Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate

Vor mindestens 100.000 Anhängern der Opposition ...

... legte Milliardär Bidsina Iwanischwili am Samstag im Zentrum von Tiflis den "Georgischen Traum" dar.
In seinen besten Tagen hat er sich als Präsident aller Georgier gefühlt. Ein Dauerrevolutionär, ein Mann mit Mission und Energie ohne Ende. Doch nach neun Jahren an der Macht ist die Opposition gegen Michail Saakaschwili so angeschwollen, dass die Wende in Georgien, dem Verbündeten der EU und der USA im Hinterhof Russlands, zum Greifen nahe ist.
Bei den Parlamentswahlen heute, Montag, wird abgerechnet. "Die Regierungspartei hat zum ersten Mal einen richtigen Gegner", sagt Soso Tsiskarischwili, ein renommierter Politologe in Tiflis und längst kein Freund mehr der Saakaschwili-Reformer. "Die Georgier träumen davon, einen demokratischen Wandel durch Wahlen zu schaffen."
Keiner der Präsidenten in der jüngsten Geschichte des Kaukasusstaats hat sein Mandat zu Ende gebracht. Swiad Gamsachurdia ging 1993 im Bürgerkrieg unter, den er angezettelt hatte. Eduard Schewardnadse wurde 2003 durch Saakaschwilis "Rosenrevolutionäre" zum Rücktritt gezwungen. Aber auch Saakaschwili brach sein erstes Mandat ab, in die Defensive gedrängt nach der Niederschlagung von Straßenprotesten. Bei Neuwahlen 2008 gewann er eine zweite Amtszeit, doch der Bruch mit der Jugend, der Mittelklasse und einem Großteil der Zivilgesellschaft ist nie verheilt.
Nun ist der "Georgische Traum" da, eine Sechs-Parteien-Koalition, finanziert und geführt vom reichsten Mann des Landes. Der will die Parlamentswahlen gewinnen und dann das Präsidentenamt.
"Der Tag der Geburt eines neuen Georgien naht", rief Bidsina Iwanischwili zum Abschluss des Wahlkampfs am Wochenende bei einer Massenkundgebung in der Hauptstadt. Die Georgier sollten sich nicht von Saakaschwilis "Bande" einschüchtern lassen, krähte der kleingewachsene Milliardär, "seht, wie viele wir sind". Mindestens 100.000 waren es, doppelt so viele Anhänger wie Saakaschwili zuvor in das Fußballstadion von Tiflis bringen konnte.
Iwanischwili spricht leise und schnell. Er ist kein guter Redner, er sagt es selbst, und Politiker ist er erst seit einem Jahr, aber dafür ein Mann mit Geld ohne Ende. So möchten es die Georgier glauben, die auf dem Land und in den Vorstädten von Tiflis, wo Saakaschwilis Wind des Wandels nie wirklich durchgeblasen hat.
Arbeitslosigkeit und soziale Ungleichheit sind in all den Jahren groß geblieben. Aus dem Krieg mit Russland vor vier Jahren und der Weltwirtschaftskrise ist Georgien zwar robuster herausgekommen - die Wirtschaft wächst wieder zwischen sechs und sieben Prozent dank Auslandsinvestitionen, Bankgeschäften und Tourismus. Dennoch wird es nun knapp für die Revolutionäre von einst, die Georgien auf Westkurs brachten und sich dann auf den Plätzen der Macht festgesessen haben.
Das deutsche Wahlforschungsinstitut Forsa sagte einen Sieg des "Georgischen Traum" voraus. Das war schon, bevor die Videos mit prügelnden und folternden Gefängniswärtern in die georgischen Fernsehsender kamen.
Seither ist der Abwärtssog für die Regierung noch größer. Seit Jahren würden die Missstände in den Gefängnissen publik gemacht, sagt Tsiskarischwili, der Politologe. Der Präsident könne sich nicht aus der Verantwortung stehlen.
