Andersen-Preisträgerin Isabel Allende bleibt am Ball

"Solange ich ein Gehirn habe, wenn ich kein Alzheimer oder Demenz oder so was kriege, möchte ich weiterschreiben"

Kopenhagen - Die chilenische Erfolgsautorin Isabel Allende (70, "Das Geisterhaus") ist am Sonntag im dänischen Odense mit dem Hans-Christian-Andersen-Literaturpreis ausgezeichnet worden. Er ist mit 500.000 Dänischen Kronen (umgerechnet 67.065 Euro) dotiert. Kronprinz Frederik überreichte den Preis in der Geburtsstadt des durch seine Märchen berühmt gewordenen dänischen Dichters Andersen (1805-1875).

Allende sagte, sie hoffe, dass etwas von Andersens Magie auf sie übergegangen sei: "Er ist der Meister aller Geschichtenerzähler." Andersens Märchen inspirierten sie noch immer. Die Jury hob Allendes magisches Erzählen hervor. "Ihr großes Verdienst ist, dass sie uns in Leser verwandeln kann", sagte Jury-Mitglied Anne-Mari Mai, eine dänische Literaturprofessorin.

Heimat- und Neidgefühle

Allende denkt indessen auch mit 70 nicht ans Aufhören. "Solange ich ein Gehirn habe, wenn ich kein Alzheimer oder Demenz oder so was kriege, möchte ich weiterschreiben", sagte sie. Sie schreibt gerade an ihrem 20. Buch, es soll noch vor Jahresende fertig werden. Nummer 19, "Mayas Tagebuch", hat sie jetzt in Berlin vorgestellt.

Ihrem Geburtsland ist die in den USA lebende und mit einem Amerikaner verheiratete Chilenin weiter eng verbunden. "Ich empfinde das so, dass ich einen Fuß in Kalifornien und einen in Chile habe", sagt sie. Die Kritiker, die darüber die Nase rümpften, dass sie als "Bestseller-Autorin" 2010 den chilenischen Nationalpreis für Literatur bekam, lassen sie kalt: "In Chile, wie in vielen anderen kleinen Ländern, ist jeder, der Erfolg hat, ein Ärgernis - als ob er den anderen die Luft zum Atmen nähme." Wichtig sei für sie nur die große Resonanz bei ihren Lesern. (APA, derStandard.at, 30. 9. 2012)

 

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