Ungarns Botschafter protestiert gegen ORF-Dokumentation

29. September 2012, 17:53
  • Jänner 2011: Vince Szalay-Bobrovniczky spricht bei einer Demo in Wien gegen das ungarische Mediengesetz mit Journalisten.
    foto: ap/zak

    Jänner 2011: Vince Szalay-Bobrovniczky spricht bei einer Demo in Wien gegen das ungarische Mediengesetz mit Journalisten.

Kritik: Im Film kamen fast nur Gegner der ungarischen Regierung zu Wort

Budapest - Einen Protestbrief hat der ungarische Botschafter in Österreich, Vince Szalay-Bobrovniczky, an ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz gerichtet. Darin habe sich der Botschafter über die Ausstrahlung der ORF-Dokumentation "Nationale Träume - Ungarns Abschied von Europa" am Mittwoch im ORF beschwert, berichteten die Medien am Wochenende. Laut Szalay-Bobrovniczky würden in dem Film "nahezu nur die Gegner der ungarischen Regierung zu Worte kommen". Dies sei "nicht nur eine einseitige, sondern auch eine ungerechte Informierung" der österreichischen Gesellschaft.

Der Botschafter berief sich auf das den ORF-Gesetz, dessen Paragraf 4 das öffentlich-rechtliche österreichische Fernsehen verpflichte, die "Vielseitigkeit der Meinung im öffentlichen Leben bei Wahrung des Grundprinzips der Objektivität wiederzugeben". Laut dem ungarischen Botschafter habe der ORF diese Pflicht versäumt. Szalay-Bobrovniczky ist nach eigener Aussage in den letzten Jahren mehrfach mit dem ORF in Diskurs geraten, wobei jedoch der "gegenwärtige Fall das bisher größte ablehnende Echo auslöste". Das würden Briefe an die ungarische Botschaft in Wien belegen, in denen Ungarn und Österreicher gleichsam ihre Empörung zum Ausdruck brachten. Auch Organisationen der in Österreich lebenden Ungarn kritisierten die "einseitige Information", betonter der Botschafter. (APA, 29.9.2012)

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Als Antwort haben die Ungarn aus Jux und Tollerei auch ein Film über Österreich gemacht.

Voller Humor, aber sehr wahr und sehr bedenklich.
Schau mal an.
http://mno.hu/celpont_m... et-1112529

@get smart: warum denke ich, dass Hr. Bauer (und Hr. Lendvai) hinterhältig gelogen haben?

Danke für Ihre Antwort.
Die o.g. Herren wissen ganz genau, dass alle Österreicher - die Zuschauer dieses Films! - bei "privaten Pensionen" etwas ganz anderes verstehen, was es tatsächlich ist: nämlich eine durch Schulden finanzierte Gaunerei, wobei die Teilnahme erzwungen wurde.
Das bezeichne ich als eine Lüge.
Die o.g. Herren wissen ganz genau, dass alle Österreicher - die Zuschauer dieses Films! - auf Grund dieses Missverständnisses empört sein müssen.
Das bezeichne ich als hinterhältig.
Ich verstehe, dass Sie das anders einschätzen. Ich
wundere mich schon, dass Sie so grosszügig mit meinem Geld umgehen: wieso soll ich "private" Pensionen wesentleich jüngerer Personen finanzieren, da ich die Schulden auf jeden Fall mit-zurückzahlen muss?

Ibsen: Hr. Bauer hat selbstverständlich gelogen.

Um wieviel haben Sie MEHR gezahlt, um eine "private" Pensionskassa zu besitzen? Das Geld was Sie (und ich) zahlten war auch nicht genug, um die Pensionen zu zahlen. Worin besteht die zweite Säule, wenn das ganze auf Pump finanziert ist?
Sie (und ich auch) müssen sofort Zinsen zahlen, niemand auf dieser Erde würde auf diese Weise "vorsorgen"!
Wenn Sie eine private Pension haben wollen, suchen Sie ein Büro einer Versicherungsgesellschaft auf; Schliessen Sie einen Vertrag ab, zahlen Sie mindestens 15 Jahre lang und schon können Sie Ihre Pension geniessen. Das habe ich gemacht, funktioniert, und keine Regierung wird enteignen - nicht-einmal die Sozis.
Die beiden Verträge sind grundverschieden, genau das wurde im Film verschwiegen und gelogen.

Das Thema haben wir hier schon x-mal diskutiert, aber bitte :
Sie vergessen bei Ihren Ausführungen immer darauf, dass der (gesetzlich vorgeschriebene) Beitrag ins private (Anspar-) Pensionsversicherungssystem ca 24% der gesamten PV-Beiträge (Arbeitgeber + Arbeitnehmer) ausmachte. Dafür müssen die privaten Versicherungen für 25% der Pension sorgen. Ins staatliche (Umlagen/Generationenvertrags-)System gingen weiterhin 76% der PV-Beiträge, dafür hat das staatl. System bei diesen Personen auch nur für 75% der Pension zu sorgen (wenn er kann...).
D.h. keine Rede von "grundverschieden" , sondern schlichter Diebstahl, den Fidesz da begangen hat.

