Frankfurt-Rekordstart geht weiter, Mainz stürzt Magath in Abstiegskampf

Aufsteiger schlägt mit Jimmy Hoffer auch Freiburg und bleibt den Bayern auf den Fersen

Angeführt vom Doppel-Torschützen Alexander Meier hat Aufsteiger Eintracht Frankfurt seinen Rekordstart ausgebaut und bleibt Spitzenreiter Bayern München auf den Fersen. Die Hessen setzten sich am sechsten Spieltag der Fußball-Bundesliga trotz eines Rückstands dank einer furiosen zweiten Hälfte mit 2:1 (0:0) gegen den SC Freiburg durch. ÖFB-Teamspieler Jimmy Hoffer spielte bis zur 54, wurde beim Stand von 0:1 aber ausgewechselt.

Die Eintracht liegt nach wie vor nur zwei Zähler hinter den Bayern. Noch nie zuvor hatte ein Aufsteiger nach sechs Partien 16 Punkte auf dem Konto. Max Kruse hatte Freiburg in Führung gebracht (50.). Meier drehte die Partie mit einem Traum- und einem Kopfballtor (67./73.). In der Nachspielzeit sah Freiburgs Karim Guédé wegen groben Foulspiels die Rote Karte (90.+1).

Kurz vor der Partie hatte Frankfurts Trainer Armin Veh erklärt, dass er einen langfristigen Erfolg mit der Eintracht anstrebt. "Unser Ziel muss es sein, etwas zu schaffen wie Hannover oder Gladbach. Ich verlange das nicht. Aber wir können es schaffen, in andere Regionen zu gelangen", sagte der frühere Meistertrainer des VfB Stuttgart.

Lahmer Beginn

Die 49.300 Zuschauer in der Frankfurter Arena sahen eine mäßige Partie ohne echte Höhepunkte. Erst in der 27. Minute wurden die Zuschauer wachgerüttelt. Zunächst hätte der alleine auf Baumann zulaufende Japaner Takashi Inui sein viertes Saisontor erzielen müssen, im Gegenzug vergab Daniel Caligiuri die große Chance zur SC-Führung. Die beiden Szenen und die Direktabnahme Meiers (42.) blieben aber die Ausnahmen in der schwachen ersten Hälfte.

In den ersten Minuten nach dem Seitenwechsel schienen die Frankfurter mit ihren Gedanken noch in den Kabinen zu sein. Kruse nutzte den kollektiven Tiefschlaf der Eintracht-Defensive zur Freiburger Führung - es war bereits das dritte Saisontor des Neuzugangs. Kurz darauf hätte Cedrick Makiadi den Vorsprung sogar noch ausbauen können (53.), auch Schuster hatte eine gute Schusschance (58.). Danach wachten die Frankfurter auf und gaben mächtig Gas. Das Spiel wogte hin und her. Nach jeweils einem Abseitstor sorgte Meier per Seitfallzieher für den Ausgleich. Sein viertes Saisontor erzielte der Offensivspieler per Kopf. 

Wolfsburg nach Heimniederlage gegen Mainz im Abstiegskampf

Die Talfahrt des VfL Wolfsburg ging im zweiten Samstagsspiel der Liga ungebremst weiter. Selbst Sondertraining und eine interne Mannschaftsaussprache haben den schlechtesten Saisonstart unter Meistermacher Felix Magath nicht verhindert. Nach einem enttäuschenden 0:2 (0:2) gegen den FSV Mainz 05 rutschte der deutsche Meister von 2009 mit nur fünf Punkten auf den Relegationsplatz ab und wartet weiter auf den ersten Heimsieg.

Die mit dem Ziel Europapokal in die Saison gestartete Millionentruppe blieb einmal mehr hinter ihren Ambitionen zurück. Nach dem ernüchternden 0:3 am Dienstag beim Rekordmeister Bayern München hatte Magath überraschend das Trainingspensum nochmals erhöht. Zudem hatten sich die Spieler ohne den Coach zur Aussprache getroffen. Zuletzt waren die Wolfsburger 2001/02 mit drei Punkten nach sechs Spielen schlechter gestartet.

Seine Mannnschaft habe "mit ein bisschen Glück und viel Leidenschaft am Ende einer englischen Woche" gewonnen, sagte der Mainzer Trainer Thomas Tuchel: "In der zweiten Halbzeit hat es sich angefühlt wie die letzten fünf Minuten in einem Pokalspiel. Es fühlt sich genial an, wenn du es schaffst." Mit dem zweiten Saisonsieg gelang seinem Team der Sprung aus dem Tabellenkeller. Die Mainzer liegen nun mit sieben Punkten im Mittelfeld. Die Tore erzielten Junior Diaz (27.) per Kopf und Adam Szalai (37.).

256 Minuten Österreicher

Nach nervösem Beginn übernahmen die Gastgeber mit aggressiverem Pressing als zuletzt das Spielgeschehen. Vor 23.795 Zuschauern boten sich dem Magath-Team durch Vierinha (6.) und Ivica Olic (8.) zwei frühe Möglichkeiten zur Führung. Olic und der überraschend erstmals in die Startelf gerückte ehemalige Nationalspieler Christian Träsch behinderten sich beim Kopfballversuch allerdings gegenseitig.

In der 19. Minute rettete der Mainzer Torhüter Christian Wetklo bei einem Volleyschuss von Vierinha mit einer Faustabwehr das 0:0. Die Mainzer versuchten über weite Strecken der ersten Hälfte, mit schnellem Direktspiel zu kontern. Sie fanden mit ihren risikoreichen Vertikalpässen aber selten einen Mitspieler.

Etwas überraschend gingen sie dann in Führung. Nach einem Freistoß von ÖFB-Teamspieler Andreas Ivanschitz gewann Junior Diaz das Kopfballduell gegen Naldo und köpfte ein. Dem Tor von Szalai war eine schöne Direktpassstaffette über Nikita Rukavytsya und Ivanschitz vorausgegangen.  Neben Ivanschitz spielte auch Julian Baumgartlinger bei Mainz durch, sah in der 70. Minute die Gelbe Karte. Emanuel Pogatetz wurde beim Heimteam nach 76 Minuten ausgewechselt, nach einer Ecke er aus kurzer Distanz über das Tor (57.) (sid/red, 30.9.2012)

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