Die Opposition wiederum ist kaum mehr als ein Zweckbündnis. Gesichtslos sei Iwanischwili, eine unbekannte Größe auch nach einem Jahr erbitterten, öffentlich geführten Kampfes gegen das Saakaschwili-Lager, so sagt Kakha Gogolaschwili von der Stiftung für Strategische und Internationale Studien in Tiflis. "Wir wissen nicht, wer er ist." (Markus Bernath, DER STANDARD, 1.10.2012)
Vizeaußenminister: West-Orientierung unumkehrbar
Saakaschwili soll Millionenbeträge aus der Staatskasse verschwenden
Abgeordnete: "Wir bewegen uns in Richtung parlamentarische Republik"
Premier Iwanischwili will die letzte Macht von Staatschef Saakaschwili stutzen - EU drängt auf Dialog
Diplomaten betonen: Rein technische Gespräche bei Treffen in Genf
Politischer Faustkampf statt friedlicher Kohabitation: Georgiens Präsident tritt diese Woche vor das Parlament, um mit der Regierung seines Gegners Iwanischwili abzurechnen
Saakaschwili und Iwanischwili treffen NATO- und EU-Vertreter
Ehemalige Bildungs- und Justizminister sollen eine Million Dollar veruntreut haben
Präsident lenkt in Streit um Beleuchtung seines Palastes ein - Neuer Premier prangerte hohe Kosten an
Wahlsieger vom Parlament bestätigt
Allerdings mmuss Oppositionsführer zuvor seinen französischen Pass abgeben
Bidsina Iwanischwili kündigt Rückzug aus Politik an
Designierter Premier Iwanischwili will besseres Verhältnis zu Russland
Präsident traf mit Wahlsieger Iwanischwili zusammen
Designierter Premier Iwanischwili: Rücktritt des Präsidenten wäre einfachste Lösung
Fast alle Stimmen ausgezählt: Bündnis von Milliardär klar vor Präsidentenpartei - Russland begrüßt Wahlausgang
Präsident Saakaschwili verspricht Wahlsieger Iwanischwili und dessen Koalition gute Zusammenarbeit
EU und USA gratuliertem Wahlsieger der Opposition - Russland schließt Neustart der Beziehungen nicht aus
Oppositionsbündnis "Georgischer Traum" des Milliardärs Iwanischwili gewinnt Parlamentswahl - Partei von Präsident Saakaschwili klar geschlagen
Regierungslager um Präsident Saakaschwili laut Staatsfernsehen mit fünf Prozentpunkten Rückstand - Oppositions-TV sieht Regierungsgegner bei 70 Prozent
Führung und Opposition werfen einander kriminelle Methoden vor
bei Thurnherr erklärt wurde, sind bei uns die Reichen keine Politiker, selbst wenn sie mit einer Partei sich um die Stimmen der Bürger bewerben. Die beste Unterhaltung gibt es doch immer noch zuhause.
Dann ist jeder selbststaendig, hat nur familienangehoerige als angestellte und alle verdienen im durchschnitt das gleiche. Die, die unverschuldet in Schwierigkeiten kommen, werden von der gemeinde allimentiert und nicht aufgekauft. Wie damals im staettle.....
wenn, dann plagt sie wohl eher
das schlechte gewissen
weil sie rund um sich alle belogen und übern tisch gezogen haben,
was ich aber
weder bei strohsack, noch bei romney, noch bei iwanischwili, noch bei bill gates, noch bei sarkozy
erkennen kann.
unglaublich, wie ahnungslos die österreichische Berichtserstattung in diesen Ländern ist. Der ORF ist sich ja auch nicht zu peinlich, den Moskau-Korrespondenten zu interviewen, der ja auch nur Medienberichte weitergeben kann. Iwanischwili ist vieles, aber sicher kein Gesichtsloser in Georgien... Wer schon einmal in Tiflis war, hat sicher schon sein Wohnhaus gesehen, das praktisch über der ganzen Altstadt schwebt. Und für viele Leute ist er halt nur das (mittlerweile) geringere Übel, aber fast jeder im Land hat eine Meinung über ihn. Also das Gegenteil einer "unbekannten Größe"...
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.