Schau mal an, wie es mit der "3. Säule" des österreichischen Pensionssystem (geförderte Prämienpensionen) bestellt ist..

Die hochgepriesene staatliche Initiative ist ein kompletter Flopp. Die Versicherungskunden verlieren und verlieren und verlieren..

Dieses, werter Potemkin, ist ein Irrtum. Sie gewannen weniger als erwartet, sie verloren aber nicht. Die starken Verluste der Aktienmärkte 2008/2009 können nicht für sich allein betrachtet werden, da Pensionssparen per Definition eine langfristige Angelegenheit ist.
Ebenso war es ein Irrtum der privaten Pensionsversicherungen, die Boomjahre 1997 bis 1999 bei ihren Ertragsversprechungen zu stark zu berücksichtigen. Die Wahrheit liegt, wie so oft, in der Mitte. Auch schon mittelfristig (normalerweise ab ca 5 Jahren) bringen Wertpapiere Gewinne nach Abzug der Inflation - mehr als ein Sparbuch, mehr als "der Staat". Keine absurden Gewinne jenseits der 10% p.a.

@globetrottel: ich glaube, dass wir die Argumenten von einander verstehen.

Wir sind bloss anderer Meinung.

Nein, er hat selbstverständlich nicht gelogen!

Der Ausfall an Steuereinnahmen durch die 16% Flattax schlägt ein wesentlich größeres Loch in das Staatsbuget als das frühere Pensionssystem.

Genaugenommen ist eben dies der Grund, weshalb die verpflichtenden Privatpensionen verstaatlicht und geplündert werden mussten.

@get smart:es geht hier darum, das in diesem Film brutal gelogen und irregeführt wurde.

Ein Beispiel ist der ewig wiederholte Vorwurf der Plünderung der Pensionsbeiträge, wie Hr. Bauer behauptet hat.
Keine "Vorsorge" kann durch zuzätzliche Schulden getroffen werden.Wenn diese "Pension" privat ist, dann müssen die dadurch generierten Schulden auch privat sein.

Sry, ich habe vorhin an falscher Stelle gepostet, egal.

Dennoch möchte ich Ihnen antworten:

Herr Bauer hat nicht gelogen, denn...

1. Unabhängig von der Sinnhaftigkeit des alten Pensionssystems wurden die Beiträge auf private Konten bei Privatversicherern eingezahlt und wären später über diese privaten Konten wieder ausgezahlt worden. Ob dies zu einem Aufbau der Schulden des Staates führt, ist dabe vollkommen irrelevant. Diese Konten wurden nun verstaatlicht.

2. Zur Plünderung: Wieviel von den ca. 3000 Milliarden Forint an Privatpensionen übrig geblieben ist können Sie hier nachlesen:

http://akk.hu//kepek/up... 120731.pdf

Die unterste Reihe zeigt den noch vorhandenen Betrag/Wert

@get smart: warum denke ich, dass Hr. Bauer (und Hr. Lendvai) hinterhältig gelogen haben?

siehe oben.

VOR Ungarn würde ich jetzt mein Hut ziehen die sind die einzigen weit und breit die sich gegen dieses machtsystem EU MIT ihrer PROPAGANDA zur wehr setzen !!!

Nein.

Dazu ist Viktor Orbán zu rückständig im Denken bzw. in dem, was er so sagt.

Der ungarische Ministerpräsident propagierte in einer Rede über

"Blut und Boden".

Imagine: "Schejnes Österreich: Politjustiz überall? Regierung beteiligt?" ungarischer Film für ungarische Zuseher.

Unabhängige Experten und Politiker geben Interviews über das o.g. Thema.
1. Dieter Böhmdorfer (unabhängiger Experte)
2. HC Strache (opposition, aus Medien ausgedrängt)
3. Martin Graf (überparteilich, Burschenschaften Mitglied)
4. Peter Pilz (opposition, auch zu HC Strache)
5. KHG (unabhängiger Experte)
6. Kurt Scheuch (Lokalpolitiker, vom Bund unaghängig)
7. Michael Spindelegger (Regierung, stark verkürzt, wortwörtlich in schiefem Licht dargestellt)

Was für einen Text kann ein geschickter Journalist mit diesen Experten zusammen stellen? Wieviel wird ein ungarischer Normalverbraucher davon verstehen und welchen Eindruck wird sie/er am Ende haben?
Wieso redet Faymann nicht? Er ist eingeladen, er hat offensichtlich Angst vor Wahrheit!

