Athen gelingt erster Privatisierungserfolg

Markus Bernath
30. September 2012, 19:12

Ein großes Einkaufszentrum wird verpachtet, das Wettunternehmen OPAP liegt bereits auf dem Verkaufstisch

Athen/Istanbul - Lang gefackelt wird jetzt nicht mehr in der griechischen Privatisierungsbehörde Taiped. "Wir schauen nicht auf Erfahrung oder so etwas. Wer mehr Geld auf den Tisch legt, bekommt den Zuschlag", sagt ohne Umschweife Christos Konstas, ein Sprecher von Taiped.

81 Millionen Euro haben die amtlichen Privatisierer nun eingefahren. Sie verpachten für 90 Jahre die Golden Hall im Norden Athens, ein Einkaufszentrum in Top-Lage, das einmal das internationale Sendezentrum während der Olympischen Spiele 2004 war.

32 Millionen Euro zusätzlich erwartet sich die Behörde auf lange Sicht von dem Deal mit dem griechischen Immobilienriesen Lamda. Es ist ihr erster Erfolg in diesem Jahr. Dass die Privatisierungsbehörde in den noch verbleibenden drei Monaten an die Marke von 3,8 Milliarden Euro herankommt, die Griechenland mit seinen Kreditgebern vereinbart hatte, ist freilich illusorisch.

Es wird ernst für Wettgesellschaft

Die Kugeln von "Kino" sollen als Nächstes aus dem Staatssäckel kullern. Das beliebteste Wettspiel der Griechen liegt auf dem Verkaufstisch und auch sonst alles, was OPAP, eine der weltweit größten Wettgesellschaften, an Zeitvertreib und Risikolust zu bieten hat. Der griechische Staat startete vergangene Woche die Ausschreibung zum Verkauf von 33 Prozent an dem Unternehmen und will lediglich noch ein Prozent für sich behalten. OPAP ist Griechenlands profitabelstes Staatsunternehmen. Es hat bis 2030 das exklusive Recht zur Organisation von 13 Glücksspielen sowie eine zehnjährige Lizenz für den Betrieb von 35.000 Lotterie-Terminals.

Es ist der nächste Privatisierungsversuch der Regierung von Antonis Samaras. Dieser hatte die Führung von Taiped im Sommer ausgetauscht, um endlich frische Einnahmen zu bekommen. Auf 770 Millionen Euro wird der Wert des Staatsanteils an OPAP noch geschätzt, Tendenz stark fallend. Und hier beginnen schon wieder die Probleme.

Der Europäische Gerichtshof in Luxemburg verhandelt derzeit eine Klage der Wettkonkurrenten Stanleybet und Sportingbet PLC wegen der angeblichen Benachteiligung durch eine Monopolstellung von OPAP auf dem griechischen Markt. Das Urteil steht noch aus, doch ein Generalanwalt am Gerichtshof gab den Klägern dieser Tage in einer Stellungnahme schon einmal recht. Ein schneller Verkauf von OPAP noch bis Jahresende und zu einem akzeptablen Preis, wie es sich die griechische Privatisierungsbehörde vorstellt, wird damit schwerer. Als das Finanzministerium zudem kürzlich die Einführung einer 30-prozentigen Steuer auf Gewinne auch von Offline-Spielen ankündigte, stürzte die OPAP-Aktie an der Athener Börse ab. OPAP machte im vergangenen Jahr noch 537,5 Millionen Euro Gewinn.

Dennoch steht die "short list" mit den Objekten, die von Taiped rasch zum Verkauf oder zur Verpachtung ausgeschrieben werden sollen. Nach fünf Monaten Pause aufgrund der Wahlen und schwieriger Regierungsbildung sei das Tempo nun erheblich höher, sagte Christos Konstas im Gespräch mit dem Standard. Die Troika hat den Erlös aus den Privatisierungen bis 2015 von ursprünglich 50 auf 19 Milliarden Euro nach unten korrigiert.

Neben OPAP will Athen nun die staatliche Lotterie losschlagen - die Österreichische Lotterien Gesellschaft ist einer der Bieter - sowie den Gasversorger DEPA, der zu 75 Prozent in Staatsbesitz ist. Auch zwei große Areale auf Korfu und Rhodos stehen auf der Liste.

Unbewohnte Miniflecken

Die Privatisierer wollen mit dem Tabu der Inseln brechen; 40 haben sie gefunden, meist unbewohnte Miniflecken. Dabei geht es nicht um einen Verkauf, sondern um Langzeitverpachtung. Diese soll neben Einnahmen für die Staatskasse vor allem ausländische Investoren ins Land bringen und neue Arbeitsplätze schaffen. Taiped erhofft sich aus dem Privatisierungsprogramm in den kommenden acht Jahren rund 20 Milliarden Euro an Investitionen und 150.000 Jobs für die Griechen. (Markus Bernath, DER STANDARD, 1.10.2012)

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Das ganze ist noch 700 Mille Wert und hat letztes Jahr noch 500 Mille Gewinn gemacht.

Daran wird klar deutlich, dass es nicht um die Sanierung geht sondern letztendlich darum die Gunst der Stunde zu nutzen um die neoliberale Agenda der Totalprivatisierung durchziehen zu können. Der Staat, der als Feind angesehen wird, soll geschwächt werden.

