Apple Maps und Nokia Maps zeigen militärische Einrichtungen

  • Das Testgelände des "Aberdeen Proving Ground" im US-Bundesstaat Maryland, gibts bei Apple Maps im Detail zu bestaunen.
    foto: the verge

    Das Testgelände des "Aberdeen Proving Ground" im US-Bundesstaat Maryland, gibts bei Apple Maps im Detail zu bestaunen.

Hochsicherheitsgefängnisse, Testgelände und Militärbasen teils im Detail sichtbar

Apple hat nach dem Release des eigenen Kartendienstes mit iOS 6 schwere Kritik einstecken müssen. Nach Problemen mit dem 3D-Flyover, fehlerhaftem Kartenmaterial und anderen Ärgernissen richtete Tim Cook persönlich eine Entschuldigung an die Kunden. Mittlerweile werden alternative Map-Apps im iOS-Store gefeatured, während man in Cupertino an Verbesserungen werkt.

Türkisches Gefängnis

The Verge hat nun ein weiteres Problem identifiziert, dass nicht nur Apple Maps, sondern auch Nokia Maps betrifft. Die beiden Kartendienste zeigen hochsensible, staatliche Einrichtungen mit teils erstaunlich hohem Detail. So findet sich das Hochsicherheitsgefängnis auf Imrali auf den Apple-Karten.

Die schwer bewachte Anlage in der Türkei beherbergt beispielsweise den Kurdenführer und PKK-Mitgründer Abdullah Öcalan. Bei Google Maps ist das Gelände durch Verpixelung unkenntlich gemacht worden.

Bilder aus der "verbotenen Zone"

Wenig erfreut wird auch die holländische Regierung sein. Die "Tankwerkplaats"-Anlage dürfte allen Vermutungen nach zur Forschung als auch zu Unterbringung und Test von militärischen Fahrzeugen dienen. Bei Google ist die Anlage unkenntlich gemacht, bei Nokia und Apple findet sie sich in hoher Bildqualität abgebildet.

Es gibt noch eine Reihe anderer Gebiete, die Nokia und Apple schöner abbilden, als den Besitzern vermutlich lieb ist. Etwa ein japanischer Militärflughafen, ein amerikanisches Flugzeugtestgelände, oder die NATO-Luftwaffenbasis im deutschen Geilenkirchen.

Keine Reaktion

Google betont, selbst keine Zensur an den Bildern vorzunehmen. Diese seien im zugelieferten Kartenmaterial bereits vorhanden, allerdings spricht das Unternehmen regelmäßig mit Regierungsvertretern und öffentlichen Einrichtungen. Nokia hat "einige Länder und Areale identifiziert", wo die Verwendung von hochauflösendem Kartenmaterial untersagt ist und verwendet nach eigenen Angaben an diesen Stellen solches auch nicht. Eine Reaktion von Apple blieb aus.

Warum die sensiblen Einrichtungen bei Nokia und Apple immer noch sichtbar sind, ist nicht bekannt. Nokia Maps ist erst seit kurzem der offizielle Kartenprovider für Microsoft, die iOS Maps wurden erst vor wenigen Wochen veröffentlicht. Dementsprechend waren die Dienste bislang möglicherweise einfach nicht auf dem Radar der Regierungen und Militärzulieferer. (red, derStandard.at, 30.09.2012)

Link:

The Verge

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