Europa hofft auf ein Golf-Wunder

Europäischen Golfer liegen gegen die USA mit 6:10 hinten und müssen nun mindestens acht der zwölf Einzel gewinnen

Medinah - Europas Golfer brauchen beim 39. Ryder Cup ein Wunder zur Titelverteidigung. Das Team von Kapitän Jose Maria Olazabal liegt vor dem Schlusstag im Medinah Country Club bei Chicago gegen Gastgeber USA mit 6:10 zurück und muss somit am Sonntag mindestens acht der zwölf Einzel gewinnen, um die prestigeträchtige Trophäe mit nach Hause zu nehmen. Den USA hingegen reichen 4,5 Punkte zum Sieg.

Den Amerikanern war 1999 in Brookline/Massachusetts das bislang größte Comeback der Ryder-Cup-Historie gelungen, als sie sich nach einem 6:10-Rückstand noch mit 14,5:13,5 durchsetzten. Europa lag im Nordosten von Illinois am Samstag (Ortszeit) zwischenzeitlich bereits mit 4:10 zurück. Dank der Siege von Sergio Garcia/Luke Donald gegen Steve Stricker/Tiger Woods und Ian Poulter/Rory McIlroy gegen Jason Dufner/Zach Johnson in den letzten beiden Fourball-Duellen konnte die Mannschaft vor mehr als 40.000 Zuschauern jedoch noch etwas verkürzen.

Poulter hält dagegen

Bester Spieler des Titelverteidigers war Poulter. Der Engländer setzte sich am Vormittag bereits mit Landsmann Justin Rose gegen die beiden diesjährigen Major-Gewinner Bubba Watson/Webb Simpson durch und sicherte im letzten Match des Tages durch einen Birdie-Put am 18. Loch auch den Sieg mit McIlroy. Insgesamt hat Poulter drei der sechs europäischen Zähler erspielt.

Auf US-Seite glänzten erneut Keegan Bradley und Phil Mickelson. Nach ihren beiden Erfolgen am Freitag kam das Duo zu einem herausragenden "7 und 6"-Triumph im Foursome gegen Luke Donald/Lee Westwood. Die Partie war bereits nach dem zwölften Loch entschieden. Ein derartig klares Ergebnis hatte es beim Kontinentalvergleich zuvor nur zweimal gegeben. "Wir hatten so viel Spaß, und die Fans haben uns eine Menge Energie gegeben. Da kann man einfach nur sein bestes Golf spielen", sagte der überglückliche Mickelson, der bei seiner neunten Ryder-Cup-Teilnahme erstmals drei Matches gewann.

Superstar Tiger Woods indes blieb auch im dritten Duell in Medinah sieglos. US-Team-Kapitän Dvis Love III hatte in den Vormittags-Matches am Samstag sogar auf den 14-fachen Major-Champion verzichtet.(APA, 29.09.2012)

2. Tag, Stand nach acht Foursomes und acht Fourballs: USA - Europa 10:6 - Einzelergebnisse:

  • Foursomes am Freitag:

Rory McIlroy/Graeme McDowell (beide Nordirland) - Jim Furyk/Brandt Snedeker 1 auf

Phil Mickelson/Keegan Bradley - Luke Donald/Sergio Garcia (England/Spanien) 4 und 3

Jason Dufner/Zach Johnson - Lee Westwood/Francesco Molinari (England/Italien) 3 und 2

Ian Poulter/Justin Rose (beide England) - Steve Stricker/Tiger Woods 2 und 1

  • Foursomes am Samstag:

Rose/Poulter (beide England) - Bubba Watson/Webb Simpson 1 auf

Bradley/Mickelson - Westwood/Donald (beide England) 7 und 6

Dufner/Johnson - Nicolas Colsaerts/Garcia (Belgien/Spanien) 2 und 1

Furyk/Snedeker - McIlroy/McDowell (beide Nordirland) 1 auf

  • Fourballs am Freitag:

Watson/Simpson - Paul Lawrie/Peter Hanson (Schottland/Schweden) 5 und 4

Mickelson/Bradley - McIlroy/McDowell (beide Nordirland) 2 und 1

Westwood/Colsaerts (England/Belgien) - Woods/Stricker 1 auf

Dustin Johnson/Matt Kuchar - Rose/Martin Kaymer (England/Mettmann) 3 und 2

  • Fourballs am Samstag:

Johnson/Kuchar - Colsaerts/Lawrie (Belgien/Schottland) 1 auf

Watson/Simpson - Rose/Molinari (England/Italien) 5 und 4

Garcia/Donald (Spanien/England) - Woods/Stricker 1 auf

McIlroy/Poulter (Nordirland/England) - Dufner/Johnson 1 auf

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