Ibsen, Sie fragen ständig: was ist nicht wahr im Film?

z.B.:Tamás Bauer behauptet, dass die privaten Pensionszahlungen konfisziert wurden: eine gemeine Lüge. Die "Besitzer" dieser "Vorsorge" haben selber keinen Groschen gezahlt: alles wurde durch Staatsschulden finanziert. Niemandem wurde etwas weggenommen, was sie/er selber bezahlt hat.
z.B.: In der Diskussion: 52% der Wählerstimmen, 2/3 im Parlament; wie denn das? Wir haben ein gemischtes System: Liste UND Abgeordnete mit einfacher Mehrheit (Winner takes it all). In diesem 2. Disziplin haben Fidesz/KDNP Abgeordnete mehr als 95% der Plätze gewonnen.
z.B.:Journalisten haben Angst; vor Wem eigentlich? Von Orbán sicher nicht -sehr richtig- weil keine Regierung hat mehr Kritik kassiert als diese; in Ungarn natürlich. Hat jemandem Haar gekrümmt?

Doch, die ungarische Regierung hat die Pensionskassen-Sparer enteignet:

1. Wer hat den Vertrag mit den privaten Pensionskassen den Vertrag abgeschlossen?

Der Sparer!

2. Auf wessen Namen wurde das Konto bei der privaten Pensionkassen geführt?

Auf dem des Sparers

http://www.nzz.ch/aktuell/i... -1.8667486

Und was ist jetzt? Weiß jemand, wo und wieviel Geld ist?

Ach, Sie haben wahrscheinlich nicht mitgemacht, denn Sie leben wahrscheinlich nicht in Ungarn...

Ibsen: nein, niemand wurde enteignet. Die Pensionsbeiträge haben nicht die Pensionszahlungen gedeckt.

D.h. der Staat musste sowieso mitzahlen. Und dann noch ein Teil der Beiträge wurde in "private" Pensionskonten abgezweigt. Die laufenden Pensionen wurden aber weiter gezahlt.
Woher kam das fehlende Geld? Staatsschulden, natürlich. Die Verträge waren zwingend vorgeschrieben.
D.h. ich muss auch die Schulden zurückzahlen, die in diese "private" Kassen geflossen sind; für Leute, die sehr wohl meine Kinder sein könnten.
Und jetzt verstehen Sie, wie hinterhältig durchdacht Hr. Bauer (und auch die Filememacher) lügen können: jeder Österreicher denkt, dass DIE privaten Pensionen konfisziert wurden, die von den Bürgern selber bezahlt wurden, d.h. ein Vertrag mit einem Versicherungsanstalt abgeschlossen usw.
Diese wurden NICHT berührt, gar nicht.

Der Ausfall an Steuereinnahmen durch die 16% Flattax schlägt ein wesentlich größeres Loch in das Staatsbuget als das frühere Pensionssystem.

Genaugenommen ist eben dies der Grund, weshalb die verpflichtenden Privatpensionen verstaatlicht und geplündert werden mussten.

Lesen Sie es noch einmal durch:

Um den verschuldeten Staatshaushalt zu sanieren, wurden unter der Orbán-Regierung im Dezember 2010 Einlagen der obligatorischen privaten Rentenkassen in Höhe von umgerechnet rund 10 Mrd. Euro in einen „Fonds für die Rentenreform und den Staatsschuldenabbau“ verschoben.

Oder das schreibt zum Beispiel die NZZ, nich Ibsen!!!

http://www.nzz.ch/aktuell/i... -1.8667486

Der Satz klärt alles auf,

auch Ibsens Schmerzen:
„Daneben fließt ein kleinerer Pflichtanteil in eine private Zusatzversicherung“. Der tief verschuldete Staat überließ geborgtes Geld, für das er Zinsen zahlen musste, privaten Versicherungsgesellschaften, die damit zockten und gut lebten. Da Orbán entgegen linksliberalen Heulsusen keine Anteile an diesen Versicherungsgesellschaften hatte, war ihm das Spiel zu blöd und hat es abgestellt, zur Erleichterung der Steuerzahler, die die entstandene Lücke aufzufüllen hatten.

Also:

Die ung. Regierung hat mich damals VERPFLICHTET -als eine zweite Säule im Pensionssystem - auch mit einer privaten Pensionskasse einen Vertrag abzuschließen um vorzusparen.
ICH SELBST habe den Vertrag mit der von mir ausgewählten Kasse abgeschlossen. Das Geld häufte sich schön auf MEINEM Konto. Jedes Jahr bekam ich eine Abrechnung und wusste genau, wieviel Geld ich auf dem Konto habe. War zufrieden und war zuversichtlich...

Und dann kam die Orbán-Regierung..., fast jeder wurde praktisch verpflichtet in die staatliche Kasse zurückzutreten. Und Bauer formulierte im Film absolut richtig!
Und jetzt weiß ich überhaupt nicht, wieviel Geld ich auf dem Konto habe, ob ich überhaupt ein Konto habe...
Wenn ich in 20 Jahren in Pension gehe???

Welche Regierung hat Sie gezwungen

mit einem privaten Versicherer einen Vertrag abzuschließen?

Ibsen: Hr. Bauer hat selbstverständlich gelogen.

...

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