OPAP eines der profitabelsten staatsunternehmen von GR wird verkauft? wie soll GR je wieder auf die meine kommen wenn man der finanzelite die letzten gewinnbringenden unternehmen überschreibt?

dies ist ein raubzug am griechischen volk. eine riesige umverteilung vom volk hin zu den eliten.

leider werden bald viele eu-länder ein ähnliches schicksal erleiden. damit die superreichen und die finanzelite weiter ihre vermögen vermehren können - wie krank ist bitte die welt?

erfolg? das griechische volk wird jenseits der schmerzgrenze belastet und dann wird trotzdem noch volksvermögen der finanzelite in den rachen geworfen?

und das wird als erfolg verkauft?

ich frage mich, wenn man demnächst auch uns österreichern das letzte hemd auszieht, ob wir das dann auch noch als erfolg verkauft wird.

diese enorme umverteilung vom volk hin zu superreichen und der finanzelite ist einfach untragbar.

welches Volksvermoegen ?

ein paar ueberbezahlte, paritaetisch ernannte, Direktoren auf Versorgungsposten ?

1% der bevölkerung besitzen 1/3 des gesamtvermögens. und das sind alles so schmarotzende typen wie der stronach.

Warum ist Stronach ein schmarotzender Typ?

weil er unverhältnismäßig viel vom kuchen für sich beansprucht.

jeder der viel arbeitet oder ein kluger kopf ist soll auch mehr verdienen/besitzen. aber 7mrd+ ist einfach in keinem vernünftigen verhältnis mehr.

und warum nicht ?

Abgesehen davon, dasz er die Milliarden ja nicht am Sparbuechel hat

weil seine leistung nicht dem entspricht. wenn er ein guter manager ist soll er sich ein schönes haus leisten können. und ein schönes auto. und noch eine stadtwohnung. aber soviel vermögen wie sich 50.000 normale europäische arbeitnehmer in ihrem gesamten leben zusammensparen können ist einfach unverschämt.

wegen solchen schmarotzern sind unsere löhne so niedrig.

die 50.000 haetten keinen

Job ohne ihn. Steyr Daimler Puch war schlicht pleite. Dort waere heute Steppe, haette Magna nicht Geld in die Hand genommen

1. wenn leute wie stronach den staat und das volk nicht so ausbeuten würden, dann hätte der staat auch keine probleme solche werke zu finanzieren.

2. stronach kann auch 50.000 leute beschäftigen ohne sich überproportional daran zu breichern.

ein paar millionen würden diesem alten sack allemal genügen, warum muss der 7mrd anhäufen. der hätte lieber mal seine angestellten mehr am betriebsergebnis teilhaben lassen sollen.

WOHER denn ?

Das Vermoegen wird ja v. genau diesen Leuten erst geschaffen.
Es NICHTS da, was zu verteilen waere, gaebe es diese Typen nicht. Umgekehrt, wenn es nicht mehr haben darf, als ein Haeuschen, warum sollte er in der Sekunde, in der er das Haeuschen hat, nicht aufhoeren zu arbeiten ?

einer der viel arbeitet, verantwortung übernimmt und ein kluger kopf ist soll auch mehr als "ein häuschen" besitzen können.

aber wenn die arbeitende bevölkerung gerecht entlohnt wird, ist es für typen wie stronach nicht mehr möglich milliarden anzuhäufen. und dadurch steigen die gehälter der arbeitenden bevölkerung.

und wenn ein stronach vielleicht statt 500 mio nur 100.000 euro im jahr verdient wird er dadurch keinen großen nachteil haben. aber sehr viele menschen dadurch einen vorteil. das das so schwer zu begreifen ist? ist ihr gehirn wirklich schon so von typen wie stronach gewaschen worden, dass sie diese ungerechte vermögens- und einkommensverteilung als gerecht empfinden?

dafuer wird

er sich das schlicht nicht antun; 100.000.- verdienst bald einmal
Gerecht u. ungerecht sind hier keine Kriterien. Entweder es stellt einer einen Konzern hin, dann will er etwas davon haben u. sicher mehr als ein Taschengeld v. € 100.000.- o. er tut es nicht, dann sind halt die armen Hackler hachenstaad. Ist so, mehrfach hist. bewiesen

einkommen über 100.000,- netto sind nur deswegen möglich weil die masse zu wenig verdient.

also Armut fuer

alle, wenigstens gibst du es zu

armut für alle ist das neoliberale kapitalistische umverteilungsprojekt momentan in europa. damit eine kleine elite fette renditen kassieren kann.

wir treten für eine wohlstandsverbesserung für die mehrheit ein. auch wenn dafür die eliten etwas kürzer treten müssen (keiner wird jedoch arm dadurch).

"armut für alle ist das neoliberale kapitalistische umverteilungsprojekt momentan in europa.2 - so ein blöder propagandamist.

es ist leider die wahrheit. sie werden schon sehen, dass die masse verarmen wird damit eine kleine elite in saus und braus leben kann.

da kaum wer wirklich

arm ist, scheint das Projekt verwirklicht

tja ich wage einen blick in die zukunft und wenn es so weitergeht wie bisher, dass das volk in ganz europa mit belastungspaketen beglückt wird und die finanzelite und die superreichen geschützt werden, werden bald sehr viele menschen unter die armutsgrenze rutschen.

aber für sie sind wahrscheinlich alle menschen die was zum essen haben nicht arm?

Dach ueber den Kopf

schon auch. Aber solange Handys u. Notebooks Zuwachsraten haben, gibt es kaum Arme, die haetten beides nicht

bloß der besitz eines handys oder eines notebooks lassen armut bei menschen noch nicht ausschließen.

handyverträge gibt es schon für ein paar euro + gratishandy. veralterte oder gebrauchte notebooks gibts auch für einen spotpreis.

desweiteren gehören computer und telefon in unserer welt schon zu den grundbedürfnissen.

wer meint, Handy

o. Computer waere ein Grundbeduerniss sollte einen Arzt bemuehen

Dir reicht wohl ein Spiegel und ein Solarium, oder?

na hauptsache fesch, der Poldi!

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