Deutscher Geheimdienst zeichnet düsteres Szenario für Afghanistan

30. September 2012, 13:24

Noch mehr Anschläge erwartet - Nach 2014 weiterhin 35.000 Soldaten erforderlich - Karzai gehe es nur um Machterhalt

Berlin  - Der deutsche Bundesnachrichtendienst (BND) beurteilt die Lage in Afghanistan einem Magazinbericht zufolge wesentlich dramatischer als die Regierung in Berlin. Der Geheimdienst erwarte noch mehr Anschläge von einheimischen Sicherheitskräften auf westliche Soldaten, schreibt das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" in seiner jüngsten Ausgabe. Nach dem internen BND-Bericht mit dem Titel "Afghanistan bis zum Jahr 2014 - eine Prognose" bleibe die Sicherheitslage kritisch. Auch das Wiedereingliederungsprogramm für reumütige Taliban-Kämpfer habe "keine Auswirkungen" auf einen Friedensprozess.

Auch nach dem offiziellen Abzug der westlichen Truppen Ende 2014 würden bis zu 35.000 ausländische Soldaten, zumeist Ausbilder für die afghanische Armee, Kampftruppen für deren Schutz und möglichst viele Spezialkräfte für die Suche nach Terroristen gebraucht, um das Land zu stabilisieren, heißt es laut "Spiegel" in der BND-Analyse.

Beibehaltung des Status quo

Besonders vernichtend falle das Urteil über die Regierung des afghanischen Präsidenten Hamid Karzai aus. "Korruptionsanfälligkeit, persönliche Vorteilsnahme Einzelner und Nepotismus werden sich fortsetzen", heiße es in der als "Verschlusssache - vertraulich" eingestuften Analyse. Alle Aktivitäten Karzais richteten sich nicht auf Reformen oder den versprochenen Kampf gegen die grassierende Korruption, sondern auf den "Machterhalt" und die "Beibehaltung des Status quo". Karzai werde eher Zugeständnisse an die Militanten machen als Reformen voranzutreiben.

Bei der geplanten Präsidentenwahl 2014 wolle Karzai seinen älteren Bruder Abdul Kayum als Kandidaten durchsetzen. Der habe die besten Chancen, die wahlentscheidenden Stimmen der Paschtunen aus dem Süden des Landes zu bekommen. Mit dem Schachzug, so die Einschätzung des BND, wolle Karzai "die Wahrung der familiären Interessen und den Machterhalt" absichern. (APA/Reuters, 30.9.2012)

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Ausser Spesen nichts gewesen

Rückblick auf 2001: Wie wäre man am besten vorgegangen?

Wie hätte man die damalige Situation am besten bewältigt?

Interessant: Ein rotes Stricherl für eine sachliche Frage.

es verleiht unglaubliche macht nichts getan zu haben

was man seit 60 jahren in solchen faellen immer tut:
destabilisieren und verhandeln, zuckerln und bomben verteilen. es ist leichter den tod als das leben zu bringen. was wir halt auch in syrien machen und vor 2000 im irak.
darueberhinaus: mit faschisten kann man reden. ob das jetzt taliban, gaddafi, der iran oder sonstwer ist.
aber doch nicht versuchen denen die menschenrechte zu bringen.
der afghanistan krieg hat bisher ueber 1000 milliarden dollar gekostet, mit 10 milliarden dollar haette man die taliban problemlos in der steinzeit halten koennen, in der sie sich sowieso so wohl fuehlen und in die afghanistan in 5 jahren zurueckkehren wird.
gut, das hat man vor 10 jahren nicht gewusst.

35000 Soldaten ist ja wirklich so gut wie abgezogen...

brauchts wirklich einen geheimdienst,

um das jedermann offensichtliche auch auszusprechen?

Nein, aber der darf es sagen, da "gesichtslos".

Es ist traurig wie mache Kulturen unfähig sind Probleme nur mit Waffengewalt zu lösen.

Da kann man doch noch mehr Waffen fordern

Versagt Wafengewalt können Militär noch mehr und höherentwickelte Waffen fordern. Da brummt die Wirtschaft dann wieder.

Der Stoßseufzer eines US-Generals...

Lesen Sie an und ab auch, was Sie schreiben?

