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vergrößern 800x296Jutta Ambrositsch und ihr Hund Edgar in der Küche ihrer Wohnung, in der sie mit ihrem Mann, einigen Kisten Wein und lauter verschiedenen Stühlen wohnt.
Die Winzerin Jutta Ambrositsch wohnt im dritten Wiener Bezirk gegenüber zwei Flaktürmen. Michael Hausenblas erfuhr, warum sie nicht im Weingarten daheim sein will.
"Eigentlich haben wir die Wohnung unserem Hund Edgar zu verdanken. Als wir sie vor drei Jahren besichtigten, fragten mein Mann, Marco Kalchbrenner, und ich die Hausbesitzerin, ob Hunde im Haus überhaupt erlaubt seien. Sie meinte, sie müsse sich den Hund erst einmal anschauen. Nach dem Vorstellungstermin meinte sie, wir würden die Wohnung wegen unseres netten Hundes bekommen.
Die Dame ist schon 97 und hat eine Zeitlang als Botschafterin in den USA gelebt. Deshalb müssen hier auch alle Geräte wie Waschmaschine, Kühlschrank oder Trockner von amerikanischen Firmen sein. Und darum ist auch das Waschbecken in der Küche so groß wie eine Kinderbadewanne. Das hat sich aber als höchst praktisch herausgestellt, da man ein ganzes Backblech darin einweichen kann. Und wir kochen wirklich viel.
Die Wohnung liegt im Mezzanin eines Jahrhundertwendehauses und misst circa 115 Quadratmeter. Es gibt ein Arbeits- und Esszimmer, ein Wohnzimmer, ein großes Schlafzimmer, ein viel zu kleines Bad, eine Küche, eine Speisekammer, ein Kabinett und einen geräumigen Vorraum, der sich ganz prächtig als Weinlager eignet. Und an die Küche schließt noch ein Klopfbalkon an, auf dem aber leider kein Kraut wächst. Aufgrund des riesigen Baumes im Innenhof ist es dafür einfach zu dunkel.
Es passt uns gut hier. Unsere Wohnung liegt direkt am Arenbergpark. Hier in der Gegend waren einst viele Offizierswohnungen. Ich denke, auch unsere war so eine Offizierswohnung. Außerdem schauen sich die Häuser alle ein bisschen ähnlich. Man bekommt quasi immer einen Parkplatz, und es ist ruhiger als auf dem Land. Dafür werden wir mit Fast-null-Infrastruktur bestraft. Gut, der Rochusmarkt ist nur einige Schritte entfernt, aber das war es mehr oder weniger auch schon.
Die beiden Flaktürme gegenüber dem Haus nehme ich als Mahnmal war. Darum bin ich auch nicht dafür, ihnen eine Funktion zu geben, wie dies jetzt der Fall ist. Sie sollen einfach nur für die Erinnerung stehen.
Klar musste ich mich erst an sie bzw. ihre Geschichte herantasten. Anfangs hatte ich oft die Bilder von Zwangsarbeitern im Kopf, die diese Betonriesen errichten mussten. Die Hausbesitzerin, die sich noch daran erinnern kann, hat uns davon erzählt. Ich mag diese Türme. Schon eigenartig, und jetzt ist hier ein banaler Park in dem Kinder spielen.
Ich hab eigentlich keine Sehnsucht danach, näher bei meinen Weingärten im 19. Bezirk zu wohnen. Ich denke, man ist dann zu nah dran. Ich hab ja beim Park gegenüber schon manchmal das Bedürfnis, den Flieder zu schneiden.
Wohnen bedeutet mir viel. Ich bin gern und viel zu Hause, weil ich hier auch die ganze Büroarbeit erledige. Wohnen, das ist ein Gefühl von Rückzug und Sicherheit. Man lässt nur die Menschen herein, die man auch herinnen haben will.
Möbel gehören natürlich auch zum Wohnen. Bei uns sind die Stücke nach und nach zusammengekommen, wobei ich einen Sesseltick habe, und das, schon seit ich ein Kind war. Den Sessel, auf dem ich gerade sitze, habe ich mit 15 Jahren auf dem Sperrmüll gefunden. Eines seiner Beine war etwas krumm.
Am liebsten hätte ich einen Raum, in dem es einfach nur Sessel gibt. Die würde ich dann übereinanderstapeln, wie eine große Skulptur. Meine Mutter hat mir erzählt, ich sei schon als Kind immer mit einem roten Klappstuhl unterwegs gewesen. Vielleicht muss ich darum jetzt in meinem Job so viel stehen. Wahrscheinlich habe ich mein Sitzquantum größtenteils einfach schon 'versessen'." (DER STANDARD, 29./30.9.2012)
Jutta Ambrositsch (38) war Grafikerin in einer Werbeagentur. Im Jahr 2004 tauschte sie ihren Job in der Werbung gegen ein Leben im Weingarten, um ebendort mit größtmöglichem, händischem Aufwand Trauben zu produzieren, die es erlauben, spontan vergoren zu werden, um größtmögliche Typizität zu vermitteln. Ihre vinophile Passion nennt sich "Wiener Gemischter Satz".
An etwa zwölf Wochenenden im Jahr betreibt sie die mittlerweile über die Stadtgrenzen hinaus bekannte "Buschenschank in Residence". Momentane "Residence": Himmelstraße 7, 1190 Wien.
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die Gefahr eines Einbruchs signifikant sinkt (gem. Kripo der BESTE Schutz!) müsste der Wert eigentlich steigen. Daß durch den Hund die Kommunikation der Bewohner gefördert wird, ist auch positiv zu bewerten. Also, Ihre Meinung ist eigentlich 'Kuhmist'.
Wie ist das gemeint? 74a, 4a, U3- alles höchstens 5 min. weit weg. Viele Ärzte, Kindergärten, Rudolfstiftung. In der Barichgasse ein Bauernladen, Friseur, Schlosser. Die Hauptstraße ist recht belebte Einkaufstraße+ Galleria.
Natürlich der Park selber. Mit dem 4a visavis vom Park gehts direkt bis zum Prater (Jesuitenwiese). Markt, Apotheken. Ich finde die Infrastruktur dort sogar ausgesprochen gut.
Einziges Manko dort: die Gegend ist durch Hunde komplett zugesch***.
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