"Parallella": Mobiler Supercomputer landet auf Kickstarter

  • "Parallel Computing" soll mobiler Hardware auf ein neues Leistungslevel verhelfen.
    foto: adapteva

    "Parallel Computing" soll mobiler Hardware auf ein neues Leistungslevel verhelfen.

199-Dollar-Platine soll ein Leistungsäquivalent von 45 GHz liefern

Ein ambitioniertes Hardwareprojekt hat seinen Weg auf Kickstarter gefunden. Das Unternehmen Adapteva verspricht nichts Geringeres, als die Entwicklung eines mobilen Super-Prozessors für einen endkundentauglichen Preis.

10.000-Dollar-CPU

Die Firma baut eigentlich Prozessoren, die für 10.000 Dollar pro Stück vom US-Militär gekauft und auf deren Platinen montiert werden. Die Hardware stellt leistungsmäßig gängige Consumer-Hardware bei weitem in den Schatten und erlaubt wohl einen ähnlichen Vergleich wie zwischen Haushalts-Desktop und Supercomputern, wie sie etwa für Klimaberechnungen verwendet werden.

In aktuellen Smartphones und Tablets gelten Quadcore-Prozessoren mit einem Takt von 1,5 GHz aktuell als das technische Höchstmaß der Dinge. Adaptevas "Epiphany"-Architektur liefert einen Prozessor mit 64 Kernen und einem Leistungsäquivalent von 51 Gigahertz.

Crowd statt Investoren

Weil das schon aufgrund aktueller Akkutechnologie noch keine Option für Telefone und tragbare Flach-PCs darstellt, hat Adapteva damit begonnen, eine sparsamere Ausgabe unter dem Namen "Parallella" zu entwickeln, um die aktuelle Leistungsstagnation im Mobile-Segment zu überwinden. Allerdings wollten nicht ausreichend viele Financiers aufspringen, sodass man nun via Kickstarter die Crowd ins Boot holen will.

Erfolgreicher Start

750.000 Dollar ist das Mindestziel. Wird dieses erreicht, erhalten Spender, die 99 Dollar locker gemacht haben, eine 16-Kern-CPU auf einem abgespeckten Board. Schafft man gar drei Millionen Dollar, will man die 64-Kern-Ausgabe so weit entwickeln, dass man sie für 199 Dollar - also ein Fünfzigstel des aktuellen Preises - anbieten kann. Und zwar in einer Variante, die auch wesentlich weniger Energie verbraucht.

Im Moment ist die Kampagne auf einem guten Weg, wenige Tage nach dem Start wurden schon über 100.000 Dollar lukriert. Für den Erfolg soll auch die Offenheit des Vorhabens sorgen. Die Prozessoren und Boards sollen frei programmierbar sein, dafür will Adapteva seine hauseigene Software als Open Source zur Verfügung stellen. "Epiphany" wird damit zum Spielplatz für Entwickler.

45 GHz bei 5 Watt

Die Plattform wird aus einer Dual-Core ARM v9-CPU mit einem GB RAM und dem "Epiphany Multicore Accellerator" mit 16 oder 64 Kernen nach RISC-Architektur bestehen. Sie beinhaltet auch einen MicroSD-Slot, zwei USB 2.0-Ports, GBit-Ethernet, HDMI so wie zwei Erweiterungs-Konnektoren. Man möchte Ubuntu als Betriebssystem vorinstallieren. Je nach Variante soll das Leistungsäquivalent bis zu 45 GHz bei einer Leistungsaufnahme von fünf Watt betragen.

Das per Kickstarter eingenommene Geld soll vor allem für die finale Entwicklung der Platine und Treiberentwicklung aufgewendet werden. Die Produktionspartner stehen laut Adapteva bereits fest. Als vorläufiger Termin für die Auslieferung ist der Mai 2013 vorgesehen. Ob und wann "Parallella" erstmals in Handys und Tablets zu finden sein wird, lässt sich noch nicht abschätzen. (gpi, derStandard.at, 30.09.2012)

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