifen, dass die Ursache Massenarbeitslosigkeit ist und dass sie nicht dadurch zu beheben ist, zu sagen, ihr habt zwar keine Arbeit, aber ihr müsst jetzt trotzdem länger arbeiten. Das grenzt schon an Realitätsverlust.
Aber es wird sowieso nicht mehr lange dauern, dann fliegt uns das alles um die Ohren. Man kann nicht ständig ungestraft gegen die Logik verstoßen. Das mag eine gewisse Zeit gehen, aber irgendwann ist Schluss.
Es steckt durchaus Logik in diesem System, wenn auch eine Sinistre. Mit 45 ist man den Job los und vegetiert mit einer Minimalversorgung dahin. Wenn man dann mit 70 ins Ausgedinge geschickt wird, hat man natürlich bedingt durch die langen Jahre der Arbeitslosigkeit nur geringe Beiträge gezahlt, die wiederum zu einer Verringerung der Pensionsauszahlung führt. Arme können sich das Gesundheitssystem nicht leisten und geben kostendämpfend früh den Löffel ab.
Man geht offiziell mit 65 in Pension, allerdings erhält man schon mit 35(!) Beitragsjahren 100%(!) der letzten (und üblicherweise besten) 15Jahre(!) Da gibt es dann noch jede Mengen Ausnahmen ('schwere Arbeit' etc) die es erlauben mit 61 in Pension zu gehen. Abschlag pro Jahr 2%(!) Ausser man hatte irgendetwas mit der See zu tun (z.B. Hafenangestellter), dann geht man offiziell schon mit 55, ausser man hat 'schwer gearbeitet'... Eine Mindestrente gibt es übrigens beitragsfrei, einzige Bedingung, 10 Jahre in Spanien gelebt! Und dann gibt es noch 30 Monate Arbeitslose bei 80% IPREM
Also das mit den Pensionen ist aber auch wirklich besonders hundsgemein, trat das Problem doch völlig unerwartet und plötzlich auf.
Schön, dass die, die in ihrem Leben die höchsten Beiträge zahlen (nämlich die jetzigen Aktiven) mal einen Bettel erhalten werden, damit die Generationen von Beamten, Nationalbankern, ÖBB-Frühpensionisten und Gemeindebediensteten ihre wohlerworbenen Rechte am Tennisplatz verspielen können, obwohl das System seit Jahrzehnten dringend reformbedürftig ist. Danke übrigens auch für die Hcklerregelungen, Lehrerfrühpensionierungswellen, Politikerpensionen etc.
Ein herzliches Danke auch an die Wähler, die immer noch auf diesen Unfug reinfallen. In Spanien wie in Österreich das selbe Problem.
Wir leben de facto in einer Gerontokratie, in der die Politik von Alten gemacht wird, die von Alten gewählt werden. Schauen Sie sich mal die Altersverteilung der Wähler der beiden Regierungsparteien an. Sobald da ein Politiker irgendwas Substantielles am Pensionssystem ändert (und das bedeutet automatisch, dass es sich für die jetzigen Pensionsbezieher verschlechtern muss), wird er nicht mehr gewählt ("Pensionsklau").
Die Unter-18-Jährigen haben keine politische Vertretung und werden außerdem immer weniger. Das sind die Dodeln von morgen, die ihr Leben lang für die Versäumnisse ihrer Großeltern zahlen müssen.
Nein, aber die Pensionshöhe nach versicherungsmathematischen Grundsätzen errechnen (natürlich mit anlassbezogenen Ausnahmen zur sozialen Abfederung).
Aber jeder Form der vernunftorientierten Herangehensweise an diese Thematik ist ja automatisch neoliberal, unmenschlich und wider der wohlerworbenen Rechte.
Wunderbar für die Politiker, dass es immer Menschen gibt, die sich Feindbilder aufschwatzen lassen. Neid funktioniert doch immer wieder und die Politik, die für etwaige Mißstände in unserem Land die Verantwortung trägt, kann sich in aller Ruhe zurücklehnen, denn der Streit und Neid trägt sich ja innerhalb des Volkes zu.
Jung gegen alt,
Frau gegen Mann,
Inländer gegen Migrant,
Arbeiter gegen Akademiker,
Privatangestellte gegen Beamte,
Industrie gegen Landwirtschaft
Es gibt immer wen, der an der eigenen misslichen Lage verantwortlich gemacht wird. Jene, die tatsächlich die Verantwortung tragen, die trifft es hingegen nie.
Gerade im Pensionsbereich lässt es sich aber sehr exakt nachrechnen, dass es eine massive Umverteilung zwischen den Pensionsgruppen (zB ASVG zu Beamten, Bauern, Selbständigen) und zwischen den Generationen (Ältere beziehen Pensionen, die weit über dem liegen, was einbezahlt wurde und von jenen erwirtschaftet wird, die selber einmal viel weniger erhalten werden) gibt. Das ist weder neoliberal, noch gerecht, sondern ein Ergebnis der Demographie und des Wahlsystems. Es gibt einfach viel mehr ältere Stammwähler als Junge. Und alle Unter-18-Jährigen haben keine Stimme.
Das Pensionssystem ist als Versicherungsleistung in sich abgeschlossen und der Zuschuss aus dem allgemeinen Steueraufkommen reine Symptombekämpfung.
Trotzdem können die betroffenen eigentlich nichts dafür, das System ist aufgrund politischer Entscheidungen so und es ist daher ja so genial dafür geeignet, Personengruppen untereinander auszuspielen.
Was wäre den sonst los in Österreich, wenn auf einmal alle an einem Strang ziehen würden?
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.