Drei von vier obersteirischen Gemeinden stimmten für "Modellfusion"

Neu-Trofaiach mit 11.500 Einwohnern soll ab 2013 Wirklichkeit werden - Vordernberg scherte bei Volksbefragung aus

Trofaiach - Vier Gemeinden im Bezirk Leoben haben am Sonntag über eine Fusion abgestimmt: In drei Kommunen - Trofaiach, Gai und Hafning - gab es Mehrheiten für einen Zusammenschluss, in Vordernberg stimmte eine klare Mehrheit dagegen. Die obersteirische Entscheidung wurde auch als Testfall für die landesweite Gemeindestrukturreform der Reformparnterschaft von SPÖ und ÖVP angesehen. Es wurde von einer "Modellregion" gesprochen.

Mit 78,8 und 79,8 Prozent waren die Voten in Trofaiach und Gai eindeutig, allerdings lag die Beteiligung in Tofaiach nur bei 41 Prozent, in Gai bei 59 Prozent. In Hafning war das Ergebnis mit 52,7 Prozent Ja-Stimmen bei 56,9 Prozent Beteiligung knapp pro Zusammenschluss. Deutlich gegen den Fusionsvorschlag sprachen sich hingegen die Vordernberger aus: 81,2 Prozent stimmten mit "Nein", 67 Prozent der Wahlberechtigten hatten teilgenommen. Dem Bürgermeister von Vordernberg, Walter Hubner (SPÖ), wurde von seinen Amtskollegen vorgeworfen, nach neun monatigen positiven Verhandlungen im letzten Augenblick abgesprungen zu sein.

Angestrebt wird nun die Umsetzung der Fusion der drei Gemeinden ab 1. Jänner 2013: Die neue Stadt unter dem Namen Trofaiach soll mit 11.500 Einwohnern effizienter wirtschaften und mehr Anteile aus dem Finanzausgleich lukrieren. 

"Beispielgebender Prozess"

Der steirische Landeshauptmann Franz Voves (SPÖ) hat das Ergebnis der Volksbefragungen positiv kommentiert: "Ein beispielgebender Prozess hat zu einem klaren Votum der Bevölkerung für eine gemeinsame Zukunft geführt", erklärte er in einer Stellungnahme am Sonntag. Sein ÖVP-LHStv. Hermann Schützenhöfer meinte knapp: "Wir verfolgen das mit großer Aufmerksamkeit. Wir halten uns aber, so wie in der Vergangenheit daran, die Ergebnisse nicht zu kommentieren."

Vonseiten der Landesregierung wurde auch darauf hingewiesen, dass auch in Vordernberg noch nicht das letzte Wort gesprochen sei. "Es ist in der bis 2015 dauernden Umsetzungsphase nicht auszuschließen, dass, wenn die noch offenen Fragen der Vordernberger Bevölkerung bis dahin gelöst werden, eine neuerliche Volksbefragung in der Marktgemeinde Vordernberg dann ein anderes Resultat bringen könnte", hieß es aus dem Büro von LH Franz Voves. (APA, 30.9.2012)

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