Du findest es bedauernswert, dass manche immer wieder meinen, statt Ballerei auf Dialog oder Diplomatie setzen zu müssen ... ähm?

es braucht keinen Geheimdienst um das Disaster das von Jahr zu Jahr größer wird zu sehen.
den Afghanen westliche Werte einreden zu wollen ist wie einem Krokodil das Fleischfressen abgewöhnen zu wollen

Es würde ja zur Not schon reichen, wenn die Afghanen darauf verzichten würden, sich gegenseitig umzubringen, ihren Mädchen Schulbildung zu verweigern, ihre Frauen lebenslänglich in einen Sack zu stecken und unter Hausarrest zu stellen, jeden greifbaren Ausländer in die Luft zu sprengen und Terroristen zu beherbergen.

Natürlich sind Panzer und Kanonen ein nicht wirklich geeignetes Mittel, um ein Umdenken herbeizuführen.

Sie kennen sicher persönlich viele Afghanen...
Oder woher haben Sie Ihre Meinung?

Die Kinder gehen dort nicht mehr zur Schule weil sie Angst vor US Drohnen haben. http://www.drs.ch/www/de/dr... istan.html

na super!

und für diese erkenntnisse braucht man einen geheimdienst? a bissl common sense hätte auch schon gereicht!

dabei wäre es so einfach. sofort alle westlichen truppen abziehen. dann könnens dort machen was sie wollen. sollen sich ruhig gegenseitig den schädl einhauen. solange sie das innerhalb der landesgrenzen machen ist das ja ihr eigenes problem. und wenns dann glauben sie müssen ihre aggresssionen nach aussen bringen, dann einfach strafbomben bis wieder ruhe ist.

ja ganz super

"und alles geht mich nix an".... schoene gedankenwelt in der du da rum-krebst. sollen doch alle machen was sie wollen, nur mir solls gut gehen. von menschenrechten, verantwortung gegenueber mehr als das eigene wohnzimmer haben wir nie was gehoert, und solange ich meine ruhe habe, sind mir alle egal. sollen sie doch kinder in die luft sprengen oder was auch immer.... ich bin mir selber gut!

es gibt ganz einfach fakten die man akzeptieren muss!

selbst mit dem besten vorsatz können sie einem alkohol- oder drogensüchtigen nur dann helfen, wenn dieser selbst sein handeln als krank akzeptiert und einer behandlung zustimmt und mithilft. wenn der kranke aber ihre hilfe nicht akzeptiert, können sie nichts anderes machen als sich zurückziehen, denn er wird sonst immer gegen ihre hilfe arbeiten!

und gleiches ist hier der fall. es ist mehr als eindeutig, dass sich die muslimischen gesellschaften nicht den westlichen werten und lebensformen unterwerfen wollen. sie empfinden unser eingreifen dort nicht als hilfe, sondern als angriff, besetzung und unterdrückung. "zwangshilfe" bringt nix!

Also RAUS! dann sollen die ihre kranke gesellschaft selbst heilen.

ja.
ihre alternative?
wir bekehren sie zur wahrheit und schicken ihnen missionare - ach ja, das war vor 200 jahren.
wir pruegeln die zivilisation in den schaedel dieser ignoranten - das war vor 100 jahren.
wir bemenschenrechteln sie und tun uns selber leid, weil die sich gar nicht so richtig bemenschenrechteln lassen - toll, jetzt sind wir im 21. jahrhundert angekommen.
ja, die welt waere besser, wenn jeder seinen eigenen arsch putzt. sowas aehnliches steht auch in der bibel. (matt7.3)

Warum denken Sie sind überhaupt ausländische Truppen in Afghanistan?

http://wirtschaft.t-online.de/afghanist... 0452/index

http://www.spiegel.de/wissensch... 46500.html

http://www.focus.de/wissen/na... 19428.html

Aber vermutlich ging es nur um einen humanitären Einsatz und die Befreiung von den Taliban...

spannend wird's erst, wenn die Afghanen sich bedanken kommen

und die Ostfront, an der man "unsere Freiheit verteidigt" wieder in die Heimat zurückschwappt

Mögen Frau Merkel und ihr Hofstaat dabei in der 1.Reihe stehen

Afghanistan ist der Friedhof der Imperien.

Ich sagte das schon vor Jahren
und hab sogar eine Wette laufen.
Enttäuscht mich nicht, Jungs.

Um dort einen Frieden zu schaffen müsste man mit ganz großen Bomben pflügen. Aber adfür sind die Berge viel zu schroff.

Die akzeptieren lediglich ehrliche Stammesherren - und Ehrliche, oder gar Stammesherren haben wir ja keine.

Karzai gehe es nur um Machterhalt

wow - echte blitzgneisser ...

Was soll düster sein, wenn die Peiniger abziehen ?

Das Ende des Marionettenpräsidenten ?

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